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Villingen-Schwenningen Das Leben als ein endloser Tanz

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Gleichermaßen beseelt vom Wunsch, wie auch gezwungen, sich in der Welt zu arrangieren und zu entwickeln: Yuko Kaseki während ihrer Tanzperformance in der Kernmacherei. Foto: Trenkle Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Wolfgang Trenkle

Villingen-Schwenningen. Ein geöffneter Flügel und ein Paar Pumps mit hohen Absätzen vor dem Mikrofon. Mehr Requisiten bedurfte es in der ersten Aufführung der Reihe "Kernmacherei 3" dieses Jahres nicht. Erstaunlich viele Gäste zog es in den Hinterbühnenraum des Villinger Theaters am Ring.

Der schwarze Vorhang geht nicht auf. Er bewegt sich lediglich stark vor und zurück, weht hin und her. Dahinter windet sich offenbar ein Wesen und sucht verzweifelt, in den Raum zu gelangen. Es wickelt sich schließlich eng in den Vorhang. Mehr ist vorerst allerdings noch nicht zu erkennen.

Nur passende Klänge vom Flügel davor sind zu hören. Pianist Antonis Anissegos mit bizarr verborgen gehaltenem Gesicht hat die Saiten mit allerlei Gegenständen belegt. Jeder Tastendruck klingt somit ungewohnt, vibrierende Metallstücke erinnern beispielsweise eher an ein Xylophon denn an ein Klavier.

Schließlich entwickelt sich Tänzerin Yuko Kaseki aus dem Vorhang und wirft sich ins Leben – halb umrundet von zwei Stuhlreihen mit 60 Zuschauern. Dass da ein graziles und sehr bewegliches Wesen die Bühne betreten wird, wurde den Zuschauern bereits zuvor mit einem eindrücklichen Schattenspiel angekündigt.

Was folgt, kann als ständig fortgesetzter Entwicklungskampf mit und in der Welt interpretiert werden. Ausdrucksstark bewegt sich die japanische Tänzerin vom Krabbeln bis zum souveränen Stolzieren über die Bühne. Dabei spielt sie manchmal in den spinnenähnlich zögernd und dann schnellsten Bewegungen mit dem Vorhandenen: mit sich, mit dem Flügel, mit dem Pianisten, mit dem Publikum. Einer Raupe gleich sucht sie beispielsweise ihr schwarzes Outfit abzustreifen. Zuerst alleine, mit den Pumps darin verheddert, muss ihr später ein erwählter Zuschauer dabei helfen.

Bizarr, expressiv, surreal – solche Worte beschreiben wohl am besten die tänzerische Performance des Duos Kaya aus Berlin. Immer wieder verheddert der Mensch sich im Leben, so wie die Tänzerin sich in ihren Kleidern, dem Mikrofonkabel, der Beziehung zum Pianisten oder dem Vorhang beim Auf- und Abtritt. Und immer wieder ist Hoffnung auf die nächste Szene da, auf das nächste Stück Leben. Das Duo Kaya in der Kernmacherei in Villingen: ein eindrücklicher traumtänzerischer Zwischenstopp zwischen Auftritten in Japan und den USA.

 
 

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Cornelia Spitz

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