Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären Begriffe.

In der 20. Folge dieser Serie geht es um verläppere, verlättere und verlechere.

"Verläppere" heißt Flüssigkeiten unachtsam verschütten, verspritzen oder überschwappen lassen. "Verlättere" ist eine regionale Variante zu dem Wort, zum Beispiel in Südost-Baden.

"Verlechere" nennt man es einerseits so, wenn Holz­gefäße durch Austrocknen Risse bekommen, andererseits, wenn man durch Befeuchten diese Risse wieder abdichten kann.

Das Wort kommt von lech, oder leck aus dem Niederdeutschen. Einen "verlecherten Dachkäner" also Dachrinne, kann man zum Beispiel ganz deutlich erkennen am Münsterbrunnen in Villingen, an der Darstellung aus der Biedermeierzeit. Noch genauer zeigt es sich an der Seite der Romanik. Dort sieht es so aus, als würde sich eine Frau, eventuell eine sparsame Schwäbin, ihre "Hoor" mit Regenwasser aus dem "Dachkäner abwäsche". Falls der Regen sauer ist, spart sie dann auch noch die Essigspülung.