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Villingen-Schwenningen Corona-Zwangspause hinterlässt Spuren

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Die Einkaufslaune in Corona-Zeiten ist getrübt - das spüren vor allem die Einzelhändler. Foto: Neß

Villingen-Schwenningen - Die Innenstädte der Doppelstadt sind wieder belebt. Doch trotz der Lockerungen im Einzelhandel ist die Corona-Krise nicht spurlos an den Händlern vorbeigezogen. Man spürt die Angst und Unsicherheit der Kunden. Einig sind sich alle: Von Normalität kann noch nicht die Rede sein.

Die Einzelhändler in Schwenningen haben seit einigen Wochen wieder geöffnet. Doch die Nachwirkungen von der Zwangspause sind noch immer zu spüren. "Der Betrieb ist relativ durchwachsen", äußerte sich Eva Jauch gegenüber dem Schwarzwälder Boten. Seit über 50 Jahren betreibt sie das Fachgeschäft für Haushaltswaren und Porzellan "Jauch-Gula" in der Marktstraße in Schwenningen. Ihr Betrieb sei nach dem Neustart nur sehr langsam wieder angelaufen, erklärt sie sich auf Nachfrage. Die Tage unmittelbar nach der Wiedereröffnung seien noch sehr ruhig gewesen. Erst nach und nach sei wieder ein Gefühl von Normalität zu spüren.

Trotz Schließung täglich im Geschäft

Viele ihrer Stammkunden seien im fortgeschrittenen Alter und gehören somit zur Corona-Risikogruppe, erklärt die Inhaberin des Ladens. "Man spürt bei vielen die Angst und die Unsicherheit." Dafür habe sie natürlich auch Verständnis: In Einzelfällen hat sie den Kunden auch schon bestellte Ware persönlich vorbei gebracht.

Trotz des anfänglich fehlenden Betriebs, habe sie alle Hände voll zu tun. Eine ihrer Mitarbeiterinnen, die normalerweise für die Büroarbeit zuständig ist, sei Risikopatientin und ist deshalb aktuell nicht im Laden. "Und auch als wir geschlossen hatten, war ich trotzdem jeden Tag im Geschäft."

Viele verbringen Zeit in der Küche

Dankbar ist Jauch über das durchaus gute Einkaufswetter, welches die Menschen wieder vermehrt zu einem Stadtbummel verleitet. "Die Leute schätzen es, wieder raus zu kommen", freut sie sich merkbar. Immer mehr auch "auswärtige" Kunden suchen gezielt ihr Geschäft auf, um Besorgungen nachzugehen. Viele verbringen ihre Zeit aktuell scheinbar in der Küche – besonders gefragt in Zeiten von Corona seien Backformen und andere Backartikel.

Das Geschäft "Coffee, Tea, Candies" in der Marktstraße durfte aufgrund des speziellen Warenangebots, das sich fast ausschließlich auf Lebensmittel beschränkt, ohne Pause geöffnet haben. "Zum Glück", wie Inhaberin Natascha Licciardello findet.

Keine Laufkundschaft während Lockdown

Anfangs sei sie sich nicht sicher gewesen, ob sie ihr Geschäft schließen muss. Bei mehreren Anlaufstellen habe sie unterschiedliche Auskünfte bekommen – bis sie schlussendlich von der Industrie- und Handelskammer (IHK) grünes Licht bekam, da ihr Laden dort als ein Lebensmittelgeschäft eingetragen ist.

Doch der "Lockdown" sei trotz der unveränderten Öffnungszeiten auch an ihrem Geschäft nicht unberührt vorbei gezogen. Die Laufkundschaft, die sonst während eines Stadtbummels gerne mal bei ihr im Geschäft vorbei schaut, ist in dieser Zeit komplett weggefallen. Viele ihrer Kunden hätten auch nichts davon gewusst, dass ihr Lebensmittelfachgeschäft trotz des Verkaufsverbots für Einzelhändler weiterhin geöffnet war, erklärt Licciardello.

Lieferservice war gefragt

Besonders gefragt während dieser schwierigen Zeit war hingegen ihr Angebot zum Lieferdienst. Vor allem die älteren Stammkunden hätten diesen Service bevorzugt, Doch seit einigen Wochen steigt der Betrieb laut der Inhaberin wieder an. Die Geschäfte würden langsam wieder anlaufen und sie habe das Gefühl, das langsam aber sicher wieder Alltag eintritt.

Auch in Villingen zeigen sich die Händler mit gemischten Gefühlen. Der dort herrschende anfängliche Andrang, bei dem die Einzelhändler förmlich überrannt wurden, habe nachgelassen, die Kunden seien verhalten. Andere hingegen berichten, dass das Geschäft läuft. Von Normalität ist allerdings noch nicht viel zu spüren.

"Geschäft hat stark nachgelassen"

"Viele Kunden würde ich mir wünschen", berichtet Patrick Ziegler, Inhaber des Musikhauses Guitarra in der Villinger Innenstadt. "Man merkt die Sorgen der Leute", erzählt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. In der ersten Woche nach der Wiedereröffnung sei das Geschäft richtig gut gelaufen, dann hätten sich die Leute aber zunehmend zurückhaltend gezeigt. "Die Leute sind verunsichert", erklärt Ziegler. "Das Geschäft hat stark nachgelassen."

Als Verkaufshämmer vermutet er unter anderem die Schutzmaßnahmen, wie das Tragen des Mundschutzes, genauso wie die Kundenbeschränkung auf lediglich zwei Personen, wodurch öfter längere Wartezeiten entstehen. "Das Einkaufen macht einfach nicht so viel Spaß", glaubt er. Auch die finanzielle Lage, so vermutet er, sei ein Problem seiner Kunden. Größere Anschaffungen wie beispielsweise eine Gitarre, würde im Moment keiner machen.

Regeln werden größtenteils eingehalten

Deutlich positiver fällt der Bericht von Regine Kübler, Buchhändlerin bei Morys Hofbuchhandlung, aus. Die Leute würden das Angebot gut nutzen. Die Kundenmenge sei zwar überschaubar, allerdings sei das kein ungewöhnliches Phänomen. "Es gibt auch in normalen Jahren Tage, an denen weniger Leute kommen", berichtet sie. An sich sei sie mit der Resonanz zufrieden.

Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen sei darüber hinaus "überhaupt kein Thema", erklärt Kübler. Manchmal würden die Kunden den Mundschutz noch vergessen aufzusetzen, ihn auf Hinweis aber ohne Probleme aufziehen. Der Abstand werde ebenfalls gut eingehalten.

Komische Situation mit den Masken

Christa Schlenker von "Mascha Wolle" in der Kanzleigasse ist ebenfalls zufrieden mit dem aktuellen Geschäft, auch wenn es schwer sei, das zu beurteilen, da sie ihren Laden ohnehin erst im September vergangenen Jahres eröffnet hat und damit keinen Vergleich zum Vorjahr habe. "Die Menschen handarbeiten, weil sie Zeit haben", vermutet sie den Grund für die Nachfrage. Von Normalität könne allerdings noch nicht die Rede sein. "Es ist eine komische Situation mit den Masken", erzählt sie. Im Vergleich zu den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung habe der Andrang jedoch nachgelassen.

An die Schutzmaßnahmen würden sich die Kunden klaglos halten, der Abstand wird eingehalten und gegebenenfalls vor der Tür gewartet. Denn lediglich zwei Personen dürfen sich gleichzeitig in ihrem Geschäft aufhalten.Sie selbst trage ebenfalls dauerhaft einen Mundschutz, lüfte und desinfiziere regelmäßig. "Ich habe Glück mit meinem Angebot, das der Beschäftigung dient", erzählt sie. Sie vermutet, dass es ihre Kollegen in anderen Branchen zurzeit schwieriger haben.

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