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Villingen-Schwenningen Continental bildet Flüchtlinge aus

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Sie loben das Engagement zur Integration (von links): IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez, Nico Husseck (Jobcenter), Artur Maiberg (Arbeitgeberservice Agentur für Arbeit), Abdullah Sojudi, Michael Waller (Personalleiter Continental), Moheddin Alchini, Clemens Boog (Ausbildungsleiter Continental ), Mustafa Mohammad und Ludger Trilken (Continental-Standortleiter). Foto: IHK

VS-Villingen - Der Königsweg der Inte­gration führt über den Arbeitsmarkt, wie jetzt beim größten Arbeitgeber von Villingen-Schwenningen, der Continental AG, deutlich wurde.

Sehr beeindruckt von der Zielstrebigkeit, Leistungsbereitschaft und sehr guten Sprachkenntnissen junger Asylbewerber zeigte sich Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, während eines Arbeitsbesuches in der Lehrwerkstatt der Continental AG in Villingen. Dort haben mit Nour Al-Mohamadi, Moheddin Alchini (beide aus Syrien) und Abdullah Sojudi (Irak) jetzt drei Flüchtlinge ihre Ausbildung in Form einer Einstiegsqualifizierung (EQ) begonnen. "Der Königsweg der Integration führt über den Arbeitsmarkt", dankte Thomas Albiez gleichzeitig Continental-Standortleiter Ludger Trilken für das Engagement des Unternehmens. Alle drei Asylbewerber werden im gewerblichen Bereich zum "Elektroniker für Geräte und Systeme" ausgebildet.

Ausbildungsleiter Clemens Boog erklärte, dass sie sich in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren durchgesetzt und somit die Chance redlich verdient haben: "Wir haben zahlreiche Bewerbungsgespräche geführt und echte Leistungstests unternommen", zeigte er sich optimistisch, dass jeder einzelne die Anforderungen bewältigt.

Alchini kam mit der Familie von Ägypten aus über das Mittelmeer. "Wir waren sechs Tage auf dem Wasser", berichtete er. Al Mohammadi vertraute sich mit der Familie einem Boot in Libyen an, Sojudi flüchtete allein über die Türkei, die Ägäis und weiter über die Balkanroute. Um den Willen und die Motivation der neuen Kollegen muss sich Boog also schon mal keine Gedanken machen.

Nour Al Mohammadi sagte unter zustimmenden Nicken ihrer beiden männlichen Kollegen: "Ich möchte in Deutschland richtig viel lernen, und hoffentlich können wir in der Zukunft dann dabei helfen, unser Land wieder aufzubauen."

"Sie sind jetzt ein Teil von Continental"

Trilken hieß die neue Kollegin und die beiden neuen Kollegen noch einmal ausdrücklich willkommen: "Sie sind jetzt Wir, Sie sind jetzt Teil von Continental." Das Engagement sei keine symbolische, einmalige Aktion, sondern ganz ausdrücklich nachhaltig angelegt. Als global agierendes Unternehmen profitiere die Continental AG täglich von der interkulturellen Kompetenz seiner Beschäftigten. "Deshalb bin ich sicher, dass dieses Projekt Erfolg haben wird."

Während Nour Al-Mohamadi, die 19-Jährige stammt wie Alchini aus Damaskus, ein syrisches Abitur vorweisen kann, haben die beiden jungen Männer in so genannten Vorbereitungsklassen den Hauptschulabschluss erworben. "Ihre Deutschkenntnisse sind bereits sehr gut gewesen und jetzt natürlich noch besser", trägt laut Boog die Arbeit in diesen Vorbereitungsklassen Früchte. Dass man zunächst auf der Basis der Einstiegsqualifizierung und nicht direkt mit einem Lehrvertrag startet, will der Ausbildungsleiter als Vorsichtsmaßnahme gegen Überforderung verstanden wissen. "Es besteht im Rahmen der EQ die Möglichkeit, das Jahr ganz oder zu Teilen auf die Ausbildung anzurechnen. Der Idealfall wäre also, wenn wir die drei im kommenden Jahr direkt ins zweite Ausbildungsjahr übernehmen könnten."

Auf alle Fälle absolvieren die drei jungen Leute das gleiche Programm wie die "regulären" Auszubildenden, und ebenso erhalten sie die volle Ausbildungsvergütung.

Auf den reibungslosen Übergang ins Ausbildungsverhältnis setzen auch Hugo Frey, Mustafa Mohammad und Nico Husseck. Hugo Frey arbeitet als Projektleiter der IHK an der Vermittlung von Asylbewerbern, Mustafa Mohammad unterstützt ihn dabei im Rahmen einer gemeinsamen Projektstelle mit der Handwerkskammer, Nico Husseck zählt zum Team des Jobcenters, und gemeinsam sind sie Türöffner, Überzeuger, Coach, Möglichmacher und Ansprechpartner gleichermaßen für Unternehmen wie Asylbewerber. "Die tolle Zusammenarbeit und die Unterstützung von dieser Seite machen mich so optimistisch, dass wir Erfolg haben werden", freut sich Boog über dieses funktionierende Netzwerk. Die Integration junger Asylbewerber in die Ausbildung sei nicht nur gut zu schaffen, sondern eine echte Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Derweil hoffen Frey und Husseck, weitere Mitstreiter und Nachahmer in Gestalt weiterer Unternehmen zu finden: "Breite Unterstützung können wir jetzt schon zusagen." Und auch Boog bekräftigt: "Wenn andere Ausbilder praktische Tipps und Erfahrungen benötigen, stehe ich jederzeit gerne als Ansprechpartner zur Verfügung."

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