Freie Fahrt gibt es bei den neuen Bushaltestellen wohl nur, wenn dort kein Bus hält. Foto: Eich

Friedrichspark: Stadträtin Renate Breuning (CDU) kritisiert die neuen Haltestellen am entstehenden Wohngebiet.

VS-Villingen - Kaum ist das Richtfest an den ersten Mehrfamilienhäusern im neuen Wohngebiet Friedrichspark auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses gefeiert, schon droht hier der erste Streit. Wie Renate Breuning, CDU-Stadträtin, in einem Brief an unsere Zeitung erklärt, wird hier zukünftig offenbar der Verkehr ausgebremst.

Denn kurz vor Fertigstellung der beidseitigen Bushaltestelle, die zudem noch ein Wartehäuschen erhält und an der eine Ampel installiert wird, werde deutlich, was zwischen dem Friedrichspark und dem St.-Konrad-Kindergarten geplant wurde: "Bushaltestellen in beiden Richtungen direkt auf der Fahrbahn, wobei bei jedem Bushalt der Autoverkehr komplett gestoppt wird."

Busspur fällt zukünftig weg

Die Ausstiegsplattformen seien behindertengerecht hoch, die Fahrbahnbreite zwischen Ausstieg und Mittelinsel hat genau die vorgeschriebene Mindestbreite von 3,50 Meter. Das Problem: Ein Vorbeifahren am haltenden Bus wird nicht mehr möglich sein. Der große Aufschrei blieb laut der Stadträtin bislang vor allem wohl deshalb aus, weil den meisten Nutzern dieser Straße aus der Hammerhalde, Pfaffenweiler und Tannheim und den auswärtigen Fahrern bisher nicht bewusst geworden sei, was hier gebaut wurde – "weil der Bus zur Zeit ja durch den neben der Straße liegenden Parkplatz fährt."

Die Kritik von Renate Breuning zielt vor allem darauf, dass links und rechts neben der Straße genug Platz gewesen sei. Doch die derzeit existente Busspur soll wegfallen, "denn der Bauträger Topbau, Käufer des ehemaligen Klinikgrundstücks, will hier auch noch Wohnbebauung verwirklichen."

Vom städtischen Bauamt wurde Breuning auf Nachfrage gesagt, "das mache man doch jetzt immer so; allerdings konnte man mir kein einziges Beispiel nennen, wo das entsprechend schon verwirklicht wurde."

Der Bauträger Topbau hingegen gab an, dass die Planung vom städtischen Bauamt so verlangt worden sei, "weil es da eine europäische Richtlinie gebe". Als Gipfel des Ganzen soll die Stadt nach Aussage der Stadträtin auch noch fordern, vier Bäume auf die Verkehrsinsel zu pflanzen.

EU-Verordnung?

Sie hinterfragt hierbei kritisch: Wie könne es sein, dass man in der Vöhrenbacher Straße, die als Ausfallenstraße zählen würde, "das Ausbremsen des Autoverkehrs bis zum Stillstand" hinnimmt? Breuning: "Hier würde das Regierungspräsidium nicht mal eine Tempo 30-Zone genehmigen!" Zwar habe der Gemeinderat natürlich den Bebauungsplan gesehen – hier sei aber nicht zu erkennen gewesen, wie die eingetragene Bushaltestelle gestaltet werden soll.

Schildbürgerstreich oder eine EU-Verordnung? Den Autofahrern dürften die Gründe für diese Planung egal sein – die Folge hingegen weniger. Ihre Forderung ist deshalb, dass die Verantwortlichen sich überlegen sollen, "wie diese Stelle verträglich für alle Verkehrsteilnehmer geändert werden kann".