Schrei-Wettkampf: Jugendpolizei gegen Blechtrommler
VS-Villingen. Als sie am späten Sonntagnachmittag in der Niederen Straße am Katerbrunnen ankamen, staunten Generalfeldmarschall Dominik Schaaf und seine Katzenschar nicht schlecht: der Brunnenstock war bereits von einer Glonkifigur besetzt. Und zwar von dem Pappmaschée-Exemplar, das der Katzenmusikverein der Glonki-Gilde im vergangenen Jahr geschenkt hatte. Und jetzt machten die Beschenkten sich hier einfach breit und verdrängten die Katerfigur von ihrem Brunnen – welche Anmaßung!
Zudem war mit Patrick Beikirch ein höchst selbstbewusster Glonki am Mikrofon, der den Platz im Namen seiner Gilde nicht kampflos aufzugeben bereit war. Schaaf blieb trotz aller Empörung – und weil er die körperliche Auseinandersetzung mit Glonkivatter Günther Reichenberger und "seinen mächtigen Pranken" scheute – gelassen und bot der Gilde einen Wettstreit um den Platz auf dem Brunnen an.
Die Jugendpolizei des Katzenmusikvereins trat in einem Schrei-Wettkampf gegen die jungen Blechtrommler an, den die Blau-Weißen nur aufgrund unerlaubter Mittel – ihren Trommeln – gewannen.
Da blieb dem Generalfeldmarschall nur doch ein Freikauf übrig: er ließ an jeden Mini-Trommler Schokolade verteilen – und der Kater dufte dann unter den Augen seiner Patentanten, den Alten Jungfern, endlich von Klaus Neininger und Klaus Quandt auf dem Brunnenstock fixiert werden.
Schaaf tröstete die Glonkis mit der Aussicht, dass Oberbürgermeister Jürgen Roth, der "neue Besen", vielleicht schon im nächsten Jahr einen "Glonkibrunnen" hergäbe, "dann haben wir alle einen". Wie gerufen, stand Roth plötzlich selber da, ging der direkten Nachfrage Schaafs, ob man denn schon den Schnitzauftrag für einen Brunnenglonki in Auftrag geben könnte, geschickt aus dem Weg – "das besprechen wir heute Abend".
Im sechsten Jahr erlebten das Katerbrunnenschmücken noch mehr Menschen mit als bisher. Zu den Klängen der "Katzenmusik-Musik", dem großen Orchester der Stadtharmonie, unter der Leitung von Mario Mosbacher und dem Spielmannszugführer Peter Schmid, wurde gesungen und geschunkelt.
Den eher mäßigen Wetteraussichten für die nächsten Tage sagte Schaaf zum Abschluss den Kampf an: "Wenn es Katzen hagelt, kriegen wir wenigstens neue Mitglieder".