Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen Bokis Jungs geht's in Spanien an den Kragen

Von
Spanische Spezialkräfte nahmen bei der Razzia gegen die United Tribuns insgesamt 16 Personen fest. Foto: Spanisches Innenministerium

Villingen-Schwenningen - Während VS-Rotlichtkönig Armin Culum alias Boki unbehelligt in seiner Heimat lebt, geht es seinen Jungs in Spanien an den Kragen. Bei einer groß angelegten Razzia gegen die United Tribuns wurden 16 Personen festgenommen. Welches illegales Geschäftsfeld die rockerähnliche Gruppierung von Boki mittlerweile im Fokus hat und wie für eine Vormachtsstellung gesorgt werden konnte, lesen Sie im  (Schwabo plus)-Artikel.

Schwer bewaffnet und maskiert rücken die Spezialkräfte der spanischen Polizei vor, brechen mit dem Rammbock eine Wohnungstüre auf und nehmen kurz darauf Tatverdächtige fest. Bei der anschließenden Durchsuchung wird nicht nur haufenweise Bargeld entdeckt – die Beamten präsentieren darüber hinaus Drogen, aber auch Jacken mit der Aufschrift "United Tribuns". Die Aufnahmen, die das spanische Innenministerium veröffentlicht hat, dürften dem Gründer der rockerähnlichen Gruppierung, Armin Culum, gar nicht gefallen.

16 Mitglieder der United Tribuns festgenommen

Denn bei der Polizeiaktion in der vergangenen Woche in Spanien wurden insgesamt 16 Mitglieder der United Tribuns, die Boki in Villingen-Schwenningen gegründet hat, festgenommen. Sechs sind nach neuesten Informationen der Zeitung "Ultima Hora" weiterhin in Haft, auch der Präsident des spanischen Ablegers kommt nach der Entscheidung des Gerichts vorerst nicht auf Kaution frei.

Wie das spanische Innenministerium in einer Pressemitteilung erklärt, sei die Gruppe, die sich im März 2018 zunächst am Ballermann auf Mallorca niedergelassen hatte, insbesondere in Drogenhandel, Prostitution und Geldwäsche verwickelt, gleichzeitig fungierten die Mitglieder teilweise als Sicherheitskräfte von verschiedensten Nachtclubs und Bordellen. Die United Tribuns hätten sich nach der Gründung auf Mallorca schnell auf der gesamten iberischen Halbinsel ausgebreitet – unter anderem auch in Barcelona, Madrid und Valencia.

Mit perfiden Methoden Drogenmarkt kontrolliert

Es ist demnach erwiesen, dass die rockerähnliche Gruppierung, die weltweit rund 1700 Mitglieder hat, synthetische Drogen herstellte, um diese unters Volk zu bringen. Die United Tribuns sollen darüber hinaus mit einer anderen perfiden Methode den Drogenmarkt kontrolliert haben. Wie die spanische Polizei berichtet, seien die Mitglieder als falsche Beamte aufgetreten und hatten bei Kontrahenten Drogen "beschlagnahmt", damit deren Verkauf gestoppt und somit für eine gewisse Vormachtstellung gesorgt. Mit Waffengewalt sollen zudem Feinde eingeschüchtert worden sein. Die Methoden zeichnen daher ein brutales Bild des Vorgehens der United Tribuns. Die Gruppe soll vor Ort nach Angaben der Polizei zudem mit radikalen und gewalttätigen Rechtsextremisten kooperiert haben, "insbesondere Fußballgruppierungen und Neonazi-Organisationen".

Neben Drogen – Amphetaminwirkstoffe, ein Kilo Kokain sowie eine Marihuana-Plantage­ – und Bargeld beschlagnahmten die spanischen Beamten bei den Durchsuchungen von insgesamt 18 Objekten in mehreren spanischen Städten auch diverse Polizeiausrüstungsgegenstände.

An der Aktion waren darüber hinaus Europol, die Polizeibehörde der Europäischen Union, mit zwei mobilen Einheiten sowie das deutsche Bundeskriminalamt beteiligt. Demnach beschäftigen sich mehrere europäische Ermittler mit den Machenschaften der rockerähnlichen Gruppierung, die ihren Fokus ganz offensichtlich nicht auf das Motorradfahren, sondern vielmehr auf kriminelle Aktivitäten gelegt hat.

Boki lebt unter neuer Identität

Die Razzia hat ebenso deutlich gemacht, dass Handel mit Rauschgift eine immer wichtigere Rolle bei den United Tribuns spielt. Das zeigen auch die aktuellen Recherchen im Umfeld von Boki. Nachdem dieser zunächst insbesondere aufgrund von Menschenhandels und Ausbeutung von Frauen durch Prostitution zur Rechenschaft gezogen werden sollte, soll er nun dick im Drogengeschäft stecken. Darüber hatte der Schwarzwälder Boten bereits im vergangen Dezember exklusiv berichtet.

Demnach arbeitet Boki gemeinsam mit seinem Bruder Nermin – die beiden sind mittlerweile unter neuen Identitäten unterwegs – von ihrer Heimat in Bosnien und Herzegowina mit dem international tätigen Drogenkartell "Tito und Dino" zusammen. Recherchen hatten ergeben, dass die Brüder eine Reise zu südamerikanischen Beschaffungszentren des Kartells unternommen hatten, welches zu den 50 stärksten weltweit zählt.

Der dortige Besuch war offenbar trotz des internationalen Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Konstanz möglich. Vermutet wird demnach, dass sowohl Boki als auch sein Bruder in der Heimat eine gewisse Immunität gewährt wird. Anders lasse es sich laut Insidern nicht erklären, dass die Culums in Bosnien und Herzegowina völlig unbehelligt leben können. Boki konnte sich kurz vor einer Razzia in VS im Sommer 2009 in seine Heimat absetzen, die dortigen Polizeibehörden verweigern seitdem die Auslieferung des Kriminellen.

Fotostrecke
Artikel bewerten
9
loading

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.