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Villingen-Schwenningen Bewegung "Seebrücke" will Lokalgruppe gründen

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Timo Schmieder, Henry Dubois, Marcel Singer, Nicola Schurr und Patrick Rösgen (von links) informieren im Klosterhof über die "Seebrücke". Foto: Heinig

Villingen-Schwenningen - Dass Flüchtlinge im Mittelmeer europäisches Land nicht betreten dürfen und die, die sie vor dem Ertrinken retten, kriminalisiert werden, das wollen die Aktivisten der bundesweiten Bewegung "Seebrücke" nicht hinnehmen und dafür möglichst viele Lokalgruppen gründen - auch in VS.

Zu einem ersten Treffen für Interessierte hatte eine Handvoll Engagierter in den Klosterhof eingeladen und rund 20 Menschen kamen. Nicola Schurr, Patrick Rösgen, Marcel Singer, Timo Schmieder und Henok Mehretab werteten die Resonanz als Erfolg und kündigten zeitnah erste Aktionen an.

Erste Aktionen bereits in Planung

Dafür sind Ideen gefragt. Henry Dubois von der Freiburger Lokalgruppe, der zeitweise hauptamtlich für das Berliner Büro der "Seebrücke" tätig war, gab einen Einblick in die Bewegung. 2018 musste die "Lifeline" mit Kapitänin Carola Rakete und 234 Flüchtlingen an Bord tagelang auf hoher See ausharren, weil sie an keinem europäischen Hafen anlegen durfte. Statt Solidarität zu zeigen, trugen die europäischen Politiker ihre Machtkämpfe aus und "traten damit internationales Menschenrecht mit Füßen", heißt es in einer Broschüre. "Unerträglich und widerwärtig" fanden das die Gründer der Seebrücke, in deren Namen sich in bisher rund 160 Städten lokale Gruppen gründeten. Genauso viele, wenn auch nicht deckungsgleich, wie es Kommunen gibt, die sich seit dem Drama um die "Lifeline" dazu bereiterklärten, Flüchtlinge, die über das Mittelmeer kamen und sich derzeit in griechischen Lagern drängen, bei sich aufzunehmen.

Villingen-Schwenningen gehört auch dazu. SPD-Stadtrat Nicola Schurr rief das äußerst knappe Abstimmungsergebnis vor einem Jahr in Erinnerung, als VS mit gerade einer Stimme Mehrheit zum "sicheren Hafen" wurde. Ein zweites, späteres Votum fiel immerhin schon etwas deutlicher für die Menschlichkeit aus. Damit sei jedoch noch nicht gewährleistet, dass VS tatsächlich Flüchtlinge aufnehme. "Dazu muss ein weiterer Antrag gestellt werden", so Schurr.

Der Gemeinde- und Kreisrat sowie Gründer des Vereins "VS ist bunt" will mit der VS-Lokalausgabe der Seebrücke zeigen, "wie viele wir sind, die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen würden". Die Stadt habe unter OB Rupert Kubon 2015 gezeigt, wozu sie fähig sei. Damals habe sie mehr Menschen aufgenommen, als sie hätte müssen. "Die Häuser stehen jetzt leer", man habe also Platz und auch die Strukturen. Es gelte nun, durch die Zusammenarbeit mit anderen fremdenfreundlichen Organisationen wie Refugio, ProAsyl, Job-Club und anderen zusammenzuarbeiten, weitere Mitstreiter zu gewinnen und Ideen für Einzelaktionen zu entwickeln, die zeigen "dass Menschlichkeit ein hohes Gut ist und wir dafür einstehen".

Erste Aktionen sind bereits in Planung. So wird im Kommunalen Kino "Guckloch" demnächst ein Film gezeigt, der eine Rettungsmission auf dem Mittelmeer dokumentiert und verdeutlicht, was dort nahezu tagtäglich passiert. Dabei wird schmerzhaft sichtbar: Die Retter treffen nicht nur auf mit Flüchtenden besetzte, sondern auch leere Schlauchboote.

Henuk Mehretab hat Glück gehabt. Der Eritreer kam vor fünf Jahren lebendig über Äthiopien, Libyen, Sizilien und Mailand nach Deutschland. "Hier bin ich jetzt zufrieden", sagt er in gutem Deutsch. Betroffene wie Henok sichtbar zu machen, etwa mit einem internationalen Freundschaftsfest im Klosterhof, schlug der Vorsitzende des Jugendförderungswerkes, Dieter Sirringhaus, vor.

Weitere Informationen: Wer sich für eine Mitwirkung interessiert und/oder Ideen für Aktionen hat, kann sich melden unter Telefon 0152/17 73 45 95 oder per Mail an seebruecke­­­_vs@outlook.de.

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