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Villingen-Schwenningen Beim Abi kommen diesmal auch Lehrer in Stress

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Zum ersten Mal heißt es, die Prüfungsaufgaben selbst auszudrucken und zusammenzuheften. (Symbolfoto) Foto: Weihrauch

Villingen-Schwenningen - Beim Abitur kommen dieses Jahr nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer und Sekretariat ins Schwitzen: Zum ersten Mal heißt es, die Prüfungsaufgaben selbst auszudrucken und zusammenzuheften. Die Gymnasien in der Doppelstadt haben sich vorbereitet und hoffen, dass alles wie am Schnürchen läuft.

Dass diese Arbeit auf die Schulen zukommt, ist die Konsequenz, die das Kultusministerium Baden-Württemberg aus Einbrüchen in Schulen im Vorfeld der Abiturprüfungen in den vergangenen Jahren gezogen hat. Um die Klausurthemen nur noch so kurz wie möglich zu lagern und Diebe gar nicht erst in Versuchung zu führen, landen dieses Jahr keine dicken Papierstapel mehr in den allgemeinbildenden Gymnasien, sondern nur noch USB-Sticks mit codierten Aufgaben für Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch. Das Passwort zum Entschlüsseln erhalten die Schulen erst am jeweiligen Prüfungstag um 6 Uhr.

Im Vorfeld hatten die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und einige Schulen im Land das neue Verfahren kritisiert und Zweifel geäußert, dass es funktioniert. In Villingen-Schwenningen sehen die vier allgemeinbildenden Gymnasien dem 30. April zwar mit Spannung entgegen, aber auch der Sicherheit, bestens auf den Ablauf vorbereitet zu sein, wenn das Abitur mit den Deutschprüfungen beginnt.

Probedurchlauf klappt

Bei einem Probedurchlauf, an dem sich alle Schulen beteiligt hätten, habe alles geklappt, stellt Jochen von der Hardt, Rektor des Villinger Gymnasiums am Romäusring, fest. Dieser Test sei wichtig gewesen, um zu sehen, ob der Umgang mit der Technik sitzt und die EDV-Anlage überhaupt den Ansprüchen gewachsen ist. Ab 6 Uhr sei das Sekretariat an den Prüfungstagen besetzt, dann sei das Ducken der Aufgaben für 75 Abiturienten angesagt. "Wir sind gewappnet", zeigt er sich sicher, dass nun auch in der Praxis alles reibungslos über die Bühne geht. Gerade auch dank der tollen Unterstützung seitens der Stadt, die zudem für die Prüfungstage eine Rufbereitschaft für Kopiergeräte und die EDV-Anlage eingerichtet habe.  "Und da wir in Villingen drei Gymnasien haben, können wir uns gegenseitig aushelfen, falls eine Schule Schwierigkeiten hat", baut der Oberstudiendirektor auf den Zusammenhalt aller Kollegen.

Froh über die Hilfestellung seitens der Stadt ist auch Zoran Zürn, stellvertretender Schulleiter des Villinger Gymnasiums am Hoptbühl. Das Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport (Jubis) habe die Vorbereitungen begleitet, die Geräte gewartet und stehe gemeinsam mit Fachfirmen während des Abiturs auch ab 6 Uhr parat, falls Schwierigkeiten auftauchen. Denn einen gewissen Stressfaktor macht Zürn in dem ganzen Prozedere schon aus, zumal für die rund 70 Abiturienten an den vier Tagen rund 14 000 Kopien anzufertigen seien, die das Ministerium bisher angeliefert habe. Um den Schulen genügend Zeit für den neuen Auftrag einzuräumen, falle der Startschuss für die Prüfungen erst um 9 Uhr. Wenn der Fachlehrer das Thema ausgewählt habe, mache sich das Kollegium sofort ans Kopieren, das Fach Deutsch bringe allerdings einen besonderen Aufwand mit sich, dürften die Jugendlichen doch selbst aus verschiedenen Aufgaben auswählen.

Genügend Papier gekauft

Ob das tatsächlich so sinnvoll ist, stellt Rektor Johannes Kaiser von den St. Ursula-Schulen in Villingen in Frage. Immerhin seien hochbezahlte Führungskräfte an diesen Tagen mit der Arbeit beschäftigt, die bisher Druckereien übernommen hätten. "Wir tun unser Bestes, alles ist vorbereitet", gibt Kaiser dennoch die Devise aus. Genügend Toner und Papier seien eingekauft, um die Unterlagen für die 38 Abiturienten zu richten. Eine Firma habe eine Rufbereitschaft eingerichtet, falls die Technik versage. Aber natürlich sei es ein anspruchsvolles Ziel, in wenigen Stunden alles selbst zu erledigen. Und in St. Ursula sei eine weitere Hürde zu bewältigen: Zum ersten Mal sind gleichzeitig mit den Abitur- auch die Realschulprü fungen, und da es die zwei Abteilungen gebe, heiße es, beides parallel zu organisieren.

Manpower ist auch beim Schwenninger Gymnasium am Deutenberg gefragt. An den jeweiligen Prüfungsmorgen seien zur Entschlüsselung das Schulleitungsteam, also er als Schulleiter, sein Stellvertreter und mindestens ein Abteilungsleiter anwesend, er klärt Oberstudiendirektor Manfred Koschek. Das Sekretariat sei ebenfalls ab 6 Uhr besetzt, falls das Regierungspräsidium Freiburg die Schulen für Klärungen oder Informationen erreichen müsse. Das komme immer wieder mal vor. Zudem müssten die Kurslehrer an den betreffenden Tagen die Aufgaben nach dem ersten Ausdruck auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen. Dann gehe es ans Kopieren und Heften für 80 Abiturienten.

Gewisse Anspannung

Die Vorkehrungen seien getroffen, die beiden Kopierer gewartet und für alle anderen Aufgaben gesperrt, Papier- und Tonerreserven seien vorhanden. Zudem sei mit dem Jubis abgeklärt, dass Kopiererfirma und EDV-Betreuung bei Bedarf einen technischen Support stellen. "Wir sind also vorbereitet – trotzdem besteht eine gewisse Anspannung, da dies natürlich trotz Probelauf für uns Neuland ist", fasst Koschek die Stimmung im Kollegium zusammen.

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Cornelia Spitz

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