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Villingen-Schwenningen Autos sollen raus aus der Fußgängerzone

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Ja, sind wir denn hier auf der Autobahn? Verkehrsstarke Szenen wie diese aus dem Sommer 2018 sind keine Seltenheit in den Fußgängerzonen in VS. Foto: Eich (Archivbild)

Villingen-Schwenningen - Die weiße Silhouette einer Frau mit Kind an der Hand auf blauem Rund, so wird signalisiert: Hier beginnt die Fußgängerzone. Der Rest ergibt sich eigentlich von selbst: ein verkehrsberuhigter Bereich, Straßencafés zum Sitzen und Plaudern, Schaufensterfronten zum Bummeln und immer wieder Personengrüppchen, die für einen gemütlichen Plausch mittendrin stehen in der Fußgängerzone. Doch die Realität in VS sieht oft anders aus: Lastwagen, die am helllichten Tag über das Kopfsteinpflaster rumpeln, geparkte Handwerker-Fahrzeuge, freie Sicht auf geparkte oder doch recht schnell fahrende Autos statt Schaufenster. Das Flair einer Flaniermeile ist dahin.

Das muss sich ändern, findet die Stadtverwaltung und strebt eine "Neuordnung des Befahrens von Fußgängerzonen mit Kraftfahrzeugen" an – auch, weil der öffentliche Druck zugenommen hat. Durch die zahlreichen Baustellen in der Bickenstraße im vergangenen Jahr etwa häuften sich die Beschwerden von Bürgern und Einzelhändlern. Zahlreiche Handwerker- und Transport- sowie Privatfahrzeuge, die regelmäßig durch die Fußgängerzonen fahren oder dort gar über einen längeren Zeitraum geparkt werden, wurden moniert. Ebenso eine immer stärkere Frequenz von Kurier- und Paketdiensten selbst außerhalb der genehmigten Lieferzeiten.

War man in der Doppelstadt zu lax im Umgang mit Sondergenehmigungen und Verstößen? Offenbar. Bei der Recherche in anderen Städten stellte die Verwaltung fest: "Bezogen auf die Stadt Villingen-Schwenningen kann jedenfalls gesagt werden, dass hier mit am wenigsten Einschränkungen für die verkehrliche Benutzung der Fußgängerzonen vorhanden sind. Dadurch erklärt sich letztlich auch das insgesamt hohe Verkehrsaufkommen." Jetzt will man aufräumen.

Kürzere Lieferzeiten

So will man die Lieferzeiten von bislang Mitternacht bis 11 Uhr beziehungsweise am Samstag 8 Uhr nun auf ein kleinere Zeitfenster von 6 bis 11 Uhr verlegen – abends soll künftig nur noch von 19 bis 22 Uhr geliefert werden dürfen anstatt bis Mitternacht.

Strikte Lieferzonen

An fünf Orten in Villingen sollen Lieferzonen ausgewiesen werden, die die Lieferdienste tagsüber nutzen müssen anstatt in die Fußgängerzone einzufahren. Realisiert werden sollen sie hier: Obere Straße (Fahrtrichtung rechts nach dem Oberen Tor), Riet­straße (Fahrtrichtung links nach dem Riettor), Niedere Straße/Romäusring (am Beginn der Fußgängerzone), Gerberstraße (Fahrtrichtung rechts nach der Schaffneigasse) sowie in der Bärengasse (Fahrtrichtung rechts, Beginn verkehrsberuhigter Bereich). Für Schwenningen wurde diese Überlegung verworfen, die Lieferdienste halten das nicht für notwendig.

Keine Freifahrtscheine

Jährliche Freifahrtscheine für Handwerksbetriebe sind passé. Stattdessen müssen Firmen jeweils im Einzelfall Genehmigungen einholen.

Mehr Kontrollen

Mit mehr Kontrollen will man die Verkehrsteilnehmer erziehen. Ein klärendes Gespräch mit dem Vollzugsbeamten, damit dieser das Knöllchen doch stecken lässt? Fehlanzeige. Unerlaubte Fahrten und Parkvorgänge will man strenger ahnden und nur noch in Ausnahmefällen "aufklärende Gespräche" führen.

Notfalls Poller

Und wenn alles nichts bringt? Dann drohen drastischere Maßnahmen, etwa feste, versenkbare Poller vor den Fußgängerzonen.

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