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Villingen-Schwenningen Aus der Metropole ins Hofgut

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Hohenkarpfen-Geschäftsführerin Susanne Ritzi-Mathé sowie die zukünftigen Auszubildenden Moulay Bakka und Carlos Fuentes (vonlinks) freuen sich auf eine Zukunft in der schwäbischen Provinz. Foto: Eich

Schwarzwald-Baar-Kreis. Fachkräfte aus dem Ausland – ein immer häufiger heiß diskutiertes Thema. Die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg hat nun zwei zukünftige Auszubildende aus Spanien in das Hotel Hohenkarpfen in Hausen ob Verena vermittelt.

"Der Empfang hier war unglaublich freundlich", freut sich Carlos Fuentes über das große Willkommen seitens der IHK und des Hotels Hohenkarpfen, in dem der 34-jährige Spanier seine Ausbildung als Koch beginnen möchte. "Wir wollen diese ganze Herzlichkeit durch unsere Arbeit zurückgeben", so der aus Madrid stammende Fuentes weiter.

Mit ihm ist auch Moulay Bakka nach Deutschland gereist. Der 33-jährige Marokkaner hat zuvor sieben Jahre in Barcelona gearbeitet und plant, sich als Restaurantfachmann ausbilden zu lassen.

Doch wieso führt sie der Weg ausgerechnet von den spanischen Metropolen in die schwäbische Provinz? "In Spanien wäre eine Ausbildung als Koch sehr theoretisch geworden", gibt Fuentes preis. Zuvor hatte er bereits einen neunmonatigen Kurs belegt, wollte aber noch weitere Erfahrungen sammeln. Dazu hat er nun in dem Hotel auf dem Hohenkarpfen die Möglichkeit. Etwas anders sieht es bei Bakka aus. "Ich habe in dem Bereich bereits einige Erfahrung, mir fehlt aber ein Abschluss", erklärt der 33- Jährige. Dies möchte er nun in Deutschland nachholen. Für das zweimonatige Praktikum in dem idyllisch gelegenen Hofgut, das die beiden vor ihrer geplanten, dreijährigen dualen Ausbildung absolvieren werden, spricht aber auch die Qualität des Hauses. "Es ist natürlich ein Unterschied, ob ich in einem Strandrestaurant tagtäglich Paella zubereite oder in einem guten Restaurant arbeite", so der Spanier mit einem Augenzwinkern. Einen idealen Ausbildungsplatz haben die angehenden Azubis in dem Hotel schon allein deshalb gefunden, da internationale Mitarbeiter in der Unternehmensphilosophie eine wichtige Rolle spielen.

"Für uns sind Globalisierung und Völkerverständigung, auch deshalb ein Thema, da wir Gäste aus vielen verschiedenen Ländern haben", erläutert Hohenkarpfen-Geschäftsführerin Susanne Ritzi-Mathé. Nach einer Anfrage seitens der IHK, bei dem Programm mitzumachen, willigte man daher sofort ein. Der Hohenkarpfen gibt sich aber auch weitsichtig, was den Fachkräftemangel angeht. "Man muss früh genug anfangen, sich um Fachkräfte zu bemühen, damit man nicht in ein Loch läuft", so Ritzi-Mathé weiter, die dabei auf immer weniger Absolventen in der Branche verweist.

Diesen Trend bestätigt auch Simone Schmidt von der IHK. "Die letzten zwei Jahre gibt es dort einen drastischen Rückgang der Ausbildungszahlen", erklärt die Projektleiterin für Fachkräfte den Ursprung der Problematik. Der Bedarf, den die Industrie- und Handelskammer ermittelt hat, versucht man nun durch junge ausländische Kräfte zu decken. Über eine Agentur, die sich auf die Vermittlung spanischer Azubis für deutsche Unternehmen spezialisiert hat, suchen sich Firmen passende Kandidaten. Mit Hilfe von Intensivkursen sollen die Bewerber außerdem sprachlich für ihre Zukunft in Deutschland fit gemacht werden.

"Der Vermittlungsprozess ging sehr schnell", freut sich Schmidt über die unkomplizierte Zusammenarbeit. Anfang Juli kamen Fuentes und Bakka auf diesem Weg nach Deutschland. Nach einer kurzen Eingewöhnung und einer Betriebsbesichtigung begann wenige Tage später der erste Arbeitstag. "Wir erklären den beiden zunächst den Ablauf und sie werden in ihre Bereiche eingeführt", berichtet Ritzi-Mathé den Beginn des Praktikums. Und wie sieht es mit der Sprache aus? "Wir verstehen mehr als zunächst gedacht", freuen sich die Neuankömmlinge auf das Kennenlernen einer neuen Kultur.

An eine Sache müssen sie sich dabei aber erst einmal gewöhnen. "Abendessen gibt es hier schon um 18 Uhr", wundert sich Fuentes, während Bakka lachend ergänzt: "Da isst man in Spanien manchmal erst zu Mittag!" Und die Zukunft? "Ich will hier für lange Zeit bleiben – wenn man zufrieden mit mir ist", sagt Fuentes. "Wir sind hierher gekommen, um zu bleiben", bestätigt Bakka.

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