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Villingen-Schwenningen Aufklärungsflug über VS: Überschall-Knall hallt lange nach

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Foto: Berg Foto: Schwarzwälder Bote

Villingen-Schwenningen - Es hat Ohren betäubend geknallt in VS. Doch was steckte hinter dem Lärm und einem Flug in Überschallgeschwindigkeit am Himmel über Villingen-Schwenningen im vergangenen Juli?

Im Sommer vergangenen Jahres schreckte der laute Knall von Militärjets die Menschen in der Doppelstadt auf. Ein Bürger wollte genauer wissen, was hinter dem Flug mit Überschallgeschwindigkeit steckte – und erfuhr nun nach einigen Hindernissen, dass ein Ernstfall im Luftraum nicht ausgeschlossen werden konnte.

Besorgte Bürger wählen den Notruf

8. Juli 2019, 11.35 Uhr – zwei Eurofighter der Bundeswehr überfliegen, etwa 13 Kilometer vom Oberzentrum entfernt, das Kreisgebiet in einer Höhe von fast 12.000 Metern und mit Überschallgeschwindigkeit. Das ohrenbetäubende Geräusch, als die Kampfjets die Schallmauer durchbrechen, sorgt bei zahlreichen Bürgern für Verunsicherung, mehrere Menschen wählen daraufhin den Notruf. Dort konnten die Bürger beruhigt werden, denn eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht.

Doch die Auskunft eines Sprechers des Luftfahrtamtes der Bundeswehr gegenüber dem Schwarzwälder Boten, dass zu diesem Zeitpunkt Luftfahrzeuge der Bundeswehr unterwegs waren und "der Einsatz unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen" erfolgte, reichte einem Bürger nicht aus. Über das Portal "Frag den Staat", über welches Anfragen an Behörden zur Beantwortung weitergeleitet werden, erbittet er öffentlich weitere Auskünfte zu jenem Einsatz über der Doppelstadt.

Einsatz war keine Übung

Doch aufgrund von Unklarheiten hinsichtlich der Zuständigkeit beim Kommando der Luftwaffe und des Luftfahrtamtes der Bundeswehr erhielt der Antragsteller erst nach einigen Monaten Auskunft zu den Hintergründen des Einsatzes am Himmel über Villingen-Schwenningen. Dabei wird klar: Es hat sich bei dem Einsatz damals nicht (mehr) um einen Übungsflug gehandelt.

Demnach seien nach Auskunft der Kommando Luftwaffe der Bundeswehr an jenem Tag zwei Eurofighter der schnellen Einsatzbereitschaft der Luftwaffe (Quick Reaction Alert) des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuenburg an der Donau zunächst rund um Ulm für einen Übungsschutzflug unterwegs gewesen.

Ziviles Flugzeug verliert Funkkontakt - Eurofighter werden gerufen

"Als gegen halb 11 vormittags im Westen Deutschlands ein ziviles Flugzeug die Funkverbindung zum Boden verliert, beantragt das Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luft- und Weltraum (NLFZ SiLuWeRa), stationiert im niederrheinischen Uedem, einen Einsatz dieser beiden Eurofighter", berichtet der zuständige Oberleutnant.

Dabei handelte es sich um ein britisches Flugzeug, das nach Angaben der Bundeswehr in London gestartet war und den italienischen Flughafen in Rom zum Ziel hatte. Auf dem Flug kam es jedoch laut Luftwaffe zu einem Zwischenfall: "Dieses Flugzeug verlor den Funkkontakt zum Boden und konnte auch nicht auf der Notfall-Frequenz erreicht werden."

Grund hierfür könne demnach eine fehlerhafte Funkverbindung beim Übertritt von Luftraumsektoren sein. In diesen Fällen sei es für zuständige Lotsen nicht möglich, die Maschine zu erreichen. Spätestens nach fünf Minuten, wenn alle Möglichkeiten der Kontaktaufnahme vom Boden aus erfolglos waren, würde der Wachleiter des betreffenden Kontrollzentrums den Vorfall an das NLFZ SiLuWeRa übergeben. "Ziel ist es dann, die Situation im Luftraum vor Ort aufzuklären. So auch in diesem Fall am 8. Juli 2019", berichtet der Oberleutnant.

Mit Überschall zum Aufklärungsflug

Folglich hätten die beiden Eurofighter den Auftrag bekommen, das zivile Luftflugzeug per Sichtkontakt aufzuklären. Als problematisch hätte sich jedoch die "ungünstige Abfanggeometrie" im Rahmen der Berechnung der Abfangroute entlang der südwestlichen Grenze Deutschlands erwiesen.

"Um die schnellstmögliche, erfolgreiche Sichtaufklärung des Flugzeugs sicherzustellen, beantragt das NLFZ SiLuWeRa die Freigabe zum Überschallflug der beiden Eurofighter. Als dieser genehmigt wird, kommt es folglich zum Überschallknall", so der Vertreter der Luftwaffe in der Stellungnahme. Zu weiteren Zwischenfällen dieser Art ist es anschließend nicht mehr gekommen – denn eine ernste Lage an Bord gab es glücklicherweise nicht.

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