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Villingen-Schwenningen "Aufhören, wenn’s am schönsten ist"

Von
Fotos: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Die Villinger Fasnet 2020 wird für Margot Schaumann eine ganz besondere: Es wird ihre letzte als Oberjungfer und als Bühnenjungfer überhaupt sein. Sie hängt zwar das Jungferehäs nicht an den Nagel – das braucht sie schließlich noch als Ball­besucherin – aber sie zieht sich aus der vordersten Reihe zurück.

VS-Villingen. 30 Jahre lang war sie eine "Alte Jungfer", ­jenes engelsgleiche und ­behütete Wesen in "Samt und Seide", das sehr wohl weiß, was es will und wo es lang geht. 30 Jahre ist es her, dass sie bei ihrem ersten Auftritt als bezopfte "Neue" auf der Jungferebühne im Hotel ­Ketterer sagte: "Ich bin noch e weng scheu". 40 Jahre alt war sie damals. Oberjungfer war Trudi Wursthorn, und ihre Mitspielerinnen waren Hanni Erles, Marianne Jessen, Hildegard Reiser, Claudia Staudt, Paula Schreitmüller, Maria Storz, Käthe Disch, Lina ­Huber und Elisabeth Neugart, die es mit der "Kleinen" mal probieren wollten.

Margot Schaumann bestand – obwohl evangelisch! – die Feuertaufe und wurde später, 1995 zur Oberjungfer gewählt. Seit 30 Jahren hat sie bei keinem Alt-Jungfere-Ball gefehlt. Einmal, so erinnert sie sich an einen Extremfall, "wurde ich morgens operiert und stand abends auf der Bühne".

Tradition braucht neue Impulse

Ihren Abgang jetzt, kurz vor ihrem 71. Geburtstag, sieht sie pragmatisch: "Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist". Sie spürt, dass die Energie nachlässt, das Texten schwerer fällt und die Gesundheit mehr in den Vordergrund rückt, aber auch, dass "Tradition neue Impulse braucht".

An Nachwuchs fehlt es nicht: In den vergangenen zwei Jahren sind Ulrike ­Degen, Meike Biker und ­Nicole Frey dazu gestoßen und mit ihnen neue Ideen.

Während sie das sagt, blättert Margot Schaumann in ihrer aktuellen To-do-Liste für die beiden Alt-Jungfere-Bälle am 19. und 21. Februar im kleinen Saal des Theaters am Ring, ihre letzten. Sechs eng beschriebene DIN-A-4-Seiten sind bis dahin noch abzuarbeiten. Die Einträge reichen vom Wechselgeld für den Vorverkauf der Buttons am 8. Februar, ab 12 Uhr im Theater am Ring, über Tischdekoration und den Aufbau der Technik durch ihren Mann Werner bis zur Bestellung von Brezeln und Primeln sowie dem Abholen des Schellenbaumes bei der Historischen Narrozunft. Natürlich sich auch noch die selbstgedichteten Texte auswendig zu lernen. "Da liege ich nachts schon mal wach und hirne, ob ich was vergessen habe", sagt sie und lacht.

Lang ist auch die Liste der Figuren, in deren Haut ­Margot Schaumann bei den Alt-Jungfere-Bällen schon schlüpfte. Als grandios geschminktes "Morbili ohne Scheme" bleibt sie vielen Ballbesucherinnen unvergessen, ebenso als Funkenmariechen und Opernsängerin, als Queen Elizabeth und Primaballerina, als Kurschatten, OB-Kandidatin, Schwester Jacqueline, als Henne, Oberschwester Rabiata und unzählige mehr.

Für ihren allerletzten Auftritt bei der Fasnet 2020 plane sie ein Wiedersehen mit einer "hochrangigen Persönlichkeit", verrät sie, bleibt darüber hinaus aber geheimnisvoll. Überhaupt werde der Ball "ein bisschen anders als sonst" ausfallen, kündigt sie an. Schon wegen der Tränen, die fließen werden. Dass dem so sein wird, da ist sich Margot Schaumann sicher, denn "das war ja mein Leben und in meinem Herzen werde ich immer eine alte Jungfer bleiben". Ab 2021 aber auf der anderen Seite, nämlich im Publikum.

Langeweile werde sie nach ihrem Abschied von der Alt-Jungfere-Bühne nicht haben, das weiß sie. "Ich freue mich, auf mehr freie Zeit", sagt sie, verweist auf ihre fünf Enkel im Alter zwischen fünf und 13 Jahren und auf ihr Fasnet­stüble im Klosterring, das sie, genau wie die Organisation der Villinger Adventsfenster, weiterführen will, solange es geht.

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