Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen Auf einen Schlag Kinderglück im Dreierpack

Von
Esila (von links), Mina und Nisa Ablak sind der Stolz der ganzen Familie. Foto: Fuchs

Villingen-Schwenningen - Murat Ablak wirkt nicht gerade wie ein Mann, der sich leicht aus der Ruhe bringen ließe. Als seine Frau Zeynap ihm im vergangenen Herbst aber die Botschaft überbrachte, da blieb dem 41-Jährigen glatt die Luft weg. "Bitte mach’ das Fenster auf", das war das Erste, was er herausbrachte. Seine Frau hatte ihm da gerade erklärt, dass sich ihre Kinderschar bald verdoppeln werde: von drei auf sechs. Auch die Töchter Hatice (16), Hira (13) und Kadriye (6) konnten kaum glauben, was ihre Mutter ihnen da eben gesagt hatte – dass in ihrem Bauch Drillinge heranwachsen.

Vom Schock der Schwangeren selbst nicht zu reden: "Ich habe dem Frauenarzt nicht geglaubt", erzählt die 36-Jährige, die mit ihrer Familie in Villingen-Schwenningen lebt. Dann ließ der Mediziner sie die Herztöne der drei Kinder hören. In der Nacht danach "haben mein Mann und ich nicht viel geschlafen", erinnert sich Zeynap Ablak.

Die Mädels sind drei Kämpfernaturen

An Schlaf ist bei den Ablaks wieder kaum noch zu denken. Denn inzwischen sind die drei da, und es sind drei gesunde, fitte Mädchen mit dunklen Haaren. Am 11. April kamen sie auf die Welt, in der 32. Schwangerschaftswoche. Esila, mit 43 Zentimetern und 1660  Gramm Gewicht die kräftigste, Nisa kaum kleiner und leichter, und Mina, die nur 1230 Gramm wog und 37  Zentimeter groß war und noch immer die zierlichste der drei Schwestern ist. Kämpfernaturen sind sie alle drei, nur zwei Wochen mussten sie auf der Intensivstation bleiben, schon nach vier Wochen durften sie heim.

Ihre Erfahrung als Mutter kann Zeynap brauchen

Das Trio ist eigentlich ein Wunschkind. Murat und Zeynap Ablak wünschten sich noch einmal Nachwuchs. Er, allein unter vier Frauen, hoffte auf einen Sohn. Seine Frau Zeynap wollte einfach "noch einmal ein fittes Kind". Dann waren es Drillinge. Jetzt ist der 41-Jährige stolz auf seine halbe Fußballfrauschaft zu Hause. Er schäkert mit Esila und streicht dem entthronten Nesthäkchen Kadriye zärtlich über den Kopf.

Die vier Wochen vor der Geburt musste Zeynap Ablak liegen, liegen, liegen, damit ihre Babys nicht zu früh kommen. Dabei war die Schwangerschaft bis dahin auch nicht anders verlaufen als die dreimal zuvor. Vor dem Heimkommen, das gibt die 36-Jährige zu, hatte sie Bammel. "Ich bin froh, dass ich eine erfahrene Mutter bin", sagt sie.

Aber drei Säuglinge auf einmal zu versorgen bleibt eine logistische Herausforderung, Erfahrung hin oder her. "Bis ich alle drei fertig gefüttert und gewickelt habe, hat die erste die Windel schon wieder voll." Die Prozedur dauert schon einmal zwei Stunden. Eine Freundin, selbst Mutter von Zwillingen, hat Zeynap Ablak kürzlich gezeigt, wie sie mithilfe von Stillkissen auch einmal zwei Kinder auf einmal abgefüttert kriegt. Das hilft manchmal, vor allem nachts. "Die Nächte sind schlimmer als die Tage, da schreien alle gleichzeitig", sagt die 36-Jährige. Manchmal "muss ich noch mal überlegen: Eine habe ich vorher schon gefüttert. Welche ist jetzt dran?"

In der vergangenen Woche wollte die Großfamilie kurz mal so ein Eis essen gehen. Aber einfach kurz mal so macht man gar nichts, wenn drei Säuglinge noch mal gewickelt, angezogen und mitsamt Wickeltasche und Fläschchen in den Kinderwagen gepackt werden müssen. "Eine Stunde hat es gedauert, bis ich alle fertig hatte", sagt Zeynap Ablak und lacht herzlich.

Die Familie hilft mit. Murat Ablak, der als Schichtarbeiter den Familienunterhalt verdient, packt mit an, wo er kann. Tochter Hatice hilft beim Füttern, Hira hat das Bäuerchen-machen-Lassen zur Perfektion getrieben – und die kleine Kadriye bringt die Drillinge zum Lachen. Meistens jedenfalls. Manchmal beschwert sie sich auch: Ihr hätte ein neues Geschwisterchen vollauf genügt.

Vieles hat sich nun nach den Drillingen zu richten. Im Wohnzimmer steht jetzt auch ein schlichter weißer Kleiderschrank, damit die Babysachen schnell greifbar sind. Der Wohnzimmerschrank, das hat Zeynap Ablak schon beschlossen, muss einem großen Laufgitter weichen, wenn die Drillinge krabbeln können. "Bei meinen Großen hatte ich das nicht", sagt sie. Hatice hat denn auch mal das Mehl aus dem Schrank gezogen, Hira die Creme in die Finger bekommen und Kadriye die Klobürste – was Krabbelkinder halt so anstellen. Nur: das im Dreierpack? Lieber ein Laufgitter.

Für ein neues Auto fehlt das Geld

So weit ist es noch nicht, erst einmal wird der Kinderwagen geschoben. Der ist riesig. Zwei Babywannen nebeneinander, das dritte liegt vorne quer. Mit dem Kinderlaster passt die Friseurin nicht in jeden Laden. Das Sondermodell verschlingt nicht nur Platz, es war auch teuer: 1300 Euro allein der Kinderwagen.

Geld ist knapp. Die Windeln und die Babynahrung belasten die Familienkasse zusätzlich, zumal die kleine Mina eine spezielle, recht teure Babynahrung benötigt. Ein gemeinsamer Ausflug mit dem Auto ist zurzeit nicht möglich: Ablaks suchen gerade einen achtsitzigen Bus, in den sie alle reinpassen.

Doch die sind teuer, die meisten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Familie, die im eigenen Haus lebt, den Kredit dafür aber noch abstottern muss.

Mina ist eingeschlafen, dabei ist sie diejenige von den dreien, die immer reden will, sagt ihre Mutter, die keinerlei Mühe hat, ihre Töchter auseinanderzuhalten. Esila sei die lebhafteste und Nisa die zufriedenste. Mit ihren zwei Monaten sind sie schon richtige Persönchen.

Der eigentlich errechnete Geburtstermin für die Kinder war übrigens der 4. Juni. Die Drillinge wären dann geboren im Zeichen des Zwillings. Jetzt sind sie Widder.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.