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Villingen-Schwenningen Auf dem Weg zur Fortschrittsregion

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IHK-Präsident Dieter Teufel schenkte Claus Hipp einen Füllfederhalter der Firma Schneider aus Schramberg-Tennenbronn. Foto: Schwarzwälder-Bote

Schwarzwald-Baar-Heuberg (fsk). Dieter Teufel hat sein Versprechen wahr gemacht und nach Angela Merkel den amerikanischen Präsidenten Barrack Obama zum IHK-Neujahrstreff geholt. Zumindest auf den Bildschirm. Doch auch die Kanzlerin hatte zunächst, 2012 bei einem Grußwort nur von der Leinwand in die Messehallen gelächelt, bis sie dann 2013 persönlich erschien. Allerdings ist das breite Schwäbisch, dass dem amerikanischen Präsidenten von einem Kabarettisten in den Mund gelegt wurde, ein wenig gewöhnungsbedürftig. Sein "Hinweis", es müssten Kaugummiautomaten in der Region aufgestellt werden, um die "Jungen" hier zu halten, erschien plausibel, hingegen fehlte eine Anspielung, welche Handys der amerikanische Nachrichtendienst in der Region möglicherweise interessant findet. Oder gibt es hier nichts Brisantes abzuhören?

"Wir sind reich und trotzdem sexy". Mit diesen Worten wies Dieter Teufel, Präsident der Industrie- und Handelskammer, gestern Abend auf die Stärken der Region hin. Vor zirka 2000 Gästen in den Schwenninger Messehallen betonte Teufel, dass es Anlass zum Selbstbewusstsein gebe: "Wir sind eine der stärksten Wirtschaftsregionen im ganzen Land und in Europa mit zugleich hoher Lebensqualität." Er kritisierte die Fokussierung auf Metropolen in Politik und Trendforschung. "Ich glaube fest an das Comeback unseres ländlichen Raumes. Unsere Region ist wieder ganz stark im Kommen", ist Teufel überzeugt.

Die Region habe sich prima aufgestellt und sei leistungsfähig, auf der "Innovationsachse Stuttgart-Zürich" könne sie sich als "Fortschrittsregion", beziehungsweise "Zentrum zwischen den Zentren" profilieren. Bestätigt sieht sich der IHK-Präsident von "den Einschätzungen renommierter Forschungsinstitute, wie beispielsweise der Prognos-AG, die unsere Region zu den eindeutigen Chancen-Regionen in Deutschland zählt." Bei der Bewältigung der Zukunftsaufgaben setzt Teufel auf die Devise "Segel setzen statt Anker werfen". Jugend und duale Ausbildung müssten mehr wertgeschätzt werden, um das Fachkräfteangebot zu sichern. "Arbeit sollte als positiver Wert diskutiert werden", forderte Dieter Teufel. Er rief dazu auf, den Wohlstand mehr zu schätzen und erklärte das ehrbare Unternehmertum zur elementaren Stärke der Region. Als Prototyp des ehrbaren Kaufmanns gelte Festredner Claus Hipp.

"Werte schaffen, in dem wir Werte schätzen", so das Plädoyer des Festredners, Und im Hinblick auf das Bemühen der IHK, die Jugend in der Region zu halten, fügte er hinzu: "Wir Unternehmer sind auch gefordert, zu unserer Region zu stehen, das dürfen wir nicht nur von den Jungen verlangen." Hipp erhielt mehrmals spontanen Beifall bei seiner kurzen, mit lateinischen Zitaten gespickten Rede. "Ehrbares Kaufmannstum heißt, nur das zu tun, was Ehre macht", sagte er. Die Verbraucher hätten ein feines Gespür für ehrbares Handeln.

"Weiterbildung bedeutet dass man drei Mal umlernen muss"

Zugleich machte Claus Hipp sich dafür stark, statt immer mehr gesetzlichen Regelwerken nur verständliche Vorschriften zu erlassen. Er zitierte die österreichische Kaiserin Maria Theresia, die nur Gesetze, die "selbst der letzte Schweinhirt versteht" erlassen habe. Er komme sich bei der Steuergesetzgebung manchmal selbst "wie ein Schweinehirt" vor. Hipp sprach sich für mehr Toleranz gegenüber Frauen mit Kopftüchern aus. Zur den aktuellen Lehrplänen fand er klare Worte: "Vielwisserei stärkt den Verstand nicht". Statt dessen sollten Kreativität und musische Fächer gestärkt werden.

"Die Lehrpläne sind so voll, das kein Platz für die Köpfe bleibt", kritisierte der Unternehmer, der 6000 Biobauern als Lieferanten beschäftigt. Weiterbildung bedeutet für Hipp, dass man mindestens drei Mal im Leben umlernen muss. Dem großen Arbeitskräftemangel in Zukunft will er mit Abgabenbefreiung derjenigen, die im dem Rentenalter noch arbeiten möchten, begegnen.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Jazz-Crew der Musikhochschule Trossingen umrahmt.

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