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Villingen-Schwenningen Auch Kinder müssen Grenzen setzen

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Eine Ehrensache für Stadt, Landkreis, Freizeitwerkstatt der Lions VS und den Weißen Ring: Sie alle unterstützen das Projekt "Pfoten weg" von Irmi Wette. Foto: Huber Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Eva-Maria Huber

Schwarzwald-Baar-Kreis. Wenn der Achtjährige den Kuss der Oma nicht mag? Dann hat er das Recht dazu, Nein" zu sagen. Um die wichtige Erfahrung, Grenzen zu setzen, geht es Irmi Wette mit ihrem Präventionsprojekt "Pfoten weg", das Kinder gegen sexuellen Missbrauch schützen will.

"Pfoten weg, macht Kinder stark", das ist der Gedanke, den die engagierte Leiterin der Konstanzer Puppenbühne mit ihrem Präventionsprojekt seit dem Jahr 2003 verfolgt. Erneut hat sie sich mit ihrem Ensemble auch den Schwarzwald-Baar-Kreis ausgesucht. Am Sonntag, 22. März, kommt sie mit ihrer Bühne ins St. Fidelisheim in Villingen, Beginn ist um 14.30 Uhr. Für die Schirmherren des ambitionierten Vorhabens, Landrat Sven Hinterseh und Oberbürgermeister Rupert Kubon aus VS, "ist es eine Ehre, das Projekt zu unterstützen." Auch für die Freizeitwerkstatt der Lions-Clubs VS war es "selbstverständlich, das Projekt finanziell voll und ganz zu unterstützen", formulierte es Roland Brauner bei der Präsentation des Vorhabens. Die Freizeitwerkstatt hat es sich zur Aufgabe gemacht, soziale Projekte mitzufinanzieren.

Mitgetragen wird es auch von der Opferschutzorganisation Weißer Ring: "Wir begleitern nicht nur Opfer, sondern auch die Prävention gehört zu unserem Aufgabengebiet", erläuterte Jochen Link, Leiter der Außenstelle der Organisation. Hinterseh verwies darauf, dass auch die Behörde über ihr Kreisjugendamt mit "schwierigen Fragen" zu tun habe. Für Kubon ist Wettes Figurentheater "ein hervorragendes Medium, um Kindern das Thema sensibel nahezubringen.

Kein Leichtes, auch nicht für die erfahrene Leiterin des Theaters, die gelernte Erzieherin ist. "Meine Arbeit", berichtete sie, "kann auch sehr belastend sei." Das größte Problem. Die meisten Fälle des sexuellen Missbrauchs an Kindern, gut 80 Prozent, finden im privaten Umfeld statt. "Es können Angehörige, Freunde der Eltern oder aber auch andere Bezugspersonen aus der Freizeit sein". Manche Kinder sind mit Übergriffen aufgewachsen, "so dass diese mittlerweile zum Alltag gehören", beschrieb Wette die Problematik. Kinder haben zwar ein gutes Bauchgefühl dafür, ob Berührungen angenehm sind oder eher nicht. Doch wenn es um nahestehende Personen gehe, "ist es noch schwieriger für sie, sich zu öffnen, da ist der Ehrenkodex gegenüber der Familie doch sehr groß". Um so wichtiger sei es, "den Kindern aufzuzeigen, wie sie mit Konflikten umgehen und gegenüber Erwachsenen Grenzen setzen können. "Wir versuchen mit unseren Theatervorstellungen Türen zu öffnen", so Wette. "Das Thema betrifft alle, auch alle gesellschaftlichen Schichten", berichtet sie weiter.

Ziel des Projektes, ist es, Kinder zu stärken. "Doch um Kinder zu stärken braucht es starke Erwachsene." Und zudem Erwachsene, die genauer hinsehen, wenn Sohn oder Tochter Verhaltensauffälligkeiten zeigen, etwa Alpträume haben, ohne Grund depressiv, unkonzentriert oder bedrückt wirken, die Leistungen in der Schule abfallen, Kinder von zuhause weglaufen, um einige Verhaltensmuster darzustellen. "Kinder sollten nicht nur darin bestärkt werden, ihre Grenzen zu setzen", so Wette. "Kinder müssen auch lernen, Nein sagen zu dürfen, wenn ihnen Berührungen unangenehm sind, unterstrich Jochen Link. "Und sie müssen lernen, dass sie schlechte Geheimnisse nicht bei sich behalten müssen", spricht Link den "Schweigedruck" an, dem die Betroffenen Kinder ausgesetzt sind.

Präventionsarbeit bleibt ein wichtiges Thema. Um so größer ist die Freude, dass Wette an die 1000 Teilnehmer aus Kindergärten und Grundschulen nebst Erziehern und Lehrern erreicht hat. Bei den Vorstellungen werden neben Mitarbeitern des Weißen Ringes auch Vertreter anderer Organisationen präsent sein, um Fragen zu beantworten, zum Beispiel Kinderschutzbund, Grauzone oder Beamte des Polizeipräsidiums.

 

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