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Villingen-Schwenningen Aristoteles wusste es schon besser

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Solidarität ist einer der wesentlichen Pfeiler der Gemeinwohlökonomie: Die Attac-Regionalgruppe macht sich für eine andere Form der Wirtschaftspolitik stark. Foto: © Prostock-studio – adobe.stock.com Foto: Schwarzwälder Bote

Liest sich so die nächste Gretchenfrage: Unternehmer, Kommunen oder auch jeder einzelne, wie haltet ihr es mit Nachhaltigkeit, Solidarität, Menschenwürde? Das Netzwerk von Attac sucht Antworten und zeigt Alternativen zu fast ausschließlich Profit orientierten Wirtschaftsmodellen auf.

Villingen-Schwenningen. Viele Themen treiben die Mitglieder der Regionalgruppe von Attac um, die sich zu einem Gesprächsabend in der Wärmestube in Schwenningen treffen. Mit Blick auf eine Vortragsveranstaltung Mitte November am Campus der Neckarstadt mit Christian Felber geht es um die Gemeinwohlökonomie und damit um neue Wege in der Wirtschaftspolitik. Natürlich steht am Anfang die zentrale Frage: Gibt es das, eine verträgliche Form des Wachstums? Die kleine Runde am Tisch, der harte Kern der Regionalgruppe Schwarzwald-Baar, ist sich sicher: "Diese Vorstellung ist eine reine Illusion." Wenn Rose Zenth-Hummel und Bruno Arm über "Postwachstumsinitiativen sprechen", dann geht es nicht um Raten oder Zahlen, sondern um Repaircafés und Gemeinschaftsgärten.

Was hat es nun mit der Alternative Gemeinwohlökonomie auf sich, und wie lässt sich diese auf Unternehmen, Kommunen und jeden einzelnen projezieren? Jens Metzger, Koordinator der Regionalgruppe, stellte die oberste Maxime der Gemeinwohlökonomie dar: Geld und Profit sollten nicht das oberste Ziel des Wirtschaftens sein. Die Wirtschaft solle dem Gemeinwohl dienen. "Schon Aristoteles wusste das." Lassen sich Werte wie soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, demokratische Prozesse und Nachhaltigkeit in Unternehmen oder Verwaltungen überhaupt einbauen? Von einer grundsätzlichen fairen Bezahlung für alle Mitarbeiter ganz zu schweigen? Ein klares Ja und die Bekenntnis: "Wir wollen keine Planwirtschaft, wir wollen nur andere Spielregeln."

Umdenken an den Schulen

Wichtig sei es, dass sich vor allem jene Hochschulen einem alternativen Denken öffnen, in denen Volks- und Betriebswirtschaft unterrichtet wird. Sinnvoller, so der Tenor, wäre es jedoch, diese Gemeinwohl-Gedanken bereits in die Schulen hinein zu tragen. Unmöglich scheint ein solches Umdenken nicht zu sein. Zum einen verweist Metzger auf rund 2000 Unternehmer weltweit, die den Gemeinwohlökonomie-Gedanken bereits verinnerlicht haben. Ein Teil hat auch eine "Gemeinwohl-Bilanz " erstellen lassen: Diese Bilanz basiert auf einer "Gemeinwohl-Matrix 5.0", in der 20 Themen beschrieben werden. Anhand derer können die Beiträge von Unternehmen zum Gemeinwohl sichtbar gemacht werden, können Betriebe in Folge sehen, wo sie in Bezug auf das Gemeinwohl stehen und wohin sie sich noch entwickeln können. Wenn eine bestimmte Punktezahl erreicht sei, spinnen nun die regionalen Attac-Mitglieder den Gedanken weiter, könnten solche Unternehmen zum Beispiel steuerlich begünstigt werden.

Zum anderen sitzt mit Frank Breinlinger vom gleichnamigen Ingenieur-Büro aus Tuttlingen ein Unternehmer mit am Tisch, der mit der Stadt Tuttlingen und der Landeshauptstadt eines gemein hat: Seit einigen Jahren versucht er, "über den Tellerrand zu blicken" und zumindest einige Eckdaten der Gemeinwohl-Matrix 5.0 umzusetzen. Die Bereitschaft zum Umdenken und Handeln dürfe nicht nur in Chefetagen und Verwaltungsspitzen vorhanden sein, sondern vor allem auch im Privaten: "Wir müssen alle Menschen mitnehmen."

Werte auch vorleben

Wie spiegeln sich die Gemeinwohlökonomie-Werte in seinem eigenen 70-köpfigen Betrieb wider? Der Freiheitsgedanke steht im Zentrum des Umdenkens. Es gehe darum, den Mitarbeitern Freiraum zu lassen, Verantwortung zu geben, "so dass sie voller Motivation auch zur Arbeit kommen". Eigentlich eine Win-win-Situation im klassischen Wirtschaftssinne. Nur mit etwas anderen Vorzeichen. Generell sei es wichtig, "die dargestellten Werte auch vorzuleben", schloss Breinlinger.

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Cornelia Spitz

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