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Villingen-Schwenningen Als Ehepaar sind sie einsame spitze

Von
Thomas Moser regt sich auf. Fotos: Schimkat Foto: Schwarzwälder Bote

Teenager stieren ins ­Handy anstatt sich zu bewegen, Kinder haben nach dem Kindergarten schon Burn out: Thomas Moser regt sich über die heutige Jugend auf, über Rentner, die nicht sterben wollen und auch über sein langjähriges Weib (Frank Blom) – es ist Villinger Kumedie-Zeit.

VS-Villingen. Und wenn Thomas Moser sich an seinem Schreibtisch nach vorne beugt, die Arme aufstützt und los keift, bleibt keine Auge im ausverkauften Villinger Ratskeller trocken. Moser beobachtet die Menschen auf der Straße, im Supermarkt, lobt die Jugend, wie sie früher war, zum Beispiel er selbst, und findet tausend Gründe zum "uffrege".

Und wenn er sich mit dem Normalo-Fahrrad keuchend den Berg hochquält und dann locker von einem 85-Jährigen, einer von denen, die nicht sterben wollen, überholt wird, schiebt er einen Hass, das Publikum johlt, und manch einer denkt: "Recht hat er".

Und seine holde Ehefrau, genial vom Frauenversteher Frank Blom gespielt, sieht nur so sanft aus, aber wenn sie den Mund aufmacht, leiser als der Moser, kommen treffende Antworten heraus, pfeilgerade in das Herz oder den Maschinenraum vom Moser geschossen. Mit viel Mimik, Gestik und Schauspielkunst steppt er auf der Bühne im Thrombose-Stadl des Altersheims. Dann schlängelt er sich durch die engen Reihen, knutscht eine Dame, und bis die sich von dem Schock erholt hat, hat er schon ihren Mann in der Mangel. In Krachledernen mit gewaltigem Überbiss fegt er über die Bühne oder kommt als Kellner, Oberkellner bitte sehr, und nimmt die Bestellungen auf, nur um dann zu sagen, "ich als Oberkellner bediene nicht".

Als Ehepaar sind die beiden einsame spitze. Moser, mit streng gelockter Perücke auf dem Kopf, untersucht einen Keks und fragt ungläubig: "Hast Du noch Zeit für Laubsägearbeiten?". "Ach, der Mann von nebenan ist gestorben, seine Frau darf schon gießen, ich muss noch kochen", kontert die Geplagte und schaut flehend zum Himmel. "Die meisten Frauen steigen auf Vibrator um, der kann immer und da hängt kein ganzer Mann dran", sinniert sie und macht schnell einen Abgang.

Moser thront an seinem Schreibtisch, das Publikum hat wieder nichts vorbereitet, und er regt sich auf über einen Mann, dem man das Gehirn entnommen hat, ein totes Eichhörnchen auf den Schädel knallte und der jetzt Präsident ist. Jetzt ist es Zeit, um sich aufzuregen über Angela Merkel, "unsere schwarze Witwe, hinter der geschlossen nur noch der Flughafen steht". Die Vegetarier bekommen ihr Gras weg, dann fixiert er eine junge Dame und berichtet: "Neulich kam ich am Kindergarten vorbei, da saß ein Kind mit Helm und Knieschützern auf einer ein Meter hohen Rutsche und sieben Mütter warteten unten mit ausgebreiteten Armen auf ihn." Das Schluss-Plädoyer nach etlichen Zugaben lautet: "Ihr müsst mehr Scheiß machen, ihr lacht zu wenig, macht das nächstes Jahr."

Die Vorstellungen in Villingen sind ausverkauft, in Schwenningen gibt es noch Restkarten und Zusatztermine am 13. und 14. März sowie 3. und 04. April unter E-Mail-Adresse th.moser@gmx.de.

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