Bei seiner Rede geht Jürgen Roth auf viele Themen ein, die die Bürger in der Doppelstadt bewegt, Fotos: Eich Foto: Schwarzwälder Bote

Aus dem Sechser-Club soll mit Roth ein Siebener-Club werden. Redner sichern Rückhalt zu.

Villingen-Schwenningen - Die Stühle im Theater am Ring reichten nicht aus, so groß war die Zahl derer, die Jürgen Roth bei seiner Amtseinführung als neuer OB von VS begleiten wollten. Und auch jene, die ein Grußwort sprachen, meinten es gut mit ihm.

Rupert Kubon saß in der ersten Reihe. Symbolträchtig schüttelten sich der Oberbürgermeister außer Dienst und der Oberbürgermeister im Dienst zu Beginn die Hände. Ein kurzer Dialog, eine freundliche Geste, die genauso vielsagend war, wie die Grußworte, die folgen sollten. Von Applaus begleitet, wurde Jürgen Roths zum Amtsverweser von Villingen-Schwenningen, der "die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister" führt. "Jetzt gibt es kein Zurück mehr", scherzte Bürgermeister Detlev Bührer, der durch den Abend führte.

Der Regierungsvizepräsident

Geht es nach dem Regierungsvizepräsidenten Klemens Ficht, muss es das auch gar nicht.

Er habe Roths Wahlkampf verfolgt, in dem er Kompetenz ausgestrahlt habe, aber auch den nötigen Respekt vor der neuen Flughöhe gezeigt habe. VS sei für das Regierungspräsidium einer der bedeutendsten Akteure in der Region, dört böten sich hervorragende Möglichkeiten, wenngleich man sich auch in den nächsten Tagen angesichts des gerade erst in Freiburg eingetroffenen Haushaltsplans für 2019 noch über die Finanzierung der Projekte unterhalten müsse.

Abgeordneter Frei

Wenig später sollte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei Fichts Aussage korrigieren: Villingen-Schwenningen sei "nach Freiburg die zweitgrößte und wichtigste Stadt im Regierungsbezirk Freiburg", betonte Frei und setzte unter großem Applaus hinzu: "Wir wollen unsere Ansprüche schon richtig angemeldet wissen!"

Daran, dass Jürgen Roth das in Zukunft tun wird, hegt auch der Bundestagsabgeordnete offenbar keinen Zweifel. Er habe in Tuningen alles gemacht, was in einer Gemeinde dieser Größenordnung möglich sei – er sei überzeugt, das Roth auch die Möglichkeiten des Oberzentrums voll nutze.

Landrat Hinterseh

Der Rückhalt aus dem Landratsamt scheint Roth dabei sicher zu sein. Zumindest ging das aus dem Grußwort von Landrat Sven Hinterseh hervor. Dieser lenkte den Fokus vor allem auf drei Themen: die Breitbandversorgung – für die die wichtigsten Jahre jetzt kommen, das Klinikum – welches es weiterzuentwickeln gelte, und den ÖPNV, der mit dem Lückenschluss der B 523 und dem Metropolexpress auf Schienen vor wichtigen Maßnahmen stehe.

Für die künftigen Abstimmungen mit dem Landrat legte Hinterseh am Sonntag gleich die Basis: Habe es im Villinger Rathaus bei Rupert Kubon stets ein Tässchen grünen Tee gegeben, gebe es bei Gesprächen mit Roth Kaffee – als doppelstädtischen Ausgleich überreichte Hinterseh neben der Tüte Villinger Kaffeemischung zwei Flaschen Schwenninger Bärenpils.

Karl Rombach

Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Rombach gab Roth hingegen neben vielen guten Wünschen philosophische Gedanken mit: Den Weg zu kennen, bedeute, zu wissen, wo man hin kann. Ohne Zweifel kenne Roth seinen Weg, wichtig sei nun, ihn mit Sachkompetenz, Erfahrung, Führungsstärke und einer zupackenden Art, aber auch der erforderlichen Menschlichkeit zu gehen.

Martina Braun

Menschlichkeit war es, die seine Landtagskollegin der Grünen-Fraktion, Martina Braun, in ihrem sympathischen Grußwort ebenfalls mitbrachte. Roth möge ein glückliches Händchen" haben, wünschte sie ihm neben einer allzeit guten Zusammenarbeit, schließlich brauche man einander: Die Kommunen lebten vom Land, das Land lebe von den Kommunen.

Sechser-Club

Wie das Leben im Umland von VS für die dortigen Gemeinden in der Vergangenheit war, klang aus Torben Dorns Rede heraus.

Der Dauchinger Bürgermeister erinnerte als Sprecher des Sechser-Clubs an harte Zeiten vor sechs Jahren, als auch Jürgen Roth noch auf der anderen Seite stand – das Klima in der Verwaltungsgemeinschaft zwischen den Gemeinden und VS war auf dem absoluten Tiefpunkt. Erst seit drei Jahren gehe es bergauf – "wir hoffen und erwarten, lieber Jürgen, dass dies so anhält", sagte Dorn augenzwinkernd und gründete kurzerhand den "Siebener-Club", der Roth nun einen Ausflugstag zur Rommel-Ausstellung nach Stuttgart schenkte.

Dankbar

Zumindest in Sachen Wertschätzung hat Jürgen Roth mit einem sehr überzeugenden Dankeschön an alle Redner, die Hand aufs Herz gelegt, den richtigen Ton schon am Tag seiner Amtseinführung gefunden. Ein OB, der die Bühne betrat und applaudierend vor der Jazz-ConneXion des Gymnasiums am Deutenberg stand, war ein schönes Bild dafür.

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