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Villingen-Schwenningen Aktionsbündnis will wach rütteln

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Sie wollen auf den dringenden Handlungsbedarf angesichts einer "demokratischen Krise" aufmerksam machen (von links): Klaus Meusel, Martin Ballof, Raimund Kegel, Florije Sula, Christian Utischill, Carolin Graf und Christian Keller. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Zu wenige Kinder und keine Zuwanderung – in Deutschland sinkt bis 2060 die Zahl der Erwerbstätigen um 40 Prozent, sollten die Geburtenzahlen und die Einwanderungsregulierungen so bleiben wie sie sind. Der Jobclub VS spricht von einer "demografischen Krise" und hat ein Aktionsbündnis gegründet.

Villingen-Schwenningen. Kein Wirtschaftszweig, der momentan nicht über fehlendes Personal klagt. "Das Thema liegt uns sehr am Herzen", sagt der Vorsitzende des Jobclubs VS, Christian Utischill. Gemeinsam mit 14 Institutionen und Organisationen, darunter das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, Diakonie und Caritas, die Arbeitsgemeinschaft christlicher ­Kirchen (ACK), die Handwerkskammer Konstanz und die Industrie- und Handelskammer, aber auch die Kreishandwerkerschaft und die Soroptimistinnen, setzt man alles daran, der Bevölkerung die Dramatik der Situation zu verdeutlichen und sie für den nächsten Gang in die Wahlkabinen zu sensibilisieren.

Denn außer bei der FDP erkennen die Bündnismitglieder nach Gesprächen mit allen Bundestagsabgeordneten der Region derzeit bei keiner Partei den Willen, der Krise entgegenzuwirken. Deshalb veranstaltet das Aktionsbündnis "Demografischer Wandel" am Donnerstag, 6. Februar, im Theater am Ring einen Informations- und Diskussionsabend. Jutta Rump, Professorin an der Hochschule Ludwigshafen, wird Antworten zu Fragen nach den Ursachen, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen geben. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren unter der Moderation von Wolfgang Niess Oberbürgermeister ­Jürgen Roth und Jürgen Stach, Sozialdezernent am Landratsamt, gemeinsam mit dem Publikum über die anrollenden Herausforderungen und darüber, wie man sie bewältigen könnte.

Carolin Graf vom Kreisverband der Caritas und Florije Sula von der Diakonie verdeutlichen die Problematik anhand des Pflegesektors. Einer steigenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen stehen immer weniger Pflegekräfte gegenüber. "Wir rekrutieren Arbeitskräfte inzwischen international", sagt ­Carolin Graf und beklagt die bürokratischen Hürden. Ihre Kollegin aus St. Georgen fügt hinzu: "Und wir müssen für Deutschkurse selbst aufkommen".

Kreishandwerksmeister Martin Ballof beschäftigt in seinem Betrieb Eritreer und Gambier, "sehr zuverlässige Kräfte, die ich dringend brauche". Er weiß aber nicht, ob sie bleiben dürfen. Raimund Kegel von der Handwerkskammer Konstanz spricht von rund zehn Prozent Geflüchteten unter den Auszubildenden im vom Personalmangel gebeutelten Handwerk. Auch ihre Zukunft ist trotz gesicherter Ausbildung ungewiss. "Wir brauchen eine flexible Abschiebepolitik und einen Abbau der Bürokratie", sagt Kegel und beklagt "hanebüchene Abschiebebefälle und fassungslose Unternehmer".

Jobclub-Mitglied Christian Keller will, dass Flüchtlinge nicht länger als kriminelle Bedrohung und soziale Last angesehen, sondern akzeptiert werden als diejenigen, die "dafür sorgen können, dass unsere Versorgungssysteme erhalten bleiben". Klaus ­Meusel vom Jobclub VS weiß, dass Deutschland dafür jährlich 400 000 Zuwanderer bräuchte. "Und wer kapiert hat, dass Integration in unserem eigenen Interesse ist, der ist immun gegen Rassismus".

Das Aktionsbündnis lädt am Donnerstag, 6. Februar, 19 Uhr, im Theater am Ring in Villingen zum Informations- und Diskussionsabend zum Thema "Der demografische Wandel – eine große Herausforderung für Deutschland und unsere Region" ein. ­Kostenfreie Eintrittskarten gibt es beim Amt für Kultur, Romäusring 2 und unter tickets@villingen-schwenningen.de.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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