Nach dem Glühweinstand-Verbot soll ein Zuschussantrag abgelehnt werden / Mitarbeiter im Gemeinderat

Von Cornelia Spitz

Villingen-Schwenningen. Bernd Ayasse von der Aids-Hilfe Schwarzwald-Baar-Heuberg ist enttäuscht: "Offenbar versucht man, uns von allen Geldeinnahmequellen fernzuhalten!"

Erst das Glühweinstand-Verbot der Stadtverwaltung beim Kuhreihen an Heiligabend (wir berichteten), und nun auch noch die Empfehlung der Stadtverwaltung an den Gemeinderat, einen Zuschussantrag der Aids-Hilfe für 2014 abzulehnen.

Gerade im laufenden Jahr, wo Schlagzeilen von steigenden Zahlen von HIV-Infektionen künden, hatte auch die regionale Aids-Hilfe gut zu tun und sich als wichtige Anlaufstelle für Menschen nach einem positiven Test erwiesen.

Ein Kräftemessen zwischen wohltätigen Einrichtungen will Ayasse nicht starten, betont er, trotzdem stimme es ihn nachdenklich, dass im selben Zuge ein Zuschussantrag von ProFamilia wohlwollend begünstigt werden soll und die Stadt sich sogar um Spender für diese bemühe. Die Aids-Hilfe fühle sich in VS nicht willkommen, werde der Zuschussantrag nicht bewilligt und zeitgleich der Glühweinverkauf beim Kuhreihen untersagt, fehlten der Einrichtung 2014 summa summarum 4000 Euro in der Kasse. "Wenn das so ist, überlegen wir, unseren Sitz woanders hin zu verlegen", stellt Ayasse klar.

Seit 2006 ist die Aids-Hilfe bereits in der Gerberstraße zu finden. Die Stadt VS ihrerseits verweist darauf, die Aids-Hilfe solle ihren Zuschussantrag an den Kreis richten. "Das machen wir auch für 2015. Aber für 2014 war der 30. September Stichtag, da waren wir zu spät dran", und außerdem bewiesen andere Fälle, dass sich eine Förderung von Kreis und Stadt keinesfalls ausschließen, in vielen Fällen sogar ergänzen. In Heilbronn beispielsweise bekomme die dortige Aidshilfe 10 760 Euro vom Kreis und 10 600 Euro von der Stadt.

Ein weiteres Argument der Stadt, wonach VS bei der regionalen Aids-Hilfe Schwarzwald-Baar-Heuberg ja eigentlich auch nur 16,8 Prozent des Zuschusses tragen müsse, lässt Ayasse nicht gelten: "Wir dürfen ja überhaupt nur an Städte über 20 000 Einwohnern Anträge stellen, weil die erst für das Gesundheitswesen zuständig sind."

Und auch, dass die Aids-Hilfe 2012 einen leichten Überschuss erwirtschaftet hatte, ist für ihn kein Grund für einen ablehnenden Bescheid. "Für 2013 gelten doch ganz andere Vorzeichen, weil sich bei uns viel geändert hat", sagt Ayasse und zählt eine ganze Liste davon auf.

Am morgigen Mittwoch will der Mitarbeiter der Aids-Hilfe im Gemeinderat vor Ort sein und gegebenenfalls Stellung nehmen.

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