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Villingen-Schwenningen Afrikanische Tänze gegen die Armut in einem der ärmsten Ländern

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Äußerst lebensfroh und authentisch präsentiert sich die Tanzgruppe der Mali-Kinderhilfe im Muslenzentrum. Die Acht- bis 22Jährigen sammeln Geld für ein Kinder-Hilfsprojekt in Mali, einem der ärmsten Staaten der Welt. Foto: Trenkle Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Schwenningen. Die Bühne des Muslenzentrums bis an ihre räumlichen Grenzen brachte am Samstagabend eine quirlige Tanzveranstaltung der Mali-Kinderhilfe.

Auch im Zuschauerraum gab es Raumprobleme: dort wurden die Stühle knapp. Die beiden Schwenninger Veranstalter, der Eine-Welt-Laden und die evangelische Kirchengemeinde, freuten sich über den außergewöhnlichen Andrang.

Mali gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. 70 Prozent der Bevölkerung, hierbei vor allem jüngere Menschen, leben unter der Armutsgrenze. Mangelnde Bildung mit deren Folgewirkung der Arbeitslosigkeit ist hierfür eine der Hauptursachen. 2009 wurde die Mali-Kinderhilfe gegründet – ein Verein, welcher sich ideenreich für hilfebedürftige Kinder einsetzt. Viele Kinder wachsen in ärmlichen Verhältnissen auf und haben oft keine Chance, eine Schule zu besuchen. Aus verschiedenen Gründen landen einige Kinder leider auf der Straße. In ihrem jungen Leben haben diese Kinderseelen schon Schweres zu ertragen. Viele Menschen in Mali leiden und sterben an Krankheiten, nur weil es keine medizinische Versorgung in ihrem Dorf gibt oder sie kein Geld für die Behandlung haben.

Ganz bewusst von der Straße holt die Mali-Kinderhilfe Waisenkinder und bietet ihnen in einem Kinderdorf mit Notfallstation und Internat ein behütetes Aufwachsen mit sozialer Integration, medizinischer Betreuung und Bildung, hierbei vor allem dem Erlernen von Lesen und Schreiben. Als eine ihrer Leitlinien orientieren sie sich an Nelson Mandelas Aussage: "Bildung ist die stärkste Waffe, mit der wir die Welt verändern können." Finanziert wird die Aktion über Europa-Tourneen der ebenfalls im Kinderdorf gegründeten Tanz-Musikschule Bamako in der Hauptstadt des westafrikanischen Landes.

Mit großer Energie starteten die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihr Programm. Die Acht- bis 22-Jährigen boten eine Mischung aus traditionellen Tänzen, akrobatischen Vorführungen, Gesängen wie auch neuen Choreografien. Deutlich zu spüren war dabei eine ausgeprägte Leidenschaft und Intensität, die auch im Publikum auf Resonanz traf. Die Protagonisten sprangen in Kreisformationen, Paarkonstellationen oder vereinzelt in komplizierten Choreografien herum, vollführten sogar Überschläge oder bauten sich zu Menschentürmen auf. Die Sänger, Tänzer und Akrobaten stehen unter der Leitung von Djiby und Basy Kouyate. Die beiden leben seit mehr als 20 Jahren als erfolgreiche Musiker in Stuttgart. Mehrmals im Jahr reisen sie zu ihrer Familie nach Mali und mit jedem Besuch wuchs der Wunsch, notleidenden Menschen in der Heimat, insbesondere den Kindern, zu helfen.

Durch ihre regelmäßigen Aufenthalte in Mali kennen Djiby und Basy Kouyate die Probleme aus erster Hand. Sie kennen die Mentalität und pflegen einen intensiven Kontakt zur lokalen Bevölkerung, was die Organisation und Betreuung von Projekten vor Ort vereinfacht. Vor rund zehn Jahren gründeten sie mit Hilfe des befreundeten Ehepaares, Loredana und Herbert Blankl, am Samstag ebenfalls im Muslenzentrum anwesend, den gemeinnützigen Verein der Mali-Kinderhilfe. Schon viele Jahre lang gibt es seither Tourneen durch Deutschland, die Schweiz, Österreich und Lichtenstein. Möglichst im Wechsel zwischen den dynamischen und lebensfrohen Tänzen des African Royal Ballet unter der Leitung von Djiby Kouyate waren Gesangsdarbietungen in den abendlichen Ablauf eingeflochten. Hierbei griffen Djiby und Basy Kouyate selber zum Mikrofon.

Bis auf wenige Ausnahmen coverten die beiden westliche Songs oder beispielsweise auch das Chanson "Non, je ne regrette rien" von Édith Piaf. Der Zusammenhang zum afrikanischen Tanzabend blieb allerdings etwas offen. Gleiches galt für John Lennons Song "Imagine" oder Tina Turners "What’s love got to do with it".

Obwohl die gesangliche Qualität wie auch die Textsicherheit teilweise stark litt, war in der Darbietung ein erstaunliches Selbstbewusstsein wahrzunehmen. Sympathisch, lebensfroh, authentisch, trotz der Armut im Hintergrund, boten die Künstler ihren Zuschauern einen unterhaltsamen Abend.

Zu vermissen waren Informationen über die kulturellen Hintergründe. So wurde kaum etwas über die Tänze oder auch die farbenfrohe Kleidung bis hin zu eindrücklich getragenen Masken erläutert.

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