Der Kirchenpavoillon auf dem ehemaligen Gartenschaugelände wird regelmäßig zugemüllt. Foto: Stadtverwaltung

Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen beklagt andauernde Vermüllung von Kirchenpavillon.

VS-Schwenningen - Die Anwohner des Neckarparks hoffen, dass die derzeitige Ruhe nach der Großparty Ende April nicht die vor dem nächsten Sturm ist. "Nach der Aktion mit der Polizei ist es ruhiger", sagt ein Anwohner. Davon kann an anderen Stellen im Park nicht die Rede sein.

Jedes Wochenende werde der Kirchenpavillon auf der Möglingshöhe zur Partymeile mit "Müll ohne Ende, Flaschen, vielen Glasscherben und Pappschachteln", klagt Gaby Speck, Koordinationsbeauftragte der Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen in Schwenningen und Villingen (ACK). "Unser Team hat jedes Wochenende erstmal den Pavillon zu reinigen, bevor er für die Veranstaltung gerichtet werden kann." Erst jetzt sei wieder alles beschmiert worden. Seit sechs Jahren gehe das nun schon, so Speck weiter. Der einzige Trost sei, dass das für Gebäudemanagement und Hochbau zuständige Amt der Stadt schnell handele, wenn Zerstörungen gemeldet werden. "Das läuft sehr gut." Der ACK wünsche sich allerdings bessere und schärfere Kontrollen in den Abendstunden. Sie verstehe die Übeltäter nicht, sagt Gaby Speck. Es gebe ganz offensichtlich kein Selbstverständnis für Werte mehr. "Wir wissen nicht, wie wir dem beikommen können."

Harri Frank von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Tuttlingen bestätigte, dass es auf dem gesamten ehemaligen Landesgartenschaugelände immer wieder zu Ruhestörungen und Beschädigungen, vorwiegend durch Jugendliche, komme. Hin und wieder würden auch Drogen konsumiert, dies sei nichts Außergewöhnliches. Dass gekifft werde, könne in Parks nicht ausgeschlossen werden. Im Mau­thepark sei das genauso. Von einem Drogenumschlagplatz in der Stadt sei ihm allerdings nichts bekannt. Die Polizei gehe immer wieder auf Kontrollgänge und stehe im engen Kontakt zum kommunalen Ordnungsdienst.

Auf der Möglingshöhe wird vor allem nachts oft die Umzäunung beschädigt oder drüber gestiegen, um sich dort zu treffen. Jüngst habe sich die Lage zugespitzt, es soll vermehrt Rauschgift im Spiel gewesen sein, wurde nach Informationen des Schwarzwälder Boten von der Biwakschachtel aus beobachtet.

Die Möglingshöhe sei offiziell bis 20 Uhr geöffnet, teilte Madlen Falke von der städtischen Pressestelle mit. Solange könne sich dort jeder aufhalten. Dann würden die Zugänge von einem Schließdienst abgeschlossen. "Da man auch noch danach die Möglingshöhe verlassen kann, ist es gut möglich, dass sich dort auch noch Personen bis in die späteren Abendstunden aufhalten. Erlaubter Aufenthalt ist bis 22 Uhr möglich." Bei Kontrollen des kommunalen Ordnungsdienstes würden die Personen bei gegebenem Anlass immer auch auf Drogen hin kontrolliert. "Die Mitarbeiter sind insbesondere im Sinne des Jugendschutzes sehr aktiv, auch wenn es sich zum Beispiel um Alkoholmissbrauch oder Tabakkonsum handelt. Bei schweren Delikten wird die Polizei hinzugerufen", so Falke weiter. Drogenfunde gebe es regelmäßig bei Kontrollen im ganzen Stadtgebiet, die Möglingshöhe sei allerdings kein der Stadt bekannter Brennpunkt.