Sie sind zu groß geraten. Manchmal ist klein zu sein nämlich das Größte: Wer weniger als 1,20 Meter misst, hat in den Bädern in VS nämlich freien Eintritt. Wer größer ist – und nicht gerade Geburtstag hat – muss zahlen. Foto: Eich

Vier Jahre, 1,21 Meter und zu groß - Stadträte kritisieren Badbetreiber. AfD sieht Ungleichbehandlung.

Villingen-Schwenningen - Eigentlich wollen die Kleinen ja möglichst gerne schnell groß sein. Geht es allerdings um den Schwimmbad-Eintritt in VS, dann haben kleinere Kinder einen klaren Vorteil: Sie kosten keinen Eintritt.

Die magische Marke liegt bei einem Meter und 20 Zentimetern. Wer größer ist, muss Eintritt bezahlen. Ein System, das oft Anlass für Diskussionen ist, aber in den Augen von Bäder- und SVS-Chef Ulrich Köngeter trotzdem gerecht ist: Bevor man dieses eingeführt hätte, waren Diskussionen an der Schwimmbadkasse an der Tagesordnung. Auf die Frage des Kassenpersonals, ob das Kind denn schon sechs Jahre alt sei kam beispielsweise häufig die Antwort der Mutter: "Nein, erst fünf." Daraufhin meldete sich nicht selten der Nachwuchs zu Wort: "Aber Mama, ich bin doch schon sechs!" Peinlich für die Mutter, verwirrend für das Kassenpersonal, und der Ausweis, der für Aufklärung hätte sorgen können, den hatten viele Eltern natürlich nicht dabei.

Doch manchem Stadtrat in VS schwant seit Mittwoch: Die 1,20-Meter-Regel ist auch nicht des Rätsels Lösung. Olaf Barth von der AfD monierte: "Wenn ein Vierjähriger nicht mehr durchpasst, zahlt er. Ein Gleichaltriger, der kleiner ist, zahlt nicht. Das ist ungerecht."

Köngeter selbst möchte, damit konfrontiert, an der 1,20-Meter-Regelung trotzdem vorerst nicht rütteln: Bei Einführung der Regel sei maßgeblich gewesen, dass in allen medizinischen Büchern Kinder beim Schuleintritt mindestens 1,20 Meter groß seien – "individuelle Ausreißer gibt es nach oben und nach unten".

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