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Villingen-Schwenningen Ältere Dame lässt Microsoft-Betrüger auflaufen

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Die Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus und behaupten am Telefon oder beispielsweise via Mail, dass der Computer der Nutzer von Viren befallen sei. Foto: Feodora – stock.adobe.com

Villingen-Schwenningen - Eine ältere Dame aus Villingen-Schwenningen hat sich von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern nicht reinlegen lassen. Warum sie stutzig geworden ist und was Microsoft zu der Betrugsmasche sagt, lesen Sie in unserem (Schwabo plus)-Artikel.

Aha, mein Computer ist gehackt! Und am besten gebe ich gleich meine persönlichen Daten preis? Von wegen. Das Telefonat mit einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter endet abrupt. Die Doppelstädterin riecht schnell den Braten: "Da geht doch etwas nicht mit rechten Dingen zu."

Der Anruf kommt bereits gegen 8 Uhr. Noch etwas verschlafen nimmt eine ältere Dame aus VS den Telefonhörer ab. Nicht nur ihre englischsprachige Gesprächspartnerin, der sie kaum folgen kann, macht sie stutzig, sondern auch diese "eher seltsame" Telefonnummer, die ihr Display anzeigt. Mit einem klaren "ich verstehe Sie nicht" beendet sie dieses erste Telefonat. Was sie jedoch herausgehört hat: "Es geht wohl um Microsoft." Gegen 13 Uhr folgt der nächste Versuch einer Kontaktaufnahme, dieses Mal auf deutsch, jedoch mit einem Akzent, den die Mittsiebzigerin nicht einordnen kann. Drastisch macht ihr die "angebliche Microsoft-Mitarbeiterin deutlich, dass "mein Computer gehackt wurde". Verbunden mit dem Hinweis, "wir können Ihnen helfen und sagen Ihnen, was zu machen ist". Doch von solchen guten Ratschlägen will die Doppelstädterin nichts wissen, zumal ihr auch die zweite Telefonnummer nicht vertrauenswürdig erscheint. Sie notiert die Zahlen, startet nach Ende des zweiten Telefonats einen Rückruf: ohne Erfolg.

Konzern warnt

Der "Schwarzwälder Bote" versucht sich ebenfalls mit dem Eintippen der Zahlen, um zu erfahren, dass die gewählte Nummer ungültig sei. Ins Reich der Fake-Nummern ist auch eine dritte Telefonnummer einzuordnen, die sich die Frau am frühen Mittag des gleichen Tages notiert. Stutzig ist die ältere Dame nicht zuletzt deswegen geworden, "weil mit meinem Laptop alles stimmt: Von wegen gehackt". Von der Doppelstadt weit hinaus und hinein in ein Büro im Norden, in Hamburg und dem Dienstleister, der für die Öffentlichkeitsarbeit von Microsoft in Deutschland zuständig ist.

Ja, das Problem mit betrügerischen Anrufen sei bekannt., reagiert die Mitarbeiterin auf Anfrage unsere Zeitung und verweist auf Veröffentlichungen des internationalen Hard- und Softwareentwicklers mit Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington hin. Unter anderem heißt es: "Warnung: Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus." Zwar sei die kriminelle Masche, bei der sich Betrüger mittels Anrufe als Mitarbeiter des technischen Supportcenters ausgeben, nicht neu; gewandelt haben sich aber die Methoden. Die Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus und behaupten am Telefon oder beispielsweise via Mail, dass der Computer der Nutzer von Viren befallen sei. Dann bieten sie telefonisch oder über das Internet Software an, die angeblich bei der Säuberung des Geräts helfen soll. Wer diese angebliche Fernwartungssoftware installiert, richte in Wahrheit einen Trojaner ein, über den die Betrüger auf das Gerät zugreifen und Daten ausspähen können.

Microsoft weist darauf hin, dass das Unternehmen keine unaufgeforderte Telefonanrufe vornehme, in denen man anbiete, ein schadhaftes Gerät zu reparieren. Und: "Microsoft fordert niemals Vorauszahlungen." Wer solche Anrufe bekommt, sollte sich nicht davor scheuen, die Polizei darüber zu informieren. Dieter Popp, vom Polizeipräsidium Konstanz, kennt die diversen Maschen von Betrügern nur zu gut. Die Polizei spricht bei dieser Art von Betrug von Scamming, (zu deutsch Betrug, Beschiss, Masche) als Synonym für den Vorschussbetrug.

Hohe Summen im Spiel

Immer wieder, so Pressesprecher Dieter Popp, gehen vor allem ältere Menschen solchen perfiden Betrügern auf den Leim: Manche versuchen, an die persönlichen Daten der Betroffenen zu kommen, erläutert Popp, insbesondere wollen sich Täter Zugriff zu den Kontodaten verschaffen. Offensichtlich auch in unserer Region mit gutem Erfolg. Was die Schadenssummen pro Opfer anbelangt, erläuter der Sprecher aus dem Polizeipräsidium, können die Beträge auch im sechsstelligen Bereich liegen. Die Täter, erläutert er, bedrängen ihre Gesprächspartner so sehr, dass diese in Panik geraten und sensible Daten preisgeben. Hinweise zur Verhinderung von Betrugsdelikten durch falsche Mitarbeiter von Microsoft veröffentlicht die Polizei im Internet unter www.polizei-beratung.de.

Sensible Daten tabu

Niemals sensible Daten Anrufern herausgeben, warnen Thomas Bader, Generalbevollmächtigter der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau und der Bank-Informationssicherheitsbeauftragte Wolfgang Hermle. "Kein Unternehmen würde solche hochsensiblen Daten am Telefon abfragen." Wer sich überreden lasse und ein ungutes Gefühl habe, sollte sofort den Zentralen Sperr-Notruf anrufen: 116 116. Die Volksbank verweist auf ihren Link: www.voba-sbh.de/banking-service/sicherheit/phishing-warnungen.html. Denn Wer Heikles preisgibt, der haftet auch.

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