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Villingen-Schwenningen 1800 Menschen wollen krebskrankem Luis helfen

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Im DKMS-Labor werden die individuellen Merkmale analysiert. Foto: Michael

Villingen-Schwenningen - Der 16-jährige Schüler Luis aus Villingen-Schwenningen hat eine seltene Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Eine Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance.

Unter dem Motto "Luis will leben!" organisierten Freunde und Familie gemeinsam mit der DKMS eine Online-Registrierungsaktion für potenzielle Stammzellspender – mit großer Resonanz, wie die Anzahl der Set-Bestellungen zeigt. Unter dem Link www.dkms.de/luis-will-leben haben sich seit Beginn der Aktion fast 1800 Menschen zwischen 17 und 55 Jahren bei der DKMS gemeldet und damit ein Registrierungsset für einen Wangenschleimhautabstrich nach Hause geschickt bekommen.

"Das ist großartig"

"Das ist einfach nur großartig" freut sich Pascal ­Polaczek. Der Kinderarzt aus Villingen-Schwenningen war Mit-Organisator der Aktion und ist begeistert, dass sich so viele Menschen aus der Region und darüber hinaus bei der DKMS als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen wollen.

"Wir hatten zuerst Bedenken, dass der Aufruf zur Online-Registrierunggegenüber der eigentlich geplanten Aktion in Villingen, wo Registrierungswillige ihren Wangenschleimhautabstrich vor Ort abgeben, auf ein geringeres Interesse stößt. Aber ganz im Gegenteil. Wir haben von ganz vielen Seiten Unterstützung für diese Sache bekommen. Viele haben den Aufruf über die sozialen Medien verbreitet, über persönliche Kontakte oder in den Unternehmen bei der Belegschaft. Und nicht zu vergessen, die beiden Druckereien, die unsere Flyer kostenlos gedruckt haben, die ausführliche Berichterstattung in den lokalen Medien und die vielen Menschen, die uns beim Verteilen der Flyer geholfen haben. Dafür sind wir sehr dankbar."

Suche nach Stammzellenspender unheimlich schwer

Mit den beiden Schirmherren der Registrierungsaktion, Landrat Sven Hinterseh und Oberbürgermeister Jürgen Roth, haben zwei prominente Vertreter der Region die Aktion mit ihren Netzwerken maßgeblich unterstützt – "und damit enorm zum Erfolg beigetragen", sagt Polaczek.

"Im Moment ist Luis noch in einer intensiven Behandlungsphase", erläutert Polaczek, "aber je mehr in dieser Datenbank registriert sind, desto höher sind die Chancen für alle Krebspatienten, dass ein passender Spender gefunden wird. Denn einen geeigneten Stammzellspender füreinen Patienten zu finden, kann unglaublich schwer sein."

Entscheidend für die erfolgreiche Übertragung von Stammzellen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) zwischen Spender und Patient. Inzwischen sind über 18.000 verschiedene Gewebemerkmale bekannt, die in Abermillionen Kombinationen auftreten können. Knapp zehn Millionen Spender sind mittlerweile bei der DKMS im weltweiten Verbund registriert. Dennoch warten viele Blutkrebspatienten, die eine Transplantation benötigen, vergeblich auf einen geeigneten Spender.

"Umso wichtiger ist es, dass jetzt alle, die das Registrierungsset zuhause haben, es auch wieder an die DKMS zurückschicken", so Polaczek. Das bestätigt auch Laura Riedlinger, Aktionsbetreuerin bei der DKMS: "Das Thema Rücksendung liegt uns sehr am Herzen! Denn etwa 40 Prozent der bestellten Sets kommen leider nicht zu uns zurück. Und wenn die Stäbchen nicht wieder zurückgeschickt werden, steht man natürlich auch nicht für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung. Oft ist man im Alltag sehr beschäftigt – Job, Studium, Familie und ein veränderter Tagesablauf beanspruchen uns anders und oft mehr als vor der Coronakrise. Doch Blutkrebspatienten können nicht warten.

"Einen Erfolg kann die Aktion ›Luis will leben!‹ bereits verbuchen: Eine Person, die sich in den vergangenen Wochenunter dem Link neu registriert hat und in die Datenbank aufgenommen wurde, ist postwendend als Stammzellspender für einen anderen Blutkrebspatienten angeschrieben worden – und wird jetzt so möglicherweise zum Lebensretter.

Registrierung möglich

Weiterhin können sich Interessierte auf der DKMS-Website registrieren lassen. Der Link www.dkms.de/luis-will-leben ist weiterhin eingerichtet. Unabhängig davon ist eine Registrierung als potentieller Stammzellspender immer über die DKMS möglich.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Über www.dkms.de/luis-will-lebenkann sich jeder Interessierte unkompliziert online ein Registrierungsset nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder potenzielle Neuspender selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und per Brief an das DKMS-Labor in Dresden senden. Im DKMS Life Science Lab werden dann die individuellen HLA-Merkmale des Spenders analysiert, die eine Registrierung in der DKMS sowie eine Aufnahme in internationale Suchregister möglich machen.

Spender, die sich bereits in der Vergangenheit registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

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