Foto: Bombardi

Mehrere hundert Zuschauer feiern Jubiläumssprung zum 90. Geburtstag des Schwenninger Hansels mit.

VS-Schwenningen - Ein beeindruckendes Erscheinungsbild gaben über 1000 Schwenninger Hästräger beim Jubiläums-Narrensprung zwischen Hocken- und Muslenplatz ab.

Gemeinsam mit tausenden Zuschauern sorgten sie so für eine gebührende Feier für die Hanselfigur, die vor 90 Jahren das Licht der Welt erblickte. Einzige Unbekannte war die Anzahl der teilnehmenden Hansel, doch die Frage war rasch geklärt. 450 Teilnehmerbändel hatte die Zunft als Veranstalter geordert und bis auf den letzten verteilt.

Auch die Befürchtung, dem Publikum während dem Umzug keine chronologische Entwicklung des Häs präsentieren zu können, stellte sich schnell als unbegründet heraus. Einige Träger von historischen Häser waren gekommen, die bis in die Anfangsgeschichte der Hansel zurückgingen.

Original und restauriert vertreten war auch die erste Maske des Hölzlekönigs. Aus den 1940er-Jahre dürfte das Zunftmeisterhäs mit Narrenkappe gewesen sein, in dem Interimschef Lutz Melzer am Umzug teilnahm.

Im folgten Florian Schütze in Begleitung zweier Zunftfrauen, deren Häser aus der Zeit um 1960 stammten. Eine außergewöhnliche Figur war ein Professor mit einem Schwellkopf, bei dem zahlreiche Zuschauer ins Grübeln kamen. Sein einzigartiges Aussehen passt so gar nicht ins Bild der Zunft. Doch die Lösung war einfach.

"Einst war der Professor eine der tonangebenden Figuren an der Kinderfasnet, doch er verschwand irgendwann wieder von der Bildfläche", erläuterte Melzer. "Figuren kommen und gehen. Doch der Hansel bleibt", sprach Melzer von einem Jubiläums-Narrensprung, der jegliche Erwartungen übertraf. Vom Bild hunderter synchron springender Hanselhästräger bis hin zur komplexen Vielfalt der zahlreichen anderen Figuren der Narrenzunft und anderen Schwenninger Vereine passte alles zusammen. Auch die Musikvereine von der Harmonie bis zu den "Fetzä Bätscher" präsentierten sich gut gelaunt."

"Interessant war auch, dass sich andere Gruppen mit dem historischen Virus infizierten und Häser aus ihrer Vergangenheit präsentierten." So zum Beispiel die Schantle, die in ihrer weißen Halskrause an eine vergangene Zeit erinnerten.

Positiv wirkte sich aus, dass sich die Narren nicht nur auf die Suche nach alten Häser beschränkten, sondern auch Fahnen und andere närrische Utensilien der Vergangenheit mit sich trugen.

Nach dem Umzug ging es zum Strählen.

Rund um den Narrenbaum führten die Sauerwasenhexen ihren Tanz auf.

Bereits im Vorfeld des Narrensprungs nahmen hunderte von Zuschauern auf dem Muslenplatz am Stellen des Narrenbaumes teil.

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen verfolgten sie ein Spektakel, an dessen Ende sich der Baum rund 21,50 Meter in den Himmel erstreckte. Verantwortlich hierfür waren wie immer die Tännlelupfer unter ihrem Oberlupfer Uwe Mühlbacher.

Mit von der Partei war auch diesmal wieder Bürgermeister Detlev Bührer, der wie die Lehrlinge und Gästelupfer zum 25-köpfigen Team der Baumsteller zählte.