Der geplante Abriss der Villa Härdtner sorgt in Oberndorf für viel Aufregung. (Archivfoto) Foto: Rösler

Verwaltung und Gemeinderat haben aus Vergangenem nichts gelernt – der Meinung ist zumindest unser Leser Gerhard Banholzer aus Oberndorf, der sich zum Thema „Abriss der Härdtnerschen Villa“ äußert.

Es ist schwer nachvollziehbar, mit welcher Hartnäckigkeit die Stadt Oberndorf am Abriss dieser Villa in der Wasserfallstraße festhält. Wobei dieser Beschluss in einer nichtöffentlichen Sitzung gefasst wurde.

 

Hätte die Grundsatzentscheidung hierzu nicht in einer öffentlichen Sitzung erfolgen müssen? Jedenfalls sind keine rechtfertigenden Gründe für eine Beratung und Beschlussfassung in einer nichtöffentlichen Sitzung erkennbar. Hier haben Stadtverwaltung und die beiden „großen“ Gemeinderatsfraktionen die Chance für mehr Transparenz und Einbeziehung der Bürger versäumt.

Hat Bürgernähe keine Bedeutung?

War der Begriff „Bürgerbeteiligung“ nach den Erfahrungen zum Ende der Amtszeit des früheren Bürgermeisters nicht auch ein wichtiges Anliegen vieler Bürger? Leider wurde mit dieser nichtöffentlichen Beratung und Beschlussfassung einmal mehr nach außen demonstriert, dass Bürgernähe wohl auch heute keine allzu große Bedeutung hat, wenn bestimmte Ziele durchgesetzt werden sollen.

Offensichtlich hat die Verwaltung, aber auch der Gemeinderat aus den Vorgängen bezüglich des geplanten Abrisses von zwei Gebäuden, die einem modernen Kubus weichen sollten in der Kameralstraße in der „Pfalz“, dem eigentlichen historischen Kern von Oberndorf, in den Jahren 2018/19 nichts gelernt.

Der große Zuspruch, den die seinerzeitige Initiative Baukultur, eine freie Bürgerinitiative, erfahren hat, hat doch gezeigt, dass viele Bürger nicht mehr mit der Entwicklung der Stadt zufrieden sind, die vor allem die Belange der Bürger ignoriert!

Kruder Funktionalismus

Dabei muss berücksichtigt werden, dass in den zurückliegenden Jahren bereits viele, das ehemalige Stadtbild prägende historische Gebäude, in Oberndorf abgerissen und durch neue, vom sogenannten Bauhaus-Stil geprägten Gebäude ersetzt wurden.

So wurde leider auch in Oberndorf, wie in ganz Deutschland nach dem letzten Krieg, die Ästhetik und Historie einem kruden Funktionalismus geopfert. Insofern bedeutet der geplante Abriss dieser Härdtner’schen Villa mit ihrer wunderschönen Außenfassade, ein weiterer Schlag gegen die historische Baugeschichte Oberndorfs.

Gerhard Banholzer, Oberndorf

Schreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.