„Da wackelt nichts“, beruhigt Joachim Wien, der Vorsitzende des Kultur- und Veranstaltungszentrums im Fürstengarten.
Wenn das kein Déjà-vu ist. Oder eben nicht: Beim Förderverein des Hechinger Kultur- und Veranstaltungszentrums ist die aktuelle Situation vor ziemlich genau einem Jahr tatsächlich schon passiert.
Und zwar mit denselben Beteiligten. Der stellvertretende Vorsitzende Oliver Skoko hat sein Amt erneut niedergelegt. Just das war bereits Anfang 2025 zu berichten gewesen. Der damals seit gut zwei Jahren amtierende Vize Joachim Wiens hatte den Ehrenamtsposten aus beruflichen und aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben.
Zwölf Monate später muss Fördervereinschef Wien ein weiteres Mal die einschlägige Anfrage bestätigen: Ja, Oliver Skoko ist nicht mehr im Amt. Der Vorsitzende nennt als Gründe berufliche Abwesenheiten und gesundheitliche Probleme in der Familie.
Wieder nicht im Amt
Déjà-vu? Nein. Schon einmal so mitgeteilt vor einem Jahr, aber da waren es der Beruf und die Gesundheit des Stellvertreters selbst. An dieser Stelle ist anzumerken, dass es nicht einfach ist, den Vizevorsitzenden des Fördervereins Villa Eugenia direkt zu sprechen.
Aber was bedeutet der wiederholte Verzicht? Lässt man es Joachim Wien erklären, scheint es kaum der Rede wert. Denn sein Vize ist zwar ganz offiziell zurückgetreten, bleibt aber laut Wien kommissarisch im Amt. Das bedeute, dass Oliver Skoko beispielsweise zeichnungsberechtigt ist, falls es etwas zu unterschreiben gäbe und Joachim Wien weit, weit weg wäre.
Alles in Ordnung also, wie immer beim Förderverein? Nicht unbedingt. Denn man ist durchaus auf der Suche nach Ersatz. Getagt werden soll aus diesem Grund mal wieder außerhalb der Reihe. Aber nur nicht so eilig. „Nicht vor März“ werde man einen Termin für diese Sitzung ansetzen, sagt Joachim Wien. Bis dahin soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden sein. Bis zu einer Neuwahl bleibt Oliver Skoko dem Verein kommissarisch erhalten.
Wer würde wollen?
Allerdings ist es wie vor einem Jahr: Ehrenamtliche Posten sind schwer zu besetzen. Beim Förderverein Villa Eugenia darf man vielleicht anmerken, dass es diese Runde besonders schwer hat damit. Angefragt wurden potenzielle Stellvertreterinnen und Stellvertreter laut Wien bereits, aber es gebe keine festen Zusagen.
Wie war das vor einem Jahr? Die offenkundige Palastrevolution, angeführt vom damaligen Vorstandsmitglied Roland Buckenmaier, scheiterte krachend. Der Beisitzer wollte zwei Dinge nicht: Als Vize kandidieren und gegen Wien als Gegenkandidat antreten.
Stellvertreter gewählt in Abwesenheit
Daraufhin wurde überraschenderweise der eigentlich überbeschäftigte Oliver Skoko als Stellvertreter noch mal aus dem Hut gezaubert und prompt gewählt. Dies jedoch in Abwesenheit. Das mutete manchen der Mitglieder seltsam an.
Joachim Wien selbst ging aus der Wahl reichlich lädiert hervor: Nur 13 der damals anwesenden 29 Stimmberechtigten votierten für den langjährigen Amtsinhaber, und 16 taten das nicht. Es gab neun Neinstimmen, vier Enthaltungen und drei ungültige Stimmen. Wie wäre die Wahl ausgegangen, wenn Roland Buckenmaier angetreten wäre?
Stadt schaut aufmerksam zu
Den Blick zurück wird der amtierende Vorsitzende nicht gern lesen. Und die Entwicklung des Vereins seither spricht auch für ihn: Alles scheint seinen geregelten Gang zu gehen, und es wurden auch die Sanierungsarbeiten ausgeführt, an denen sich im Herbst 2024 der Zwist zwischen Roland Buckenmaier und Joachim Wien mit entzündet haben dürfte.
Der Vorsitzende betont auch, dass es trotz des neuerlichen Rücktritts ordentlich weitergehen werde: „Der Förderverein wackelt nicht.“ Bei der Stadt wird man das mit Erleichterung vernehmen. Denn die Altersstruktur der Villa-Führungsriege bleibt im Rathaus immer ein Thema.