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Villa Berg Studieren im Park

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Im Park der Villa Berg soll die Duale Hochschule unterkommen. Foto: the

Stuttgart - Im Juni wird der Südwestrundfunk (SWR) seine Studios rund um die Villa Berg räumen und seinen Neubau neben dem Funkhaus beziehen. Die Zukunft der 20.000 Quadratmeter Geschossfläche, den 17.000 Quadratmeter Außenanlage und der Villa Berg selbst ist ein knappes halbes Jahr davor immer noch ungewiss. Der Umstand, dass ein Investor aus Düsseldorf nach der Insolvenz der Firmengruppe des früheren Bauträgers Rudi Häussler die Immobilien aufgekauft hat, ändert daran wenig. Außer, dass der kommunalpolitische Streit um die Nutzung des Areals etwas abgeflaut ist. Geblieben ist die Sorge, dass vor allem die prächtige denkmalgeschützte Villa Berg verfällt, ehe das komplizierte Baurecht mit den Plänen des neuen Eigners in Einklang gebracht ist.

Davon könnte die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) profitieren. Zumindest hat die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine entsprechende Idee geboren. Die DHBW könnte, so der Vorschlag von Fraktionschef Peter Pätzold am Donnerstag, „hier interimsmäßig einziehen“. Auf dem Weg lasse sich die akute Raumnot der früheren Berufsakademie erst mal lindern. Die Gebäude im Park der Villa Berg böten dabei allerlei Vorteile. Das Areal ist nach Ansicht der Grünen bestens an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Überdies stehe die vorhandene Tiefgarage nach dem Umzug des SWR leer. Der Park selbst erfahre durch die Studierenden eine Belebung und lasse sich so aus „einer Art Dornröschenschlaf“ wachküssen, wie Fraktionskollege Michael Kienzle formuliert. Zudem wäre dem Erhalt der Villa Berg gedient: Für die für den württembergischen Kronprinzen Karl im Jahr 1853 vollendete Villa schwebt den Grünen eine Nutzung als Mensa vor, im Obergeschoss könnten Konferenzen oder mündliche Prüfungen abgehalten werden. Abends sei ein Restaurant-Betrieb vorstellbar.

Der Vorschlag der Grünen befinde sich freilich erst im Stadium der Idee, räumt Pätzold ein. In welcher Form das auf den SWR zugeschnittene Sondernutzungsrecht für den Park verändert werden muss, ob und welche Umbauten an den Studios für eine Zwischennutzung nötig sind und welche Kosten dafür anfallen, dass soll die Stadtverwaltung prüfen, verlangt die Fraktion in einem Antrag. Dazu soll sich die Stadt mit Vertretern der DHBW und des neuen Eigentümers, der Property Development Investors GmbH (PDI), zusammensetzen. Wenn alle zügig auf diese Interimslösung hinarbeiten, müsste „ein Bespielen des Geländes“ bis Ende 2012 möglich sein, glaubt Pätzold.

Joachim Weber, Rektor der DHBW, begrüßt es, dass sich Kommunalpolitik Gedanken mache. „Die Idee ist kreativ, aber wir müssen das Beste für alle Beteiligten erreichen.“ Das Beste ist aus seiner Sicht, einen Großteil seiner rund 8000 Studenten in einem Gebäude oder auf einem Campus zusammen zu führen. Seit sechseinhalb Jahren kämpft er für einen Neubau. Die Hegelstraße ist dabei ebenso als Standort in der Diskussion wie das sogenannte C-1-Areal beim Nordbahnhof. Die reichlich zersplitterte DHBW verteilt sich momentan auf bis zu 20 Standorte.

Eigentümerin für Zwischennutzung offen

Skeptisch macht den Rektor der Zeitplan, Weber bezeichnet ihn als „anspruchsvolles Ziel“ . Mit Baurecht und Kosten „müssen sich eine Vielzahl von Gremien und Ministerien befassen“. Die Erfahrung lehre, das dieses Prozedere ein bis zwei Jahre dauere. Die letzte Entscheidung liege ohnehin beim Land Baden-Württemberg als oberstem Dienstherr. Zudem bereitet dem Rektor ein ganz andere Termin Sorge. Am 1. Oktober beginnt das Wintersemester, dann müssen rund 400 neue Studierende aus dem ersten Doppel-Abitur-Jahrgang untergebracht sein.

Immerhin habe PDI, Eigentümerin der Studios, signalisiert, für eine Zwischennutzung offen zu sein, berichtet Peter Pätzold. Der Grünen-Fraktionschef glaubt, dass auch der neue Investor von einer Interimslösung profitiere. „Das schlimmste wäre, die Studios stünden drei Jahre leer.“ PDI-Chef Mathias Düsterdick war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dessen Firma will im Park zwar nicht wie früher von Rudi Häussler geplant ausladende Luxuswohnungen bauen. Aber auch für Mietwohnungen innerhalb bestehender Gebäudegrenzen müsste der Gemeinderat in einem langwierigen Verfahren Baurecht schaffen. Die ablehnende Haltung großer Teile von Verwaltung und Mandatsträgern gegenüber den bisherigen Plänen, hatte Häussler und die ihm lange wohlgesonnen Stadt entzweit.

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