Der SC Freiburg und seine Fans fiebern dem Viertelfinale im DFB-Pokal bei Hertha BSC entgegen. Auch Julian Schuster freut sich auf die Partie, mahnt aber davor, zu überdrehen.
„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ – auf 5200 Anhänger des SC Freiburg trifft dieser bekannte und beliebte Fangesang am Dienstagabend (20.45 Uhr/Sky) zu. Wenn die Breisgauer bei Hertha BSC Berlin um den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals spielen, kann man also auf starke Unterstützung bauen.
Cheftrainer Julian Schuster sagte daher auch gleich zu Beginn der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie: „Ein großes Dankeschön an unsere Fans. Das ist an einem Dienstagabend alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Wir freuen uns auf eine tolle Atmosphäre.“ Dass es eine solche auch werden wird, beschwor auch Hertha-Coach Stefan Leitl am Montag. „Wir haben richtig Lust auf dieses Spiel gegen eine Spitzenmannschaft aus der Bundesliga. Ich wünsche mir ganz viel Support, die Hütte muss brennen, wenn wir eine Chance haben wollen. Morgen muss ganz Berlin blau-weiß sein.“
Den Fokus nicht verlieren
Angesichts dieser Tatsache und der sportlichen Bedeutung der Partie – schließlich hat der Sport-Club eine mehr als reelle Chance ins Pokalhalbfinale einzuziehen – betonte Schuster aber auch: „Es ist auch total wichtig, bei sich zu bleiben. Man darf nicht überdrehen. Die Mannschaft hat aber den Fokus, den es für diese Aufgabe bedarf.“
Die ohnehin schon besondere Partie dürfte für einen Akteur sogar noch etwas spezieller sein. Derry Scherhant, in Berlin geboren, trifft erstmals auf seinen Ex-Verein. Zwei Millionen Euro (Angabe laut transfermarkt.de) ließ sich der SCF den schnellen Flügelstürmer im Sommer kosten. Mit bereits sieben Torbeteiligungen in nicht einmal 1000 Spielminuten ist Scherhant gut unterwegs, und auch am Dienstag ein Kandidat für die Startelf. Am Samstag gegen Werder Bremen hatte Vincenzo Grifo den Vorzug erhalten, für das Spiel gegen die Berliner ließ sich Schuster nicht in die Karten schauen und meinte: „Er ist in einer guten Verfassung. Wie immer, wenn es um die Aufstellung geht, werden wir verschiedene Faktoren miteinbeziehen.“ Klar ist hingegen schon, dass Florian Müller wie bei den Pokalpartien in Düsseldorf und gegen Darmstadt zwischen den Pfosten stehen wird.
Schuster lobt die Hertha
Großen Respekt hat Schuster indes auch sportlich vor dem Kontrahenten aus Berlin. Der Hauptstadt-Club setzt seinen ausgerufenen „Berliner Weg“ in den letzten Jahren mit bemerkenswerter Konsequenz durch und integriert viele eigene Talente in seine Mannschaft. So sorgte unter anderem der erst 16-jährige Kennet Eichhorn schon für viel Furore, ist aktuell aber verletzt. Mit Kapitän Fabian Reese, Paul Seguin und Toni Leistner kann der Kader aber auch Erfahrung aufbieten.
Jüngst ein Sieg in Elversberg
„Es ist eine sehr, sehr interessante Mannschaft mit einer spannenden Mischung. Ich habe mir die Partien im Vorfeld sehr gerne angeschaut. Da wurde in den vergangenen Jahren richtig gute Arbeit geleistet. Sie haben sich auch zuletzt sehr stabilisiert. 3:0 in Elversberg haben in den letzten Jahren nicht viele Teams gewonnen“, so Schuster.
Mit seiner Mannschaft wird er alles daran setzen, dass man in dieser Saison nochmals nach Berlin fährt – dann mit noch deutlich mehr als 5200 Fans im Rücken.