Domen Prevc ist in Oberstdorf nicht zu schlagen, Felix Hoffmann springt aufs Podest. Luca Roth ist chancenlos – und hilft doch Philipp Raimund auf magische Weise.
Für Luca Roth aus Meßstetten (Zollernalbkreis), der zuletzt wieder einmal Weltcup-Punkte verbucht hatte, war wie erwartet beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf nichts drin.
Nach der Qualifikation am Sonntag war klar, dass der 46. im Klassement gegen den Österreicher Jan Hörl springen muss. Und der landete im ersten Durchgang auf Platz 2, nur geschlagen vom „Domenator“, Domen Prevc, der da weitermachte, wo er im Weltcup aufgehört hatte.
Der Slowene sprang die ganze Konkurrenz in Grund und Boden und ließ von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, wer am Ende ganz oben stehen würde.
Timi Zajc disqualifiziert
Hinter ihm teilten sich zunächst Landsmann Timi Zajc und Titelverteidiger Daniel Tschofenig Platz 2, doch Zajc wurde disqualifiziert.
Felix Hoffmann springt aufs Podest
Davon profitierte Felix Hoffmann („war cool“), der als Dritter auf dem Podest die deutschen Tournee-Hoffnungen am Leben hält. Philipp Raimund hauchdünn dahinter als Fünftem bleiben auch fast alle Chancen in der Gesamtwertung – bis auf Platz 1 natürlich, der an Prevc vergeben scheint.
Für Luca Roth blieb nach 114,0 Metern nur Platz 44, aber immerhin die Gewissheit, besser abgeschnitten zu haben als Constantin Schmid auf Platz 49 – und der einstige VorspringerAndreas Wellinger, der 48. wurde und bei dem genauso wie bei dem in der Qualifikation gescheiterten Karl Geiger weiterhin gar nichts zusammenläuft.
Die besondere Tragik bei Andreas Wellinger
Die neuen Anzugsregeln zwingen den beiden ein neues Flugsystem ab, das sie einfach nicht umgesetzt bekommen. Tragisch: Die Regeln wurden wegen des norwegischen Anzugskandals bei der WM Anfang des Jahres eingeführt – und dort hat Wellinger mutmaßlich wegen eines nicht regelkonformen Anzugs von Marius Lindvik WM-Gold verpasst.
Nun läuft nichts mehr zusammen, und Besserung ist nicht in Sicht, auch wenn Wellinger fast trotzig am Ende sagte: „Rüber nach Garmisch und dann fangen wir wieder an. Neue Schanze, neues Glück.“
Ein neuer magischer Helfer
Dieses Glück braucht der neue deutsche Vorspringer Philipp Raimund nicht. Und doch hat er einen neuen magischen Helfer dabei – und den hat der gebürtige Göppinger im Sommer von Zimmerkollege Luca Roth erhalten: einen Ring.
Der Herr der Ringe
„Das ist Schwabenpower“, sagt Raimund. Und der vor Kurzem kurz ins Weltcup-Team gerutschte Luca Roth ist überzeugt, dass der von allen nur „Hille“ genannte Raimund die entscheidenden Impulse von dem Ring bekommt, der von Herzschlag über Stress bis hin zu Schlafdaten alles aufzeichnet und über eine App abrufbar macht. „Seiner Meinung nach bin ich erst dann gut geworden“, sagt Raimund und lacht.
Philipp Raimund auf Platz 5
In Oberstdorf hat das ganz gut geklappt: Die deutsche Tournee-Hoffnung flog mit seinem „Schatz“ (Konkurrent Valentin Foubert in Anlehnung an den Herrn der Ringe über das Accessoire) auf Platz fünf, im Auslauf wurde er gleich vom Mit-Schwaben Luca Roth abgeklatscht.
„Es kann noch viel passieren“
„Ich habe meinen Schneid nicht verloren, hab das Ding durchgezogen“, zog er zufrieden Fazit und weiß, dass alles eng beieinander liegt: „Garmisch, Innsbruck, B’hofen – es sind noch sechs Sprünge, da kann noch viel passieren.“
Felix Hoffmann hat Lust auf mehr
Noch besser lief es – auch ohne Magie, Zauberei oder Ringen – bei Felix Hoffmann. Und der hat nach Platz drei Lust auf mehr bekommen: „Bis auf den Domen ist alles noch echt eng beisammen.“ Da geht also noch was – und im Duo mit Philipp Raimund geht alles noch ein bisschen einfacher: „Es hat mich echt gepusht, dass der Philipp in Führung gegangen ist.“
Das Neujahrsspringen kann kommen
Und dann hat er einfach einen draufgesetzt. Das Neujahrsspringen (Qualifikation am Mittwoch um 16.00 Uhr) kann also kommen.