Die Akteure des Sportvereins sind glücklich: Ihr langes Festwochenende mitsamt Fußballturnier und viel Musik lockte – trotz Wetterkapriolen – viel Publikum an. Mindestens das halbe Dorf dürfte mitgefeiert haben – wenn nicht noch mehr.
Hochgerechnet nahezu tausend Leute ließen sich das beliebte Dorfereignis nicht entgehen. Viele davon pilgerten über die vier Festtage sicherlich gleich mehrfach zum Sportgelände an Münchweiers Westrand. Zu sämtlichen Veranstaltungspunkten agierte Vorstandsbeisitzer Andreas Luckau kommentierend am Mikrofon, während mehrere dutzend Vereinsmitglieder samt Familienangehörigen etwa im Küchendienst oder als Bedienungen gehörig ins Schwitzen kamen.
Noch bei Tageslicht um 18 Uhr begann am Freitag die mittlerweile schon 24. „Nacht der langen Bälle“, der Torkampf von neun Vereinen und Gruppen. Da hatte schließlich der „1. FC Hinten sind die Enten fett“ die meisten Tore erzielt, gleich gefolgt von der wackeren „Hiddi im Brucktal“ und dem „MSV Schutterbund“. Fröhliches Schlusslicht mit einem Trostpreis wurden die „Pilsner Herzbuben.“ Bei immerhin fünf sportlich ebenso hoch motivierten Betriebsmannschaften hatten letztlich die Firmen Emons, das erste Team von LMT Kieninger sowie Schwarzwaldeisen nach Turnierende mit Flutlicht-Endspiel eine Stunde nach Mitternacht die Nasen ganz vorne. Danach folgte noch ein gemütliches Beisammensein teils bis in die frühen Morgenstunden hinein.
Der Samstag war nachmittags vom spielerischen Wettbewerb an vielen Rasen-Stationen geprägt: Es wurde die nun schon sechsten „Team-Challenge“ veranstaltet. Dafür erschienen trotz Dauerregen insgesamt 14 Vereine, Familien und sonstige Gruppen. Junge Schulkinder (ab der fünften Klasse) bis hin zu schon älteren Teilnehmern jenseits der 50er ließen es sich nicht nehmen, beim „Spiel ohne Grenzen“ möglichst viele Punkte bei diversen Geschicklichkeitsspielen zu sammeln. So etwa beim Slalom-Balldribbeln oder Erklettern eines hohen Bierkasten-Turms – natürlich gleich mehrfach abgesichert, sogar per Gabelstapler. Abends traf sich ein munter gebliebenes Münchweier dann noch zum Disco-Tanz mit den „Brucktal Beats“ im geräumigen Vorbau des Clubheimes.
Der Sonntag geriet nach dem gut besuchtem Frühschoppen zum sonnenverwöhnten Festhöhepunkt. Das könnte dem Mittagstisch mit dem gegrillten Rollbraten als besonderer Renner zu verdanken sein oder den Vorführungen der vor fünf Jahren gegründeten vereinseigenen Kindertanzgruppe samt einer Eltern-Kind-Turngruppe auf dem Hauptspielfeld. Diese kamen ebenso gut an wie ein erfolgreiches Spiel der eigenen D-Jugend (die in Spielgemeinschaft mit Wallburg gerade Staffelmeister wurden und als solcher geehrt wurden) gegen Freiamt-Ottoschwanden.
Hieronymus-Cup geht an die Konkurrenz
Beim Fußballspiel der Herrenmannschaft zum „Hieronymus-Cup“ unterlag trotz allen Bemühens die eigene Mannschaft haushoch mit sieben Gegentoren dem höherklassigen A-Ligisten SG Rheinhausen. Das tat dem gemütlichen Abendausklang mit bester Stimmung jedoch keinen Abbruch. Schließlich hatte man ja auch das über Großbildschirm verfolgte vorzeitige EM-Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft am Freitag mittlerweile schon gut verdaut.
Am Montag kämpften schon morgens Münchweierer Grundschüler auf dem Kleinfeld begeistert um möglichst viele Tore. Die 360 Bierbankplätze vor dem Clubhaus waren zum zum Rentner- und Handwerkerfrühschoppen komplett belegt. Schon rein rechnerisch war dort bis zum Abend mit geschätzt 400 Gästen abermals nahezu halb Münchweier von Jung bis Alt erneut zum Feiern erschienen.
Die Duo-Liveband „Sommerwind“ sorgte am Abend für beste Pop-, Rock- und vor allem Country-Musik, mit der ebenso pfeif- wie stimmstarker Martina und dem gleichermaßen überzeugendem US-Hubert aus Schwaben. Auch der Montag endete am Münchweierer Ortsrand erst lange nach Einbruch der Dunkelheit.
Die Kuh ist los
Am Montagabend gab es beim SVM einige besondere Gerichte, etwa den „Kuhfladen“ (Fleischküchle), „Bauers Liebling“ (Schnitzel), das „Eutersteak“ (Fleischkäse) oder „Grünfutter“ (gemischter Salat). Kurz nach 19 Uhr brachte der Ettenheimmünsterer Landwirt Josef Joos seine 600 Kilo schwere Manuela auf das sonst geheiligte Spielfeld. Die braune Jungkuh sollte dort ihren ersten Fladen los werden – und zwar auf zuvor für Wetten „verkaufte“ Rasenstücke. Doch Manuela ließ sich erst mal Zeit, um stattdessen im gemütlichen Trott schattige Platzecken aufzusuchen. Doch nach gut 20 Minuten hatte sich die Kuh entschieden und durfte wieder in den heimischen Stall zurück. Kuhfladen-Hauptsieger war der Münchweierer Max Klattenhof. Er spendete den Geldgewinn dem SV Münchweier. Verlost wurden indes zuvor gestiftete viele weitere Präsente und Gutscheine aller Art.