Im Wald rund um den Waldfestplatz in Loßburg entsteht ein Mountainbike-Trail. (Symbolfoto) Foto: Kunz

Vier Projekte gingen aus dem Loßburger Jugendhearing im Herbst hervor. Nun befinden sich alle mitten in der Umsetzung. Ganz besonders eines der vier stieß im Gemeinderat auf großen Zuspruch.

Loßburg - Freies WLAN, die Bibliothek der Zukunft, ein Mountainbike-Park und ein selbstorganisierter Jugendraum: Über eine Umfrage unter den Gemeinderäten sollten die Projekte priorisiert werden. Zwölf der Ratsmitglieder gaben ihre Stimmen für das Projekt Bikepark ab und auch bei den Pro- und Kontraargumenten, so Hauptamtsleiterin Anja Lewandowski, habe es so gut wie nur Argumente für den Park gegeben. Damit liegt auf diesem Vorhaben nun ein ganz besonderes Augenmerk.

Hindernis Baugenehmigung überwunden?

Bisher habe der Austausch in der aktuell sechsköpfigen Bikepark-Jugendgruppe hauptsächlich über die sozialen Medien stattgefunden, weil Gruppentreffen aus bekannten Gründen schwer möglich waren. Dennoch ist in den vergangenen Monaten einiges passiert. Viele Orte rund um Loßburg seien geprüft worden, so Bürgermeister Christoph Enderle in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ein passender Platz müsse viele Bedingungen erfüllen, es brauche Anfahrtsmöglichkeiten, Parkplätze und das passende Gelände. Fündig wurde die Gemeindeverwaltung zusammen mit den jungen Initiatoren rund um den Waldfestplatz, der auf einer Lichtung unterhalb des Freibads liegt.

Das Gelände ist im Gemeindeeigentum und die Jugendlichen haben sich auch schon einen Streckenverlauf überlegt, der realisiert werden kann, ohne dass Bäume fallen müssen. Bei der Begehung war Förster Martin Schmalz dabei und prüfte das Vorhaben auf Umweltfreundlichkeit und Realisierbarkeit. Nur ein Hindernis der bürokratischen Art stand im Weg: Eine Baugenehmigung braucht Zeit. Damit wäre ein Start der Arbeiten in diesem Jahr unmöglich.

"Aber so lange wollten wir die Jugendlichen nicht warten lassen", erklärte Enderle. "Da muss gleich etwas passieren." Die jungen Fahrrad-Fans wünschen sich ein naturnahes Mountainbike-Gelände ohne Teer oder Metall. "Es geht darum, mit Erde etwas aufzubauen", so der Bürgermeister. Und so soll der erste Trail jetzt umgesetzt werden: Möglichst einfach und mit natürlichem Material.

Er erhofft sich damit, das "Damoklesschwert Baugenehmigung, das über dem Projekt schwebt" aus dem Weg räumen zu können. "Für einen ein Meter hoch aufgeschichteten Dreckhaufen braucht man auch in Deutschland noch keine Baugenehmigung", so der Bürgermeister.

Was die nun startenden Arbeiten an der ersten Strecke angeht, dürfen die Jugendlichen sich aktiv beteiligen, zum Beispiel indem sie die Streckenabschnitte testen und mitreden, wie sie sich entwickeln müssen. "Die Jungs sollen nicht nur irgendetwas hingestellt bekommen, sondern an der Entstehung mitarbeiten können", so Enderle.

Wichtig sei auch, dass der Waldfestplatz unangetastet bleibt. Der müsse weiterhin uneingeschränkt nutzbar bleiben. Beginnend beim Weg nordwestlich der Lichtung verläuft die Strecke als Einbahnstraße in geschwungenen Kurven durch den Wald in Richtung Schömberger Straße, um in einem großen Bogen wieder in Richtung Festplatz zurück zu führen und auf den Waldweg östlich der Lichtung zu treffen.

Von dort aus können die Jugendlichen unterhalb des Waldfestplatzes vorbei und wieder zurück zum Trail-Startpunkt fahren. Die Strecke wird also als Rundweg durch den Wald angelegt. Neben Kurven beinhaltet der Plan Hügel und Sprünge, die durch kleine Erdschanzen möglich sind. Verschiedene Schwierigkeitsgrade machen die Strecke für Anfänger und Fortgeschrittene nutzbar. Jeder kann selbst entscheiden, welche Hindernisse er nimmt und welche er lieber umfährt.

Die Jugendlichen beschäftigen sich in kleinen Gruppen auch gerade mit dem Entwerfen eines Logos und dem Festsetzen von Nutzungsregeln.

Freies WLAN auf dem Marktplatz nicht mehr fern

Neben dem Projekt Bikepark werden die anderen drei jedoch auch nicht außer Acht gelassen. Gute Neuigkeiten hatte Lewandowski bezüglich des freien Internetzugangs zu überbringen: "Es kommt bald freies WLAN auf dem Marktplatz und im Jugendtreff." Angebote seien eingeholt.

Die Gruppe "Jugendraum" habe inzwischen ebenfalls Unterstützer gefunden. Auf der Suche sei sie jedoch nach wie vor nach einem passenden Raum.

Und was die Bibliothek der Zukunft angeht, starte nun ebenfalls die Umsetzung. Nötige behördliche Anträge sind vonseiten der Gemeindeverwaltung gestellt. Den Beteiligten schweben digitale Angebote vor, sodass für ein bestimmten Budget zum Beispiel verschiedene Medien online genutzt werden können, ebenso eine Hausaufgaben- und Chillecke, sodass die Bücherei auch zu einem Treffpunkt werde.

"Wir müssen die Bibliothek für Jugendliche greifbarer machen", so Enderle. Auch bei diesem Projekt könne er Vollzug melden.

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