Das Schwenninger Friedensschulbad ist seit vier Jahren Geschichte. Ein neues Konzept zur Umnutzung wurde vor rund einem Jahr beschlossen. Wie geht’s jetzt damit weiter?
Die Wellen hatten hochgeschlagen, als kurz vor den Sommerferien 2022 bekannt wurde, dass das beliebte Schwimmbad in der Friedensschule, das nicht nur von Schulen, sondern auch von Vereinen über acht Jahrzehnte hinweg genutzt wurde, schließen soll.
Trotz wochenlanger Proteste und diverser Aktionen von betroffenen Vereinen und Bürgern, die hier einst das Schwimmen gelernt hatten – inklusive Demo und Petition – wurde das Bad stillgelegt.
Nicht mehr rentabel
Der Grund laut Bäder VS (BVS), die das Bad betrieben hatten und Teileigentümer sind: Eine zu große Mängelliste des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes, die etwa eine energetische Sanierung und Erneuerung der sanitären Anlagen mit sich gezogen hätte, notwendige Investitionen von rund 400 000 Euro sowie ein Jahresfehlbetrag von bis zu 250 000 Euro mit steigender Tendenz – alles Kosten, die nicht mehr tragbar gewesen wären.
Infolgedessen waren Schwimmunterricht und -training unter anderem auf das Schwenninger Neckarbad und das Villinger Hallenbad sowie auf das Bad in der Schwenninger Lebenshilfe verteilt worden.
Becken steht leer
Seither steht das Schwimmbecken im rechten Flügel der Schule leer. Doch dass es eine Nach- und Umnutzung geben soll, wurde bereits im Zuge der Stilllegung von der Stadt beziehungsweise Bäder VS kommuniziert.
So kam das Thema vor rund einem Jahr, im Februar 2025, auf die Tagesordnung der städtischen Gremien. Ein „Gymnastikraum mit Bewegungslandschaft“, so heißt es in der damaligen Vorlage, soll hier künftig entstehen.
Bedarf zweier Schulen
Denn der Bedarf nach neuen Sporträumen sei gleich von zwei Schulen vorhanden: sowohl von der Friedensschule als größte Schwenninger Grundschule mit ihren fünf Klassen pro Jahrgangsstufe plus Vorbereitungsklasse und großem Ganztagsbereich als auch von der Janusz-Korczak-Schule.
Das Sonderpädagogisches Beratungs- und Bildungszentrum soll vom jetzigen Standort Altes Gymnasium in das nahe gelegene Gebäude der ehemaligen Hirschbergschule ziehen – allerdings später als noch Anfang letzten Jahres gedacht: Zuerst war ein Umzug zum Schuljahr 2025/26 geplant, dann zum Schuljahr 2026/27, jetzt soll es frühestens 30/31 werden. Das Gebäude muss zuvor kernsaniert und für das SBB entsprechend hergerichtet werden.
Freifläche und Sportgeräte
Die Pläne für die Umnutzung sehen vor, einen Raum mit Freifläche und fix installierten Sportgeräten – Trampoline, Schnitzelgrube und Matten – zu errichten. Neben den beiden Schulen sollen aber auch Vereine oder Gruppen – unter anderem von der Volkshochschule – in den Genuss der neuen, modernen Sportangebote kommen – im Übrigen ein Novum für die Doppelstadt. Denn auch hier ist laut Verwaltung der Bedarf nach Flächen für Gymnastik, Tanz oder sonstigen Sportkursen vorhanden.
Hatten die Stadträte damals einstimmig für das Projekt gestimmt, ist seitdem nichts mehr in Sachen weiterer Planung öffentlich gemacht worden. Doch Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadt Villingen-Schwenningen, kann auf Anfrage unserer Redaktion beruhigen: „Die Umnutzung des Friedensschulbades in einen Bewegungsraum wird nach wie vor verfolgt.“
Noch in der Konzeptphase
Aktuell befinde sich das Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO) – auch in enger Abstimmung mit der Schule – in der Konzeptphase. Es liege jedoch noch kein endgültiger Plan vor. „Dies benötigt noch etwas Zeit“, teilt die Pressesprecherin mit. Dabei wird wohl auch das Kostenvolumen eine Rolle spielen. Klar war beim Beschluss vor einem Jahr einzig, dass die Übernahme von Eigentum beziehungsweise Gebäude von den Bädern VS durch die Stadt mit 120 000 Euro veranschlagt ist.