Scharfzüngig und tatkräftig wurde beim Schnurrabend in Hofstetten vom Leder gezogen. Foto: Wölfle

Vier Gruppen beteiligten sich bei der diesjährigen Brauchtumspflege, indem sie mit ihren Vorträgen durch die Lokalitäten zogen. Gewürzt wurde das insgesamt dreistündige Programm mit vielerlei Musikuntermalung, mündend in den „Simsegräbern“.

Mit scharfer Zunge und jeder Menge Schadenfreude gewürzt, präsentierten am Samstagabend vier Schnurrgruppen ihr sensationelles Programm in Hofstetten. Mit spöttisch gereimten Liedern und jeder Menge peinlichen Gschichtle, die eigentlich nicht an die Öffentlichkeit dringen sollten, zogen sie ihre Mitbürger durch den Kakao.

 

Dafür, dass sich das närrische Volk in den voll besetzten Gasthäusern Linde und Drei Schneeballen aufs Köstlichste amüsierte, sorgten auch die Hofstetter Guggemusik „Simsegräbsler“ und das Sextett „Bure Brass“ aus Hornberg-Reichenbach, die das gut dreistündige Programm mit fetziger Musik bereicherten.

Schon die erste Schnurrgruppe, die „Dorfjodler“, mit Katja von Rechenberg (Cajon, Schlaginstrument), Dustin Ries (Gitarre), Elisabeth Schmider, Lisa-Marie Witt und Laura Scharnweber begeisterten mal singend, mal erzählend mit frechem Mundwerk.

Dass „d‘Schneeballe Bärbel“ über das Internet statt für Superstar „Pink“ vier Karten für das „Pink Floyd“-Konzert gekauft hatte, sorgte für großes Gelächter.

ei Stefan Kaspar sei „äh Maidli us Hofstette bi Landsberg“ zum Querflötenunterricht angemeldet worden, was für jede Menge Verwirrungen sorgte, erzählte das Duo „Sloths & Friends“ mit Nicole Mayer und Christine Huber. Die beiden „Faultiere“ Doris Wichmann und Monika Häringer begeisterten anschließend mit ihrer Pantomime zum Eure-Mütter-Song „Kein Bock“.

Das Sextett „Bure Brass“ aus Hornberg-Reichenbach pushte mit coolen Sprüchen, Witzen und jeder Menge Ohrwürmer die Stimmung weiter in die Höhe. Sie hatten die künstliche Intelligenz „Heiko der Weise“ mitgebracht, den sie unter anderem lehrten, wie man ein Freibier trinkt.

Keine Gnade mit Pechvögeln hatten dann die beiden Schnurr-Urgesteine Andrea Neumaier und Bettina Schreiber als „Frauen von der Rot“. Hofstettens Häuptling „Martin flinke Taste“ sei nicht nur gut im Posten auf Social Media. Er kümmere sich auch rührend um seinen Rathausstamm.

Außerdem schnurrten sie „Elke klingelnde Kasse“, die nicht wusste, dass man Licht ins Hotelzimmer bringt, indem man die Zimmerkarte schlitztechnisch mit dem Stromkreis verbindet.

Newcomer Mike Häringer setzte dann mit seinem gelungenen Auftritt in gereimter Form noch eins drauf. Simon Krämer vom Grundhiesle trage immer ein „Sacktüchle“ bei sich. „Ä Sacktuch isch was scheens, ä Sacktuch isch was feins, de Grundhiesli Simon, der het immer eins“, sangen alle den Refrain mit, dessen Melodie Häringer auf dem Akkordeon spielte. Gereimt erzählte er auch von Kevin Ketterer, der Monopoly-Spiele in spanischer Sprache bestellt hatte.

Auch Hubert Obert, der im Internet 1000 Briefumschläge bestellte und diese dann überall im Dorf verteilte, wurde zum Gespött der Narren. Zwischendurch schickte Häringer das begeistert klatschende, schunkelnde und singende Publikum mit beliebten Ohrwürmern in den Fasenthimmel.

Musikalischer Rahmen

Begleitet von Höllenhunden und Schatzsucherinnen marschierten anschließend die „Simsegräbsler“ beim Schnurrabend ein und setzten einen ausgezeichneten musikalischen Schlusspunkt.