Drei Gruppen waren der Einladung des Polizeichors gefolgt. Mit dabei waren „Chorus Delicti“ aus Bruchsal, ein Bläserensemble des Landespolizeiorchesters und der Projektchor.
Die Konzerte des Lahrer Polizeichors – traditionell sind sie ein Fixpunkt im hiesigen Kulturkalender. Wenn die großteils ehemaligen Schutzmänner auf die Bühne gehen, schaut man vorbei. So war es auch am Samstagabend, als der Chor zum Frühjahrskonzert ins Lahrer Parktheater einlud.
Gut 400 Zuschauer füllten die Halle zwar nur zu zwei Dritteln, doch der Vorsitzende Christian Bischof war durchaus zufrieden. Die Weihnachtskonzerte laufen regelmäßig in der Kirche der Freien Evangeliums-Christengemeinde. „Da kommen mehr als 1000 Besucher“, erklärte Bischof. „Die bekommen wir in keine andere Kirche.“ Doch das Frühlingskonzert habe seinen festen Platz in der Stadthalle.
Dass die vorderen Stuhlreihen leer blieben, tat dem Erfolg des rund dreistündigen Konzertabends keinen Abbruch. Gastchor war „Chorus Delicti“, ein gemischter Polizeichor aus Bruchsal, der – 1998 gegründet – 2023 den bisherigen Männerchor ablöste. Gemeinsam mit dem Lahrer Chor eröffneten die Kraichgauer den Abend mit dem Sängergruß der deutschen Polizei. Nach der Begrüßung durch Christian Bischof stimmten beide Chöre gemeinsam den Klassiker „What a wonderful World“ an – für einige Stunden wollte man die Zuhörer in eine solche entführen.
Zuhörer an diesem Samstagabend war auch Mathias Baier – der etatmäßige Leiter des Lahrer Polizeichores schreitet derzeit gesundheitlich bedingt mit Krücken einher, die ein Dirigat unmöglich machten. Doch Baier war für die Gesamtleitung verantwortlich in dem Sinne, dass er im Vorfeld den musikalischen Part des Abends organisiert und zusammengestellt hatte. Frank Spengler, Kantor, Organist und Chorleiter in der Region, übernahm die Leitung des Lahrer Chors an diesem Abend. „Ich kenne Frank von früheren Projekten und weiß, dass es musikalisch zwischen uns passt“, erklärte Baier. Auch unter Baiers Vorgänger hatte Spengler beim Polizeichor bereits ausgeholfen. Man kannte sich also.
Es erklingen viele vertraute Lieder und Melodien
Für den klanglichen Kontrast sorgte ein elfköpfiges Bläserensemble vom Landespolizeiorchester, der Vierte im Bunde der auftretenden Gruppierungen ist fester Teil beim Polizeichor: der Projektchor, in dem sich jeder männliche Gesetzeshüter gesanglich probieren darf. Vor zehn Jahren ins Leben gerufen, sorgt diese Formation für stetigen Nachwuchs im Hauptchor, wie Christian Bischof erklärt.
Und so erlebten die Besucher einen Abend mit vielen vertrauten Liedern und Melodien: Der Lahrer Polizeichor, der gegenwärtig aus 45 Sängern besteht, präsentierte „Over the Rainbow“, das Bläserensemble führte zwei Tänze aus der Susato-Suite und „Gabriellas Song“ auf, der Polizeichor Bruchsal begeisterte mit Nenas „Wunder gescheh’n“ und „Adiemus“ von Karl Jenkins, weltbekannt aus dem Werbespot einer großen Fluglinie. Der Projektchor steuerte die nicht weniger bekannten Klassiker „You raise me up“ und „Bridge over troubled water“ bei, ehe alle Musiker gemeinsam mit dem launigen Walzer „Nachtschwärmer“ von Carl Michael Ziehrer nach einem langen Konzertabend die Besucher entließen. In eine mehr oder weniger wundervolle Welt.