Vier Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis VS ziehen für die neue Legislaturperiode in den Landtag ein – drei davon erstmals. Was bedeutet diese (neue) Aufgabe für sie?
Martina Braun von den Grünen, CDU-Mann Andreas Braun sowie die beiden AfDler Martin Rothweiler und Sebastian van Ryt: Vier Kandidaten aus dem Wahlkreis VS dürfen (wieder) ihre Koffer packen und in den nächsten fünf Jahren den Wahlkreis im Landtag vertreten.
Martina Braun
Alter Hase im Stuttgarter Landtag ist die Grünen-Abgeordnete Martina Braun durch und durch. Sie beginnt hier ihre dritte Amtsperiode, nachdem sie nach zwei Direktmandaten in den Jahren 2016 und 2021 diesmal über einen guten Landeslisten-Platz ein Mandat erhalten hat.
Bis es offiziell losgeht, arbeitet die Landwirtin aus Furtwangen-Linach zunächst ganz normal weiter, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihr Team bleibe unverändert und die vier bisherigen Mitarbeiter nehme sie wieder mit nach Stuttgart. Ob sie in fünf Jahren ein weiteres Mal kandidieren möchte? Darüber macht sich Martina Braun derzeit „keine Gedanken“, sagt sie.
Andreas Braun
Wann genau für ihn in Stuttgart der Startschuss fällt, weiß Andreas Braun selbst noch nicht so genau. Aber am 14. Mai werde die konstituierende Sitzung der Landtagsfraktion sein - nachdem bereits an diesem Dienstag, 10. März, eine „erste Zusammenkunft“ gewesen ist.
Ein bisschen aufgeregt und reichlich euphorisch ist Braun schon, im Gespräch ist das spürbar. Doch trotz allen Tatendrangs habe er sich noch nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht, wie er sich in Stuttgart ein Team aufbauen wird, wie groß dieses sein wird und wer dazugehören soll, sagt er.
„Das wird in den nächsten Wochen Thema sein“, und dabei setzt der Gewählte auch auf eine gute Beratung all derer in der CDU, die sich schon auskennen im Parlamentsgeschäft: Guido Wolf, Stefan Teufel und Thorsten Frei etwa „werden mich mit Sicherheit unterstützen in diesem Prozess“.
Unterkirnach hingegen soll seine Basis bleiben, „hier fühlen wir uns wohl“, betont der Noch-Bürgermeister des Kurortes, der sich vorgenommen hat, ein pendelnder Mandatsträger zu sein, viel Zug zu fahren um währenddessen das eine oder andere schon erledigen zu können, und dann und wann auch bei seinen Eltern zu übernachten, die im Stuttgarter Raum lebten. Und auch eine „Fahrgemeinschaft mit Martina*“ schließe er, wenn es gerade passt, keineswegs aus.
Martin Rothweiler
Er ist zwar neu in seinem Amt als Abgeordneter, doch was den Landtag angeht, „bin ich schon warm“, sagt AfD-Direktkandidat Martin Rothweiler motiviert. Seit Dezember sei er bereits mehrere Male vor Ort gewesen und habe einen Einblick in die Strukturen erhalten. Erfahrung über die Kommunalpolitik hinaus – seit 13 Jahren ist er Parteimitglied – habe Martin Rothweiler auch aus seiner sechsjährigen Zeit als persönlicher Referent im Bundestag.
Bevor mit der konstituierenden Fraktionssitzung im Mai dann so richtig in Stuttgart gestartet wird, findet für die neuen AfD-Landtagsabgeordneten eine Schulung statt. Hier soll es alles Wissenswerte zu den bürokratischen und rechtlichen Belange geben, erzählt der neue Abgeordnete aus VS.
Parallel gehe es jetzt darum, sich ein Team aufzubauen – etwa bestehend aus persönlichem Berater, Büroleitung oder Social-Media-Experten. Wie viele Mitarbeiter es aber ganz genau sein werden, hänge auch noch davon ab, ob Martin Rothweiler tatsächlich zum neuen AfD-Fraktionschef im Landtag gewählt wird. Dann nämlich werde es nochmal auf einen „anderen Mitarbeiterstamm“ hinauslaufen.
Klar ist für den Betriebswirt auf jeden Fall, dass er Gemeinde- und Kreisrat bleiben wird – das sei logistisch auf jeden Fall machbar.
Sebastian van Ryt
Ähnlich klingt es von Parteikollege Sebastian van Ryt, der es ebenso in den Landtag geschafft hat – eine „schöne Wertschätzung der Arbeit“ im Übrigen. Einblicke in die Struktur habe er bereits aus dem Gemeinderat und Kreistag, vieles werde aber neu sein. Landtagssitzungen habe er sich reichlich angesehen – alles sei „wahnsinnig interessant – ich freue mich darauf“.
Und auch darauf, dass der Einzelunternehmer nach mehr als elf Jahren Selbstständigkeit nun einen Mitarbeiterkreis um sich herum aufbauen darf. Vorgespräche habe van Ryt schon geführt – es seien „interessante Leute“ dabei, sagt er. Sein Fliesenleger-Betrieb in Schwenningen bleibe am Laufen, zeitlich und logistisch sei er da flexibel.
Gespannt blickt der Schwenninger auch Richtung Landtag, wenn es um die künftige konkrete Arbeit geht. „Wirtschaft, Wohnen und Bau“ habe er sich auf die Fahne geschrieben – wo er letztendlich eingesetzt werde, werde man sehen.
*Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist Martina Braun, die Grünen-Landtagsabgeordnete aus demselben Wahlkreis.