Michael Jung will auf „fischerChipmunk“ die Weltmeisterschaft im August angehen. Foto: Fotograf TomsPic

Was steht bei Vielseitigkeitsreiter Michael Jung im Jahr 2026 auf dem Zettel? Ein besonderer Höhepunkt wartet im August auf den 42-Jährigen.

Man könnte meinen, dass es für einen erfolgreichen Reiter wie Olympiasieger Michael Jung keine Neuheiten mehr gibt, doch dieses Jahr wird besonders für den 42-jährigen Vielseitigkeitsreiter aus Altheim bei Horb.

 

Alle vier Jahre tragen die Reiter ihre Weltmeisterschaft aus. In seiner Karriere hat sich Michael Jung bisher 2010 auf seinem bekannten Pferd „Sam“ in Lexington (USA) bei den dortigen Weltreiterspielen den Titel in der Einzelwertung gesichert. Vier Jahre später holte er Gold mit der Mannschaft und Silber im Einzel auf „fischerRocana“ und vor vier Jahren ritt er auf „fischerChipmunk“ ebenfalls mit der Mannschaft zu Gold.

Auch in diesem Jahr soll es wieder um Edelmetall gehen – erneut auf „fischerChipmunk“. Der ist für die WM vorgesehen. Plan B wäre „fischerSolution“. Der ist jünger als der 18-jährige „Chip“, für den es das letzte Championat sein soll.

Ein Höhepunkt für Jung wird die Weltmeisterschaft im August auch deshalb, weil sie in Deutschland stattfindet. Das erste Mal in seiner Karriere. Vom 13. bis 16. August werden in Aachen die neuen Team- und Einzelweltmeister in der Vielseitigkeit gesucht.

Nicht mehr beweisen

Jung, der auf den erfahrenen „fischerChipmunk“ setzt, wird diesen in den Monaten bis zur WM fit machen. „Er muss dem Bundestrainer aber nicht mehr beweisen, dass Chip ein tolles Pferd ist“, gibt Michaels Vater Joachim Jung im Gespräch mit unserer Redaktion Einblicke. Deshalb wird der 18-jährige Hannoveraner nur bei wenigen großen Prüfungen im Vordergrund stehen.

Höhepunkte in der Vielseitigkeit werden in diesem Jahr beispielsweise der Nationenpreis in Marbach vom 14. bis 17. Mai und auch die Deutsche Meisterschaft vom 17. bis 21. Juni in Luhmühlen sein. Als Pflicht-Sichtung gilt das Nationenpreis-Turnier in Avenches in der Schweiz vom 16. bis 19. Juli – vier Wochen vor der WM. Danach wird der Kader für Aachen festgelegt.

Im Perspektivkader

Doch da Jung bekanntlich Zweigleisig unterwegs ist, wird der 42-Jährige in diesem Jahr wieder im Springen mitmischen. Hier hat er es mit „fischerHeros“ sogar in den Perspektivkader geschafft. Jedoch wird er das Springen der Vielseitigkeit etwas unterordnen, denn der Weg zur WM nach Aachen hat Vorrang.

Allerdings soll „fischerHeros“, den Jung fünf Jahre ausgebildet hat und der inzwischen neun Jahre alt ist, im Springen so viel Erfahrung wie möglich sammeln. Da in Deutschland die Konkurrenz im Springen hoch ist, könnte es schwer werden, hier ganz vorne mitzumischen und bei „Heros“ muss sich zeigen, ob dieser das Level der Topklasse der Springpferde erreichen wird.

Zuletzt war Jung mit ihm in Bordeaux beim Weltcup-Springen am Start, wo er Dritter im Großen Preis wurde. Da über das Jahr immer auch darauf geachtet werden muss, welchen Stand die verschiedenen Pferde aktuell haben und vielleicht auch mal eine Pause brauchen, kann nur schwer vorhergesagt werden, an welchen Turnieren Jung letztendlich teilnehmen wird. Allerdings hat der Reiter den Mannheimer Maimarkt vom 29. April bis 5. Mai im Blick sowie das Springturnier in Aachen vom 22. bis 24. Mai.

Fünfte Spiele

Gleichzeitig stehen in zwei Jahren auch wieder die Olympischen Spiele auf dem Plan, worauf immer hingearbeitet wird. Klar ist, dass Jung hier dann mit dem Nachfolger von „fischerChipmunk“ an den Start gehen wird. Für den erfolgreichsten Vielseitigkeitsreiter der Welt sollen es die fünften Olympischen Spiele werden. Jung, der 2024 in Paris als einziger Vielseitigkeitsreiter zum dritten Mal die Goldmedaille in der Einzelwertung gewonnen hatte, will dann in Los Angeles den Goldkurs weiter fortsetzen.