Die Premiere von „D’Konfirmand“ sorgte in Linach für viel Applaus und Lacher. Ein turbulentes Stück über Familie, Gäste und einen verspäteten Pfarrer in den 60ern.
Begeistert zeigte sich das Publikum bei der Aufführung von „D’Konfirmand“ der Laienspielgruppe Linach. Neben stehendem Beifall bei der Premiere gab es auch reichlich Szenenapplaus und viele Lacher zwischendurch.
Der Konfirmand steht zwar im Titel, aber zu sagen hatte er recht wenig. Armin Dorer spielte diesen etwa 15-jährigen etwas einfältigen jungen Mann mit seinem Stimmbruch. Erstaunlich an der Sache ist: Armin Dorer ist etwa dreimal so alt wie seine Rolle.
Und durch fast alle sechs Akte des Stücks wurde reichlich gegessen und getrunken. Und der Alkohol setzte den Rollen immer heftiger zu. In diesem Kammertheaterstück, welches in den sechziger Jahren spielte, wurde daher viel getratscht und gestritten.
Ganz gegensätzlich waren die Eltern des Konfirmanden. Mutter Gretl (Barbara Dotter) war sehr bemüht um die Gäste und einen reibungslosen Ablauf. Im Gegensatz zum cholerischen und alkoholsüchtigen Vater Hans (Florian Klausmann). Klausmann hatte neben seiner Rolle auch die Regie über das Theaterstück.
Alle warten auf den Pfarrer
Eingeladen zur Konfirmationsfeier waren auch das neckische Ehepaar Onkel Willi (Gerhard Dotter) und Tante Anna (Tanja Dorer). Als weiteres Ehepaar war Manfred (Norbert Straub) und Gerda (Regina Straub) unter den Gästen. Die Aufmerksamkeit der Männer zog die junge, attraktive und von ihrem Ehemann betrogene Hanna (Annette Straub) auf sich.
Die etwas demente Oma (Roswitha Straub) wartete, wie die anderen Gäste auch, auf den Pfarrer (Julian Straub). Da der Pfarrer bei allen anderen Feiern auch anwesend war, kam er erst im sechsten Akt, und das auch schon sehr betrunken und nur noch zum Verbeugen.
Was auf der Bühne einfach aussah, war hinter den Kulissen Schwerstarbeit. Es musste eine Flädlesuppe gekocht werden, Schweinebraten mit Knöbel und Salat für das Mittagessen, zwei Kuchen, Bratwürste und Kartoffelsalat für das Abendessen und gegen Schluss noch eine Aufschnittplatte vorbereitet werden.
Hinter der Bühne frisch zubereitet
Nur der Schweinebraten wurde im Gasthaus Bergstüble zubereitet. Aber alles andere wurde von den drei Köchen Sylvia Eschle, Carmen Dorer und Stefanie Eichkorn hinter der Bühne frisch zubereitet. Und es musste immer alles pünktlich fertig und gerichtet sein, um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können. Neben vier Aufführungen musste dies auch noch für die Hauptprobe und drei weitere Proben zubereitet werden. Aber auch noch weitere Helfer sorgten hinter der Bühne für eine gelungene Aufführung.
Von einem „erfrischenden Abend“ sprach Pfarrer Harald Bethäuser sowie einer „wunderbaren Leistung der Laienspieler“ schwärmte Neu-Bürgermeister Florian Merz. Regina Staub wurde anschließend an das Stück für ihre 25. Aufführung vom Vorsitzenden Ferdinand Kreuz und Regisseur Florian Klausmann geehrt.