Die Tanzgruppe Rinia ist das Herzstück des Albanischen Kulturvereins in Nagold. Foto: Thomas Fritsch

Mit einem festlichen Programm und rund 500 Gästen feierte der Albanische Kulturverein Nagold sein 20-jähriges Bestehen.

In der mit fast 500 Gästen aus der gesamten Region gut besuchten Stadthalle sorgten traditionelle Musik und Tänze sowie Spezialitäten aus Albanien und dem Kosovo für einen gelungenen Jubiläumsabend. Gleichzeitig konnten langjährige engagierte Mitglieder und Unterstützer des Albanischen Kulturvereins geehrt werden.

 

Viel Beifall gab es vor allem für den Auftritt der Tanzgruppe Rinia, die unter Leitung ihrer Tanzlehrer Dan Kastrati und Melissa Fetahaj mit viel Leidenschaft und Begeisterung traditionelle Tänze aus den verschiedenen Regionen Albaniens aufführte.

Wie Melissa Fetahaj in Erinnerung rief, wurden der Verein und die Tanzgruppe Rinia 2006 aus dem Wunsch heraus gegründet, „unsere Kultur auch fern der Heimat zu erhalten“. Daneben wurden und werden mit den Erlösen aus Veranstaltungen auch hilfsbedürftigen Familien im Kosovo und Albanien unterstützt.

In ihrer Rückschau sprach sie von „20 Jahren gelebter Kultur in unserer Stadt Nagold“ und bezeichnete das Jubiläum auch als „Zeichen dafür, dass in Nagold Vielfalt gelebt wird“. Mitgefeiert wurde der 18. Jahrestag der Unabhängigkeit des Kosovo, den Melissa Fetahaj als einen „der wichtigsten Momente in unserer Geschichte“ bezeichnete.

Breitling: „Aktivposten in Nagold“

Bürgermeister Hagen Breitling verband die Glückwünsche der Stadt zum 20-jährigen Vereinsbestehen mit dem Hinweis, dass der Albanische Kulturverein „zu einem Aktivposten in Nagold geworden ist“. In guter Erinnerung sind ihm noch die Auftritte bei der Landesgartenschau 2012. Breitling betonte: „Das ist ein stolzer Verein mit viel Herzblut für Vielfalt und albanische Kultur“. Mit dem Dank für das große Engagement verband der Bürgermeister die Hoffnung, dass der Verein auch noch das Schwabenalter erreichen werde.

Die zwei Jahrzehnte währende „kontinuierliche und engagierte Vereinsarbeit“ des Albanischen Kulturvereins lobte der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Mack in seinem Grußwort. In seinen Augen ist die Bewahrung der albanischen Traditionen und Werte wichtig, denn so habe der Verein seine Wurzeln erhalten und „sich trotzdem in Nagold integriert“. Die Tanzgruppe Rinia bezeichnete er als kulturellen Beitrag, der zeige „wie lebendig Vereinsarbeit sein kann“.

Ehrung für Zecir Gashi

Besonderer Dank galt an diesem Abend den vielen Unterstützern und ehrenamtlich aktiven Mitgliedern. So dankte Melissa Fetahaj vor allem dem Vorsitzenden Zecir Gashi, den sie als „tragende Säule des Vereins“ bezeichnete. Seit vielen Jahren führe er den Verein mit großem Engagement und setze sich als Mitglied des Nagolder Integrationsbeirates für den Zusammenhalt und ein respektvolles Miteinander ein. Dafür wurde Zecir Gashi jetzt auch von Can Tahiri im Namen der albanischen Diaspora in Deutschland mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.

Zecir Gashi (rechts) wurde als Vorsitzender des Albanischen Kulturvereins ausgezeichnet. Foto: Thomas Fritsch

Zecir Gashi selbst freute sich natürlich über die zahlreichen Besucher an diesem Abend und dankte allen Unterstützern des Albanischen Kulturvereins. So erhielten neben Klaus Mack und Hagen Breitling auch Thomas Baitinger (Groß hilft Klein), Jochen Kawerau (Urschelstiftung) und Katherina Haizmann (Kronenbrauerei Hochdorf) ein Buch von Mutter Theresa überreicht, die albanische Wurzeln hatte. Bei dieser Gelegenheit machte Zecir Gashi den Wunsch deutlich, „die Partnerschaft zwischen Nagold und dem Kosovo zu stärken“. Wichtig sei es außerdem, die Bildung zu fördern und eigene Vereinsprojekte weiter auszubauen, so der Vorsitzende.

Nicht ohne Stolz registrierte man beim Albanischen Kulturverein, dass nicht nur Hamdi Berbatovci als Leiter des kosovarischen Konsulats in Stuttgart in der Stadthalle ein Grußwort sprach – sondern dass auch die bekannte Sängerin Gili aus dem Kosovo ein Gastspiel auf der Bühne in Nagold gab.