Christoph Baumann (Mitte) und der HTV Meißenheim hatten im Derby bei der SG Scutro das bessere Ende für sich. Foto: Wendling

In einem stimmungsvollen Derby hat der HTV Meißenheim am Ende die Oberhand behalten und den Heimnimbus der SG Scutro gebrochen. Entscheidend dafür war eine starke HTV-Defensive.

Südbadenliga: SG Scutro – HTV Meißenheim 33:36 (13:19). Die voll besetzte Offohalle in Schuttern erlebte am Samstag "ein Derby mit allem, was dazu gehört" (Gästecoach Frank Ehrhardt). Was allerdings nicht dazu passte, war die Leistung der Unparteiischen. 22 Zeitstrafen, drei Platzverweise gegen Simon Heitzmann (41.), Steffen Gambert (55, beide SG) und Luis Ehret (59./HTV) – das passte nicht zu einem "intensiven, aber weder hitzigen noch unfairen Derby" (SG-Spieler Robin Dittrich). Ehrhardt ergänzte: "Es war schade, dass von dieser Seite unnötig Unruhe ins Spiel gebracht wurde. Das hat keiner in der Halle verstehen können."

Den Grundstein zum zweiten Derbyerfolg binnen einer Woche legte Meißenheim in der Defensive. "Die Mannschaft hat endlich wieder richtig Abwehr gespielt, das war richtig zu spüren. Scutro musste sich jedes Tor hart erarbeiten", befand Ehrhardt. Über 4:8 (12.), 6:13 (18.) und 10:16 (26.) legten die Gäste beständig wie konstant vor, Scutro musste mehr reagieren als agieren. "Meißenheim hat uns taktisch nicht überrascht, wir waren gut vorbereitet auf das Derby. Aber wir haben unsere Aufgaben auf dem Feld dennoch nicht gelöst bekommen", sagte Robin Dittrich.

Für ihn machte HTV-Akteur Felix Zipf den Unterschied: "Er hat viele richtige Entscheidungen getroffen, wir dagegen zu viele falsche." Sechs Treffer betrug der Abstand bereits zur Halbzeit. Im zweiten Abschnitt schien das Derby dann vorzeitig entscheidende Formen anzunehmen. Was die SG auch versuchte, Meißenheim hatte bessere Lösungen parat. Über 15:24 (37.) führte der HTV schließlich 19:29 (41.), eine Vorentscheidung schien gefallen. "Wir haben vorzeitig und zu früh nachgelassen, die SG hat nie aufgesteckt, wieder Fahrtwind bekommen", bekannte Ehrhardt.

Scutro ging volles Risiko, spielte verschiedene Abwehrvarianten bis hin zur nahezu komplett geöffneten Deckung. "Wir haben einen Tick befreiter aufgespielt, der Gegner hat zwischendurch abgeschaltet. Es ehrt uns, dass wir uns nicht ergeben haben", hob Dittrich hervor. Über 26:32 (52.) arbeiteten sich die Hausherren heran, wobei Dittrich bereits vermutete, "dass Meißenheim zu abgezockt sein würde, um das Spiel noch abzugeben. Am Ende haben sie auch hundertprozentig verdient gewonnen".

Ehrhardt war am Ende erleichtert: "Wir haben am Ende auch vom Vorsprung gezehrt. Für uns war wichtig, dass der Kader endlich nahezu wieder komplett beisammen war. Die vergangenen Wochen waren in dieser Hinsicht nicht immer einfach."Scutro: Ruf, Krajnc; Leberl, Schrempp, Lischke 4, N. Dittrich 10/3, Gambert, Heitzmann 2, Wacker, Welle 2, Moldenhauer 5, R. Dittrich 9, Gencer, De Weijer 1.Meißenheim: D. Velz, Blum; Ehret 4, Zürcher 3, Funke 5, Haag 1, Schröder, P. Hasemann 3, Zipf 11/5, Baumann 3, Nickert, J. Hasemann 2, P. Velz 4, Jochheim.