Der neue Leiter des Landwirtschaftsamts im Schwarzwald-Baar-Kreis war in Nußbach beim BLHV zu Besuch.
Das Landwirtschaftsamt im Schwarzwald-Baar-Kreis hat seit Anfang September einen neuen Leiter. Markus Porm leitet seither das Amt und die Fachschule für Landwirtschaft mit Sitz in Donaueschingen.
Markus Porm ist Leitender Landwirtschaftsdirektor – er folgt seiner Amtsvorgängerin Gertraud Lohrmann, die bereits im April 2024 nach sechs Jahren Tätigkeit in Donaueschingen in den Ruhestand verabschiedet worden war. Nun stellte er sich beim Nußbacher Ortsverein des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) vor.
Zuvor wurde Erwin Dold im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Nußbacher Ortsvereins für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt, davon viele Jahre Mitglied im Vorstand. Der örtliche Vorstand wurde jeweils einstimmig wiedergewählt, wobei der Vorsitzende Bernhard Kienzler verdeutlichte, dass er diese Amtszeit nicht voll durchmachen werde.
Werdegang des neuen Amtsleiters
Nun aber zu Markus Porm: Er ist 46 Jahre alt, kommt aus einem eher kleinen Muttersauen-Betrieb in Mecklenburg – wobei man hier von 800 Muttersauen spricht. Nach dem Abitur ging er für vier Jahre zur Bundeswehr, wo er den Beruf des Kfz-Mechanikers erlernte und auch den Lkw-Führerschein erwarb. Nach seiner Entlassung studierte er Landwirtschaft.
Bereits im Jahr 2010 verschlug es ihn nach Baden-Württemberg. Er wohnt am Bodensee, wo er sich nach eigenen Worten „pudelwohl“ fühlt, besonders die schwäbisch-alemannische Fasnet habe es ihm angetan.
Als er in Baden-Württemberg begann, habe er sich die kleinteiligen, familiär geführten Betriebe kaum vorstellen können – es habe ihn erstaunt, dass man mit solch kleinen Betrieben leben könne. Vor seinem Wechsel in den Schwarzwald-Baar-Kreis war er Leiter des Fachbereiches Landwirtschaft am Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald mit Sitz in Breisach am Rhein, zeitweise war er im Landwirtschaftsministerium tätig.
Erhalt der heimischen Landwirtschaft
Der besondere Reiz seiner neuen Aufgabe liegt für Markus Porm unter anderem in der angegliederten Fachschule für Landwirtschaft mit den Bereichen Landwirtschaft und Hauswirtschaft – „die machen einen verdammt guten Job.“ Allerdings sehe er kaum Zukunft für die Hauswirtschaftsschule – wenige Interessenten und zudem keine Lehrer.
Sehr positiv hingegen blickt er auf die Landwirtschaftsschule. Aktiv die Ausbildung junger Menschen mitgestalten zu können, sieht er als große und interessante Herausforderung. „Mit den attraktiven Angeboten der Fachschule zur Fort- und Weiterbildung können wir einen großen Beitrag für den Erhalt unserer heimischen Landwirtschaft leisten. Ohne gut ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte ist der ländliche Raum und die Kulturlandschaft nur schwer zu bewahren“, betont Markus Porm.
Zudem sieht er einen großen Schwerpunkt in der Betreuung der landwirtschaftlichen Betriebe bei den administrativen Vorgaben, die die Betriebe zu erfüllen haben.
Meinung zum Mercosur-Abkommen
Eine deutliche Meinung hatte er auch zum Mercosur-Abkommen. Zwar müsse man ein wenig abwarten, doch im Großen und Ganzen sah er die Auswirkungen auf die Landwirtschaft als eher gering an – wobei er das Thema „Standards“ noch ein wenig kritisch betrachte. „Das letzte Wort hat hier sicher der Verbraucher“, räumte er ein.