Der Stuttgarter Sportwagenhersteller prüft die Fusion von Porsche Engineering und Porsche Digital. Welche Details bisher bekannt sind.
Porsche will die Kräfte seiner Tochterfirmen Porsche Engineering und Porsche Digital bündeln. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, werde derzeit die Fusion der beiden auf Fahrzeug- und Softwareentwicklung spezialisierten Einheiten geprüft. Von dem Zusammenschluss der Firmen mit Sitz in Bietigheim-Bissingen (Engineering) und Ludwigsburg (Digital) wären weltweit rund 2650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen, wobei der Löwenanteil mit rund 2000 Beschäftigten auf die Engineering-Tochter entfällt.
Das Ziel sei es, „die Entwicklung von ganzheitlichen Technologielösungen und digitalen Kundenerlebnissen entschlossen und mit vereinten Kräften voranzutreiben – für Porsche, die Automobilindustrie und weitere Branchen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Stuttgarter Sportwagenherstellers. Beide Tochterfirmen sind weltweit an verschiedenen Standorten tätig.
Während der Fokus der Engineering-Gruppe auf der Fahrzeugentwicklung liegt, beispielsweise auch im Feld autonomes Fahren, kümmert sich Porsche Digital um die kunden-orientierten Anwendungen wie etwa den Konfigurator für den Neuwagenkauf oder Porsche-Kundenapps.
Das Portfolio der Tochterfirmen soll erweitert werden
Die bisherigen Geschäftsfelder sollen nicht beschnitten, sondern erweitert werden. Porsche-Digital-Chef Stefan Zerweck spricht von einem „erweiterten Portfolio, tieferer Prozessabdeckung und zusammengeführter Umsetzungsstärke“, mit der man der „zunehmenden Komplexität und Relevanz digitaler Lösungen noch besser begegnen“ könne. „Die Bündelung unserer Technologielösungen würde ein ganzheitliches Leistungsportfolio schaffen, das über die Summe seiner Einzelteile hinausgeht“, sagt Markus-Christian Eberl, CEO von Porsche Engineering.
Sparvorgaben sollen nicht im Zentrum stehen
Die in der Autoindustrie und auch bei Porsche derzeit allgegenwärtigen Sparpläne sollen, wie im Unternehmen zu hören ist, nicht im Zentrum der Überlegungen stehen. Trotzdem dürfte kaum anzunehmen sein, dass die Tochterfirmen vom überall intensiv zu spürenden Kostendruck verschont bleiben. Details der künftigen Organisationsstruktur werden bisher nur spärlich publiziert, da die Prüfung des Zusammenschlusses noch nicht abgeschlossen sei. So ist beispielsweise noch offen, wann die Fusion stattfinden soll und wo die künftige Firma ihren Hauptsitz haben wird.
Die Porsche AG ordnet derzeit an mehreren Stellen ihre Geschäftsbereiche neu. So wurde kürzlich die Schließung der Batteriezell-Pilotfabrik in Kirchentellinsfurt bekannt gegeben. Für die Consulting-Tochter MHP sucht Porsche einen Investor.