Die Folgen des Brandes im E-Center in den Kimmichwiesen in Calw zu beseitigen, wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Foto: Alex Risse

Nach dem Brand eines Leergutautomaten gehen im Edeka-Markt in den Calwer Kimmichwiesen derzeit Handwerker und Gutachter ein und aus. Bis der Laden wieder öffnen kann, dauert es noch.

Herrscht in einem Supermarkt reger Betrieb, ist das erst mal nichts Ungewöhnliches. Es sei denn, es handelt sich bei den zahlreichen Menschen, die dort kommen und gehen, nicht um Kunden. Sondern um Handwerker und Gutachter.

 

Das ist aktuell im Edeka-Markt in den Calwer Kimmichwiesen der Fall. Nachdem am vergangenen Freitagnachmittag der Brand eines Leergutautomaten für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt hatte, gilt es dort nun einiges zu regeln, zu putzen und zu renovieren, bevor wieder Kundschaft Einzug halten kann.

Spezialisierter Händler

Versicherer verkauft Ware an spezialisierten Händler

Wobei in dieser Woche dort – in gewissem Sinne zumindest – ein Großeinkauf vollzogen wurde. Ein spezialisierter Händler kaufte einen Teil der versicherten Ware vom Versicherer ab, etwa luftdicht verpackte Lebensmittel wie Getränke und Konserven, berichtete Marco Saile im Gespräch mit unserer Redaktion.

Diese Produkte würden gründlich gereinigt und als Brandware gekennzeichnet weiterverkauft, erklärte er. Saile ist Vorstandsvorsitzender der Verbrauchergenossenschaft Calw eG, die unter anderem den Edeka-Markt in den Kimmichwiesen betreibt.

Eine Art Säurefilm

Ob dieser Weiterverkauf möglich sein würde, musste zuvor ein Gutachten zur chemischen Zusammensetzung des Rauchs klären. Denn Letzterer hatte im Zuge des Brandes alles kontaminiert, was sich zu diesem Zeitpunkt im Laden befand – bis hin zu den Metallen. Durch die Zusammensetzung der PET-Flaschen, die bei dem Unglück verbrannten, sei eine Art Säurefilm entstanden, der sich auf alles gelegt habe, führte Saile aus.

Unter anderem Messer, die im Bereich der Fleisch-Frischetheke verwendet wurden, hätten dadurch bereits Rost angesetzt. Ein Brandsanierer müsse daher nun in einem nächsten Schritt alles reinigen – „vom Dach bis zum Boden“, berichtete der Vorstandsvorsitzende, auch unter oder hinter Regalen, manches müsse sogar auseinandergebaut werden. „Da bleibt nichts mehr, wo es war.“

Unklar sei , was mit den verbauten Holzbestandteilen im Gebäude geschehe. Auch wenn diese gesäubert werden könnten, könne es sein, dass sich der Brandgeruch nicht beseitigen lasse. Dann müssten diese Teile wohl ausgetauscht werden.

Nicht zuletzt ein Statiker sehe sich dieser Tage unter anderem das Dach an, ob dieses noch stabil sei. Im Bereich des Leergutautomaten hatten die Flammen nach kurzer Zeit auch das Dach auf mehreren Metern Länge durchbrochen.

Nicht nur drei bis vier Wochen

Die wichtigsten Handwerker, etwa für Lüftung, Heizung oder Elektrik, seien inzwischen vor Ort gewesen. Diese würden nun Angebote schreiben. Die Versicherung entscheide dann in einer Abwägung von Kosten und Nutzen, wie es weitergehe. Dabei spiele auch der Faktor Zeit eine Rolle – denn je länger der Laden geschlossen bleibe, desto länger können dort logischerweise keine Einnahmen erwirtschaftet werden.

Wie lange es dauern wird, bis das E-Center seine Wiedereröffnung feiern darf, kann Saile momentan noch nicht absehen. Fest stehe nur, dass das nicht in drei bis vier Wochen sein dürfte, sondern wohl länger dauern werde.

Automat wird in Labor untersucht

Leergutautomat wird genau untersucht

Auch die erste Schätzung der Polizei zur Schadenssumme sei vermutlich nicht zu halten – vor allem nicht, wenn auch die finanziellen Folgen der Betriebsunterbrechung einkalkuliert würden. Die Polizei hatte die Schadenshöhe auf rund eine Million Euro beziffert.

Was die Brandursache angehe, sei es zwar „unstrittig“, so Saile, dass das Feuer vom Leergutautomaten ausging. Genauere Ergebnisse lägen allerdings noch nicht vor. Nun müsse der Automat zuerst noch in einem Labor untersucht werden.

Die Polizei hatte am Montag in dieser Woche einen mutmaßlichen technischen Defekt als Ursache angegeben. Die Ermittlungen dauerten an.