Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen aus der Vogelperspektive. Auch in der Region sollen immer mehr solcher Areale umgesetzt werden. Foto: dpa/Pia Bayer

0,2 Prozent der Fläche des Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg sollen für Freiflächenphotovoltaik reserviert sein. Ein ehrgeiziges Ziel – vor allem vor dem Hintergrund anderer Vorhaben, die dort realisiert werden sollen und der Dynamik, die aktuell im Thema steckt.

Es war daher auch „eine erhebliche Zahl von laufenden kommunalen Bauleitplanverfahren zu Freiflächenphotovoltaik-Vorhaben“, die als Teil der Gebietskulisse des ersten Planentwurfs aufgenommen waren, in der Zwischenzeit aber erheblich verändert oder aber nicht weitergeführt wurden. An anderer Stelle sind neue Bauleitplanverfahren zu Freiflächenphotovoltaik hinzugekommen. Und dann wurde parallel zum Beteiligungsverfahren auch noch die Digitale Flurbilanz BW als eine Planungsgrundlage finalisiert und dabei teils erheblich verändert, woraus sich in Teilen der Region erhebliche Einschränkungen der Flächenkulisse ergeben.

 

Kurzum: In Sachen Freiflächen-PV in den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen wurden die Karten nochmals neu gemischt. Denn vor diesem Hintergrund war mit dem ersten Planentwurf eine Erreichung des Landesflächenziels von 0,2 Prozent der Regionsfläche für Freiflächenphotovoltaik nicht mehr sichergestellt gewesen.

Kurze Wege und mehr Flexibilität

Die Planer mussten nochmal ran und ein neues Konzept erarbeiten, beziehungsweise das Vorhandene wesentlich nachschärfen.

Jetzt lag das neue Konzept auf dem Tisch. Unter dem Vorsitz von Walter Klumpp kamen die Vertreter der drei Landkreise nun im Landratsamt in Villingen-Schwenningen zusammen, um das in den Blick zu nehmen.

Neue Kriterien wurden in der zweiten Runde festgelegt, beispielsweise Flächen in der Nähe eines Hochleistungsspannungsnetzes ins Auge gefasst, „was ja auch Sinn macht“, durch möglichst kurze Wege, und das neue Verfahren brachte Erfolge. Das Landesziel von 0,2 Prozent der Regionsfläche könne durch die Flächenkulisse des zweiten Planentwurfs nun mit etwa 0,34 Prozent der Regionsfläche, was etwa 849 Hektar entspreche, sogar „deutlich übertroffen“ werden, so die frohe Kunde, die Michel am Freitag den Vertretern der drei Landkreise Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen überbringen konnte.

Sie können, müssen aber nicht kommen

Gegenüber dem ersten Planentwurf stelle das eine nennenswerte Erweiterung der Flächenkulisse dar. Und Verbandsdirektor Marcel Herzberg betonte: Die neu vorgesehenen Vorbehaltsgebiete für Freiflächenphotovoltaik seien gegenüber den noch im ersten Planentwurf vorgesehenen Vorranggebieten weniger stark bindend, die Kommunen damit wesentlich flexibler.

„Die Flächen können kommen, sie müssen aber nicht kommen“, so Herzberg, deshalb hätten die Kommunen jetzt auch mehr Spielraum. Der möglichen Realisierung von Freiflächen-PV-Anlagen gehe jeweils eine Bauleitplanung mit der entsprechenden Möglichkeit zur Einflussnahme voran.

Mit großer Mehrheit gaben die Versammlungsteilnehmer der Region am Freitag grünes Licht für das neue Konzept in Sachen Freiflächen-PV.