Wer am verkaufsoffenen Sonntag durch die Schwenninger Innenstadt ging, spürte sofort die besondere Atmosphäre, die sich über den Muslenplatz und den Marktplatz legte.
Stimmen, Gelächter und das unverwechselbare Rufen der Marktschreier des Hamburger Fischmarkts auf Tour mischten sich zu einem Klangbild, das man sonst eher aus norddeutschen Hafenstädten kennt.
Joachim Borgschulze der Sprecher der Echten Marktschreiergilde kennt sich in der Szene wie kaum ein anderer aus. Er erklärte, dass Schwenningen an diesem Wochenende mehr Marktschreier versammelt habe als der traditionsreiche Hamburger Fischmarkt.
„Auf dem stehen inzwischen nur noch zwei Originale“, so Borgschulze. Auf dem Muslenplatz hingegen traten gleich mehrere der bekannten Stimmen auf, darunter Wattwurm-Walter, der Milka-Mann und Käse-Kiri. Sie sorgten mit ihren lauten Rufen, ihrem Humor und ihrem hanseatischen Charme für ein Flair, das viele Besucherinnen und Besucher zum Stehenbleiben veranlasste.
Immer wieder bildeten sich kleine Menschentrauben, die den Schlagabtausch der Marktschreier verfolgten und sich von ihrer Energie anstecken ließen.
Viel Lob für Organisation
Borgschulze fand deutliche Worte des Lobes für die Organisation, die aus Sicht vieler Mitreisender und Marktteilnehmer außergewöhnlich gut gelungen sei.
Die Abläufe wirkten reibungslos, die Plätze waren sinnvoll bespielt, und das Publikum verteilte sich angenehm über die Innenstadt. Und die Händler meldeten nach drei Tagen „ausverkauft“.
Der verkaufsoffene Sonntag brachte Bewegung in die Stadt. Die Muttertagsaktion des Gewerbeverbandes Oberzentrum, bei der in teilnehmenden Geschäften Rosen verschenkt wurden, kam hervorragend an.
Viele nutzten das sonnige Wetter für einen Bummel durch die Innenstadt, ließen sich treiben und genossen die Mischung aus Einkaufserlebnis und Unterhaltung. Besonders der humorvolle Austausch der Marktschreier sorgte immer wieder für Lacher und spontane Applausmomente.
Buntes Rahmenprogramm
Auch das Rahmenprogramm trug zur lebendigen Stimmung bei. Dieter Sirringhaus war mit der Villinger Puppenbühne am kleinen Muslenplatz vertreten und wechselte zwischendurch den Standort, um als Zauberer Pfiffikus auf dem Marktplatz die Kinder zu begeistern. Immer wieder bildeten sich kleine Kreise aus staunenden Kindern und schmunzelnden Eltern, die seine Tricks verfolgten.
Boxing VS nutzte den Marktplatz für eine öffentliche Trainingseinheit, die zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer anlockte und einen sportlichen Akzent setzte. Der Förderverein der Gartenschule bot selbstgebackene Kuchen an, die reißenden Absatz fanden. Vergnügen fanden besonders die Kinder in einer Hüpfburg.
Auch Stände und Geschäfte profitieren
Gute Geschäfte machten auch die rund 25 Stände des Krämermarktes, die das Angebot in der Innenstadt ergänzten. Viele Betriebe des Schwenninger Einzelhandels berichteten von einem starken Besucherandrang und zufriedenen Kundinnen und Kunden. Die Kombination aus Marktgeschehen, Unterhaltung und Einkaufsmöglichkeiten sorgte dafür, dass sich die Innenstadt über Stunden hinweg belebt zeigte. Viele Besucherinnen und Besucher zeigten sich am Ende des Wochenendes begeistert. Die angebotene Mischung machte die Veranstaltung zu einem Erlebnis, das Schwenningen spürbar belebt hat. Schon jetzt ist die Vorfreude auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr deutlich zu spüren.