Die Gemeinde Kippenheim hat gewählt – und der neue Rathauschef ist auch der alte. 96,88 Prozent aller Wähler haben ihr Kreuzchen bei Matthias Gutbrod gemacht. Er geht nun in seine dritte Amtszeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,96 Prozent.
Auch wenn er der einzige Kandidat war – erleichtert sei er über das Wahlergebnis jetzt doch, erklärte Matthias Gutbrod im Gespräch mit unserer Redaktion. Zuvor hatte Carola Richter, Bürgermeisterstellvertreterin und Vorsitzende des Wahlausschusses, vor dem Bürgerhaus das Ergebnis verkündet.
„Es ist toll, dass ich von der Bürgerschaft so viel positive Rückmeldung erhalten habe. Ich freue mich“, erklärte Gutbrod im Hinblick auf die knapp 97 Prozent aller abgegebenen Stimmen, die auf ihn entfallen waren. Bei der Wahl zu seiner zweiten Amtszeit 2016 waren es 95,9 Prozent.
Dafür ist aber die Wahlbeteiligung gesunken. Hatte sie 2016 noch 35 Prozent betragen, lag sie nun bei knapp 30 Prozent. „Ich habe gesagt, wenn ich 30 Prozent erreiche, bin ich zufrieden – und ich bin zufrieden“, erklärte er strahlend, bevor er weitere Glückwünsche entgegennahm, unter anderem auch von seinem Vorgänger Willi Mathis, von Claudia Handke, der Geschäftsführerin von Weinland Breisgau, und Pfarrer Martin Grüsser.
Schmieheims Ortsvorsteher gratuliert
Schmieheims Ortsvorsteher Michael Hartmann gehörte ebenfalls zu den vielen Gratulanten, die sich am Sonntag vor dem Bürgerhaus eingefunden hatten. Er hätte sich mehr Wahlbeteiligung gewünscht, betont er: „Bürgermeister ist ein wichtiges Amt, durch das mitentschieden wird, wohin die Gemeinde steuert. Kommunalpolitik ist das, was die Bürger am meisten beeinflussen können. Auch wenn nur ein Kandidat auf dem Stimmzettel steht, sollte man trotzdem wählen gehen, um die Verantwortung zu übernehmen, für oder gegen den Amtsinhaber gestimmt zu haben“, gibt er zu bedenken.
Ebenfalls unter den Gratulanten waren die Bürgermeister Dietmar Benz (Mahlberg), Marco Gutmann (Schwanau), Kai-Achim Klare (Rust), Philipp Klotz (Kappel-Grafenhausen), Pascal Weber (Ringsheim) und Alexander Schröder (Meißenheim). Schröder, der Vorsitzender des Bürgermeistersprengel des Altkreises Lahr ist, erklärte stellvertretend für seine Kollegen: „Wir wünschen Matthias Gutbrod und seiner Familie alles Gute und gratulieren ihm zu diesem sehr guten Ergebnis und zu seiner Wiederwahl zur dritten Amtszeit.“
Auch Lahrs OB Ibert und Regierungspräsident Gabbert sind gekommen
Lahrs OB Markus Ibert kam direkt vom Chrysanthema-Abschied nach Kippenheim, um Gutbrod zu gratulieren. „Das Wahlergebnis ist eine Bestätigung für seine gute Arbeit für Kippenheim in den letzten 16 Jahren. Gerade hier vor seinem ,Baby’ dem Bürgerhaus. Ich freue mich, dass wir die verlässliche Partnerschaft weiterführen können“, erklärte er im Hinblick auf die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Lahr-Kippenheim.
Auch Regierungspräsident Carsten Gabbert hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich vorbeizuschauen: „Ich kenne Herrn Gutbrod sehr gut und auch die Gemeinde Kippenheim. Mein Vater war Trainer in Kippenheim und ich selbst habe das Schmieheimer Trikot getragen. Es ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass ein Bürgermeister eine dritte Amtszeit angeht.“
Überraschungsgast Jochen Paleit
Ein Überraschungsgast des Abends war Kappel-Grafenhausens Altbürgermeister Jochen Paleit, der mittlerweile in Berlin lebt. Auch wenn er die Kommunalpolitik nicht vermisse, sei er doch froh, um alle, die es machen. Mit Matthias Gutbrod verbinde ihn ein besonderes Band, da sie mit nur wenigen Monaten Unterschied ihr Amt als Bürgermeister angetreten hätten.
Doch es waren nicht nur die Prominenten, die Gutbrod gratulierten, das ganze Dorf mit all seinen Vereinen und viele Freunde und Verwandte ließen ihn zur Wiederwahl hochleben. So erhielt der oberste Dienstherr der Feuerwehr etwa von Kommandant Lucas Riegger eine Feuerwehrjacke überreicht. Anschließend wurde ihm eine Bürgermeistertanne gestellt.
Viel Lob für den neuen alten Rathauschef
Die Musikvereine Kippenheim und Schmieheim spielten gemeinsam vor dem Bürgerhaus und bei der anschließenden Feier darin, wo auch Josef Kupfer, Chef des MV, aus Sicht der Kippenheimer Vereine ein Grußwort sprach. „Matthias Gutbrod ist ein interessierter Gast in unseren Vereinen. Er kommt, um zu Erfolgen zu gratulieren, und auch, wenn es nicht so läuft, um Mut zuzusprechen“, lobte er den alten neuen Rathauschef. Kupfer wünscht sich, dass Gutbrod weiterhin den Vereinen, „die Wertschätzung zukommen lässt, die sie verdienen“.
Kupfer blickte auch auf kommende Herausforderungen – wie etwa genug Betreuungsplätze für Kita- und Schulkinder zu schaffen sowie genügend Wohnraum für Familien und Senioren. „Gehen Sie es an, wir warten darauf“, wandte er sich mit humorvollen Nachdruck an den wiedergewählten Bürgermeister. Dieser erhielt anschließend noch ein Präsent von Weinkönigin Elena Kölble.
Endlich darf Gutbrod selbst reden
Nach weiteren Ständchen vom Männergesangsverein und guten Wünschen von Pfarrer Grüsser – „ein gutes Händchen und Gottes Segen“ – war es dann endlich am Mann des Abends, selbst einige Grußworte an die Kippenheimer zu richten. Mit der dritten Amtszeit, erklärte er mit einem Schmunzeln, gehöre er schon „zum alten Eisen“ im Sprengel. Die vergangenen 16 Jahre, berichtete er sichtlich erfreut über so viel Lob, „das man als Bürgermeister nicht so oft zu hören bekommt“, seien wie im Flug vergangen. Gutbrod bedankte sich bei allen Wegbegleitern – Gemeinderäten, Vereinen, Kollegen – und ganz besonders bei seiner Familie für die Unterstützung.
Sein Geheimnis? „Mit einer gewissen Ruhe und Gelassenheit“, so der 43-Jährige, könne man einiges bewältigen – „trotz aller Krisen.“
So wurde gewählt
Gesamtergebnis:
Gutbrod: 96,96 Prozent (1149 Stimmen); andere: 3,04 Prozent (36 Stimmen);gültige Stimmen: 1185 (91,08 Prozent); ungültige Stimmen: 116 (8,92 Prozent); Wahlbeteiligung: 29,96 Prozent
Kippenheim:
Gutbrod: 99,4 Prozent (665 Stimmen); andere 0,6 Prozent (4 Stimmen)
Schmieheim:
Gutbrod: 95,38 Prozent (186 Stimmen); andere 4,62 Prozent (9 Stimmen)
Briefwahl:
Gutbrod: 92,83 Prozent (298 Stimmen); andere: 7,17 Prozent (23 Stimmen)