Damit die Lahrer Wehr Einsätze wie hier auf dem Langenhard gut bewältigen kann, braucht sie eine gute Ausstattung. Der Bedarfsplan ist eine Orientierung. Foto: Schillinger-Teschner

Der Bedarfsplan für die Lahrer Feuerwehr ist in trockenen Tüchern. Die Stadträte waren sich bei der Verabschiedung einig: Die 46 Millionen Euro sind es wert.

Er war Thema in zahlreichen Gremien und auch in der Presse wurde er ausführlich vorgestellt: Seit Montagabend ist der Lahrer Feuerwehrbedarfsplan beschlossene Sache. Mit Investitionen von 46 Millionen Euro bis ins Jahr 2041 soll er als „Kompass“, so OB Markus Ibert, die Grundlage für die künftigen Entscheidungen des Gremiums bilden. „Die Feuerwehrangehörigen brauchen eine ordentliche Ausstattung, um aus dem Einsatz gesund zurückzukommen“, brachte der Rathauschef die Notwendigkeit der Investitionen auf den Punkt.

 

Berater Ralf-Jörg Hohloch von der Feuerwehr Freiburg stellte ein weiteres Mal einige Eckdaten vor. Unter anderem gehe es darum, im ganzen Stadtgebiet innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort zu sein. Das schaffe man in 85 Prozent der Fälle, was eine gute Quote sei. „Eine 100-prozentige Absicherung wird es nicht geben“, stellte Hohloch klar. Treffen die Kameraden einmal nicht innerhalb von zehn Minuten ein, könne das am Verkehr oder an einem parallel laufenden Einsatz liegen. Außerdem gebe es einige abgelegene Gebiete, etwa auf dem Langenhard, in denen das nicht zu schaffen sei.

Mit den Investitionen in neue Fahrzeuge und neue Gebäude soll die Feuerwehr weiter attraktiv sein – auch für Frauen, so Hohloch weiter. Mit der Verbeamtung hauptamtlicher Kräfte möchte die Stadt im Wettstreit der Kommunen als Arbeitgeber punkten. Seit dem 1. April 2024, als der Veränderungsprozess der Lahrer Feuerwehr nach mitunter scharfer Kritik am Kommando und der Ausrückordnung vorangetrieben wurde, sei in der Lahrer Feuerwehr „schon einiges verändert um umgestellt“ worden, erläuterte Hohloch. Man sehe bereits Verbesserungen.

„Eine gute Grundlage für Jahrzehnte“

„Der Plan ist eine gute Grundlage für Jahrzehnte. Er ist realistisch, geht auf tatsächliche Herausforderungen ein und gibt allen Beteiligten eine klare Orientierung“, kommentierte der neue Kommandant Georg Schinke, inzwischen offiziell im Amt. Die Übernahme der Kräfte in den Beamtenstatus sei ein wichtiger Schritt, um das Ehrenamt zu entlasten. Und: „Jeder Schritt bringt uns weiter für mehr Sicherheit für unsere Stadt.“ Schinke sieht die Verabschiedung des Bedarfsplans als Startschuss für weitere konkrete Maßnahmen.

Georg Schinke (rechts neben OB Markus Ibert) führt nun offiziell das Amt des Kommandanten der Lahrer Feuerwehr aus. Foto: Stadt

Kreisbrandmeister Bernhard Frei war ebenfalls bei der Gemeinderatssitzung zu Gast und hatte eine gute Nachricht zu überbringen: Die ersten Fördermittel in Höhe von 260 000 Euro vom Innenministerium seien bereits zugesichert. Frei stellte heraus, dass der Plan kein „Wünsch dir was“ der Wehr sei, sondern den tatsächlichen Bedarf widerspiegelte.

Viel Lob und ein einstimmiger Beschluss

Die Räte lobten den Feuerwehrbedarfsplan durch die Bank, darunter auch Hermann Kleinschmidt (SPD und zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Wehr). Er gehe davon aus, dass die Verwaltung den Plan nun nach und nach umsetzen werde. Eine Einstimmigkeit über alle Gremien habe er selten erlebt, sagte Jörg Uffelmann (FDP). Er betonte aber, dass alle Maßnahmen unter Haushaltsvorbehalt stehen. Rolf Mauch (Freie Wähler) sprach von einem „mit Fachkompetenz und Sachverstand“ erarbeiteten Plan, der notwendig sei für den künftigen Entscheidungskurs. „Es zeigt, dass wir die Aufgaben ernst nehmen“, kommentierte Sven Haller (AfD). Er sieht den Plan als „Versprechen an die Gemeinschaft, dass wir uns um die Sicherheit kümmern“.

Es müsse gelingen, Bausubstanzen zu ertüchtigen – perspektivisch auch mit einem Neubau der Hauptfeuerwehrwache, betonte Rudolf Dörfler (CDU). Er verwies auf die schwierige Haushaltslage, fragte allerdings auch, ob man den Kopf hinhalten wolle, „wenn ein Schaden hätte abgewendet werden können“. Volker Przibilla (Grüne) warf einen Blick in die Vergangenheit und lobte, dass mit Häusern und Fahrzeugen sehr gut umgegangen worden sei.

Erwartungsgemäß stimmten die Stadträte geschlossen für die Verabschiedung des Feuerwehrbedarfsplans.

Bericht nach drei Jahren

Ein Vergleich zwischen dem Plan und den bis dahin umgesetzten Punkten soll dem Rat spätestens in drei Jahren vorgelegt werden. Dies ist im Bedarfsplan festgeschrieben. Ein weiterer Vergleich hat in fünf Jahren zu erfolgen.