Ben Fischer (rechts) zupft am Trikot von Seedorfs Laurin Huss. Das Landesliga-Derby war geprägt von vielen Zweikämpfen. Foto: Kara

Der SV Seedorf und VfB Bösingen trennen sich 0:0-Unentschieden. 600 Zuschauer sehen ein Derby mit wenigen fußballerischen Höhepunkten.

Nein, ein Leckerbissen waren die 90 Minuten zwischen dem SV Seedorf und VfB Bösingen sicherlich nicht. Auf dem schwer bespielbaren Rasenplatz geizten beide Mannschaften mit fußballerischen Höhepunkten, stattdessen gab es viele Zweikämpfe und Ungenauigkeiten.

 

Ein wenig sinnbildlich waren zwei späte Standardsituationen der Bösinger: Anstatt aus einem ruhenden Ball vielleicht noch Kapital zu schlagen, rauschte je ein Freistoß aus halbrechter- und linker Position weit an Freund und Feind vorbei. „Diese Dinger müssen einfach Richtung Tor kommen, das habe ich der Mannschaft eben auch gesagt“, erklärte Coach Peter Leopold.

Schwierige Bedingungen

Sein Pendant Emanuele Ingrao wirkte da im Gespräch schon deutlich zufriedener mit dem Remis und dem daher gewonnen Zähler im Abstiegskampf. „Ich kann mit dem Punkt leben. Es war ein schwaches Spiel von beiden, ich muss die Mannschaften aber auch in Schutz nehmen. Auf diesem Platz ist es sehr, sehr schwierig.“

Sehr leidenschaftlich warfen sich die Hausherren über die gesamte Spieldauer in jeden Zweikämpfen und boten wenig Platz hinter der eigenen Kette an. Die beste Gelegenheit der 1. Halbzeit hatte Ben Fischer, der sich mit entschlossenem Anlaufen und etwas Glück den Ball gegen Marvin Roth eroberte – anschließend war aber der gut haltende Marcel Bender zur Stelle (33.).

Torsten Müller bringt Gefahr

Der VfB hatte mehr Ballbesitz, brachte Seedorf aber nur sehr selten in Verlegenheit. Das Gefühl eines Tores lag eigentlich erst mit der Einwechslung von Torsten Müller so richtig in der Luft. In der 80. Minute und damit nur 60 Sekunden, nach dem er den Platz betreten hatte, versuchte er es erstmals aus 18 Metern. In der 85. Minute folgte sein zweiter Versuch und in der 88. Minute der dritte und gefährlichste – Bender parierte stark.

Zwei Minuten später bot sich dann dem sehr aktiven, aber auch sehr glücklosen Julian Schneider noch eine Möglichkeit, doch sein Versuch aus halbrechter Position rauschte am langen Eck vorbei. „Wir waren bemüht, aber haben zu wenig Tempo in unser Spiel gebracht. So bekommt man einen Gegner mit Fünferkette dann nicht geknackt“, analysierte Leopold.

Fokus auf die Defensive

Nicht gefordert war sein Torhüter Ron Armbruster, dieser erlebte einen ruhigen Arbeitstag. Der SVS startete recht dynamisch und spielte sich zumindest immer wieder ins letzte Drittel. In und um den Strafraum herum fehlte aber anders als zuletzt die richtige Durchschlagskraft. Nach dem Seitenwechsel lag der Fokus mehr und mehr auf defensiven Aufgaben.

Ingrao betonte: „Wir haben klar gesagt, dass wir nichts riskieren und diszipliniert bleiben wollen. Das ist uns über weite Strecken sehr gut gelungen.“ Aus den vergangenen drei Heimpartien wurden damit sieben Punkte gesammelt. Bösingen überholte mit dem Punkt den VfL Nagold und ist nun Vierter.

Statistik zum Spiel

SV Seedorf – VfB Bösingen 0:0. SVS: Bender; M. Roth, J. Roth, Grimmeißen, Haag, Krizman, Schädle (70. Glück), Nick, Scheck, Hauger, Huss. VfB: Armbruster; Botzenhart, Flaig (46. Dobricean), Wulle, Bihler, Griesser (79. T. Müller), Schneider, Fischer, Schlosser (85. Ruf), Hezel, M. Müller. Schiedsrichter: Sebastian Flegr mit Paul Storek und Fadi Dachs.